PFLEGE: Pflegeausbildung: Belastung für Gemeinden steigt

Pro zu wenig angebotenem Ausbildungsplatz wird ab 2015 eine Strafe zwischen 4000 und 12'000 Franken fällig. Zahlen werden das hauptsächlich die Gemeinden.

Florian Weingartner
Drucken
Teilen
Cristina Simeone, im 3. Ausbildungsjahr zur Fachfrau Gesundheit bei der Spitex Rontal Plus, hier im Einsatz bei einer Kundin in Ebikon. (Bild Dominik Wunderli)

Cristina Simeone, im 3. Ausbildungsjahr zur Fachfrau Gesundheit bei der Spitex Rontal Plus, hier im Einsatz bei einer Kundin in Ebikon. (Bild Dominik Wunderli)

Den Pflegefachberufen fehlt der Nachwuchs. Pflegeheime und insbesondere Spitexorganisationen können ihren Bedarf an Fachkräften nicht durch eigene Ausbildungstätigkeit decken. Nun hat der Kanton ein Anreizsystem in Kraft gesetzt.

Höhe der Strafe variiert

Das vom Kanton mit den Anbietern und den Gemeinden ausgearbeitete Modell sieht Bonus- und Maluszahlungen vor. Erstmals fällig werden die Zahlungen 2015. Anhand der im Vorjahr geleisteten Pflegestunden wird berechnet, wie viele Ausbildungsplätze jede Organisation anbieten muss. Für jeden zu wenig angebotenen Ausbildungsplatz wird ein Malus fällig, der je nach Art der Ausbildung (Tertiär-, Sekundär- oder Assistenzstufe) zwischen 4000 und 12'000 Franken variiert. Im Gegenzug erhält, wer die Ausbildungsziele übertrifft, einen Bonus.

Finanziell belastet werden durch das neue System hauptsächlich die Gemeinden. Sie bezahlen seit Einführung der neuen Pflegefinanzierung 2011 die Pflege zu einem guten Teil. Voraussichtlich rund 400'000 Franken wird die Umsetzung des Bonus-Malus-Modells die Gemeinden pro Jahr kosten, schätzt Erwin Arnold, Leiter des Bereichs Gesundheit und Soziales beim Verband der Luzerner Gemeinden (VLG).

Schonfrist bis 2020

Zunächst müssen die Ausbildungsziele nur zur Hälfte erreicht werden. Ab 2017 wird dieser Wert auf 75 Prozent und ab 2020 dann auf 100 Prozent erhöht. Entsprechend wird die Belastung der Gemeinden steigen.