PFLEGE: Wer zu wenig Lehrlinge hat, zahlt Strafe

Das neue Bonus- Malus-System soll Pflege­betriebe dazu bringen, mehr Personal auszubilden. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen sich die Luzerner Betriebe jetzt kräftig ins Zeug legen.

Florian Weingartner
Drucken
Teilen
Symbolbild zum Thema Pflegebetriebe (Bild: pd)

Symbolbild zum Thema Pflegebetriebe (Bild: pd)

Im Kanton Luzern werden zu wenige Pflegefachleute ausgebildet. Gegen diesen Umstand ergreifen der Kanton und die Gemeinden Massnahmen. Pflegebetriebe, die weniger Nachwuchs ausbilden als sie selber brauchen, müssen Strafen zahlen. Jene, die ihr Ausbildungssoll übertreffen, erhalten Geld. Das sogenannte Bonus-Malus-Modell ist per 1. Januar auf dem Verordnungsweg in Kraft getreten. «Scharf» wird es jedoch erstmals 2015. In einer ersten Phase bis 2016 müssen zunächst 50 Prozent der Ausbildungsziele erreicht werden, von 2017 bis 2019 werden 75 Prozent verlangt und ab 2020 sind dann die vollen Anforderungen zu erfüllen.

Der Nachwuchsbedarf wurde anhand der Prognosen auf nationaler Ebene errechnet. Jährlich braucht es im Kanton Luzern demnach 66 Absolventen auf der Tertiärstufe (Höhere Fachschulen und Fachhochschulen), 100 Absolventen der Sekundärstufe (Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis) und 35 Absolventen auf Assistenzstufe (Eidgenössischer Berufsattest). Die Vorgaben werden derzeit bei weitem nicht erreicht: Auf Tertiärstufe fehlen 27 Abschlüsse pro Jahr und auf Assistenzstufe rund 20. Hingegen wird auf der Sekundärstufe der hochgerechnete Bedarf um rund 55 Abschlüsse jährlich übertroffen.

Spitex: Fast niemand erfüllt Kriterien

Bei den ambulanten Organisationen sieht es bezüglich Ausbildung bedeutend schlechter aus als bei den stationären Einrichtungen. So werden derzeit nur 3 von 23 nötigen Abschlüssen auf Tertiärstufe erreicht und nur 17 statt 35 auf der Sekundärstufe. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass derzeit lediglich 2 von insgesamt 49 Spitexorganisationen die Zielvorgaben für 2015 erfüllen würden.