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PFLEGEBETTEN: Luzern und Sursee werden gebremst

Der Kanton hat die maximale Anzahl stationärer Pflegeplätze stark nach unten korrigiert. Für manche Gemeinden hat dies einschneidende Konsequenzen, andere bauen dagegen aus.
Noah Knüsel
Bis 2020 sollen im Kanton Luzern 1095 Pflegebetten weniger bewilligt werden.Bild: Gaetan Bally/Keystone

Bis 2020 sollen im Kanton Luzern 1095 Pflegebetten weniger bewilligt werden.Bild: Gaetan Bally/Keystone

Die Kantonsregierung hat jüngst ihre Pflegeheimplanung bis 2020 revidiert (Ausgabe vom Montag). Damit soll der Ausbau von am­bulanten Angeboten gefördert werden. Bisher waren maximal 5709 stationäre Pflegeplätze zugelassen, neu sind es nur noch 4614. Davon sind aber nicht alle fünf Planungsregionen des Kantons gleich betroffen. Am stärksten trifft es die beiden grössten: Luzern und Sursee.

In der Region Luzern, zu der neben Stadt und Agglo auch Weggis, Root und Schwarzenberg gehören, sind mit neu 2535 stationären Pflegeplätzen 763 weniger zugelassen als bisher geplant. Bei der Region Sursee sind es neu 610 Betten, ein Rückgang um 221 Plätze. Die anderen drei Planungsregionen Seetal, Willisau und Entlebuch verlieren bei der Revision der Planung zusammen 111 nur stationäre Plätze.

Die Planungsregion Luzern hat im Moment 2898 stationäre Pflegeplätze. Das sind rund 360 zu viel. Armida Raffeiner, Stabschefin der Sozialdirektion der Stadt Luzern, haben die neuen Zahlen aber nicht überrascht: «Es hat sich schon länger abgezeichnet, dass der Bedarf nicht so stark ansteigt wie angenommen.» In der Stadt Luzern gibt es derzeit 1720 Pflegeplätze. Damit könne der aktuelle Bedarf befriedigt werden. Zurzeit passt die Regierung die weitere Planung an, welche von 2018 bis 2025 gelten soll. Raffeiner steht einem allfälligen weiteren Abbau der stationären Plätze allerdings kritisch gegenüber: «Ein kontrollierter Abbau darf nur geschehen, wenn im Gegenzug die ambulanten Angebote ausreichend ausgebaut werden.» In diesem Bereich sei die Stadt selbst gut aufgestellt. Der Schwerpunkt liegt auf selbstbestimmtem Wohnen im Alter: Die ambulanten Dienstleistungen der Spitex würden laufend erweitert. So gebe es zum Beispiel eine Demenz- und Palliativ-Spitex.

Auch in der Planungsregion Sursee gibt es mit der neuen Strategie des Kantons einen verhältnismässig grossen Überschuss an stationären Pflegeplätzen: Aktuell gibt es dort 703 Betten, knapp 100 zu viel. Laut der Surseer Sozialvorsteherin Jolanda Achermann tangiert das die Stadt Sursee im Moment wenig. Auch, weil man bereits mit den Arbeiten für die Pflegeheimplanung bis 2025 begonnen habe. Achermann begrüsst das Vorhaben der Regierung, im Zuge der weiteren Planung auch die Regionen an­zuhören. Denn: «Das Prinzip ‹ambulant vor stationär› finde ich gut. Jedoch sollte man nicht nur gesamtkantonal denken, sondern mehr auf die einzelnen Planungsregionen eingehen.» In Sursee zum Beispiel seien die Pflegebetten sehr gut ausgelastet. Gleichzeitig biete man fast gleich viele ambulante wie stationäre Plätze an. Damit sei man im kantonalen Vergleich gut aufgestellt.

Triengen baut eine Demenzabteilung

Verschiedene Luzerner Gemeinden haben bereits eine Bewilligung für die Schaffung weiterer stationärer Pflegebetten. Neben Udligenswil, Adligenswil und Buchrain wollen auch Rain und Triengen neue Plätze. Ist das nicht ein Widerspruch, neue stationäre Pflegeplätze zu schaffen, wenn die Zeichen im übrigen Kanton auf Abbau zu Gunsten ambulanter Massnahmen stehen? Isabelle Kunz, Gemeinderätin von Triengen, verneint dies: «Wir schaffen eine spezifische Demenzabteilung mit 20 stationären Plätzen. Diese Betreuung ist nur beschränkt ambulant durchführbar.» Ambulante Massnahmen seien Teil der Planung, die Demenzabteilung habe aber Priorität: «Wir haben im Moment eine sehr lange Warteliste, wir stossen an unsere Grenzen.»

Noah Knüsel

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