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Die Pädagogische Hochschule Luzern eröffnet im Februar einen neuen Standort in der Sentimatt 

Die Pädagogische Hochschule Luzern schliesst drei ihrer bisherigen Standorte und zieht in den Standort Sentimatt. Dort soll mittels «Activity Based Offices» eine individuelle Arbeitsatmosphäre für PH-Mitarbeitende geschaffen werden. 

Emanuel Schüpfer
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Das Activity Based Office fördert den Wissensaustausch zwischen Mitarbeitenden. Von links im Uhrzeigersinn: Andréa Belliger, Adrian Kuoni, Monika Kloth und Janine Wigger.

Das Activity Based Office fördert den Wissensaustausch zwischen Mitarbeitenden. Von links im Uhrzeigersinn: Andréa Belliger, Adrian Kuoni, Monika Kloth und Janine Wigger.

Bilder: Pius Amrein (16. Dezember 2019)

Die Pädagogische Hochschule (PH) Luzern ist heute auf elf Standorte in der Stadt Luzern verteilt. Ab Februar werden es noch deren acht sein. Aufgegeben werden die Räumlichkeiten an der Töpferstrasse 10, beim Löwengraben 14 sowie an der Museggstrasse 37 im Zeughaus. Die «Rochade Sentimatt» bringt der PH Luzern zusätzlich knapp 1000 Quadratmeter Hauptnutzfläche und fungiert als Zwischenlösung bis zur Umsiedlung in den Campus Horw voraussichtlich 2029.

Für den Umbau und Umzug hat der Kanton Luzern 3,1 Millionen Franken gesprochen. Der Umzug ist Teil der Immobilienstrategie des Kantons und ermöglicht es der PH, die vorwiegend Lehrerinnen und Lehrer ausbildet, auch den Gebäudeteil der Hochschule Luzern in der «Sentimatt» zu übernehmen. Deren Departement Design und Kunst zog vergangenen Sommer in die Viscosistadt in Emmenbrücke.

Flexibel arbeiten und Platz sparen

Der aufgewertete PH-Standort Sentimatt an der Reuss kann 180 Mitarbeitende aufnehmen und wird dann neben dem Uni/PH-Gebäude beim Bahnhof ein gleichwertiges Aus-und Weiterbildungszentrum für die gut 2200 Studierenden. Eine neue Aula für 200 Personen bietet ab Februar entsprechende Kapazitäten.

In diesem Raum entsteht die neue Aula für 200 Personen.

In diesem Raum entsteht die neue Aula für 200 Personen.

Dabei ändert sich nicht nur das Platzangebot, sondern auch das Konzept: In einem Pilotprojekt werden neue Zusammenarbeitsformen in einer neuartigen Büroumgebung, einem «Activity Based Office» (kurz ABO), getestet. Diese innovative Arbeitsumgebung soll nicht nur die Zusammenarbeit und Kommunikation erleichtern, sondern vor allem Arbeitsorte schaffen, in denen Mitarbeitende sich bestmöglich ihren Tätigkeiten widmen und sich wohl fühlen können. Wie der englische Name vermuten lässt, können Mitarbeitende den jeweiligen Arbeitsort entsprechend der anstehenden Tätigkeit wählen: So gibt es einen Fokusraum, wenn konzentrierte Arbeit zu erledigen ist, den offenen «Business Garden» für Austausch und Diskussionen, den Projektraum für kreative Prozesse oder eine kleine Bibliothek für Beratungen und Literaturstudium.

Blick in die ABO-Bibliothek.

Blick in die ABO-Bibliothek.

Seit Mitte November sind 34 Mitarbeitende, unter anderem aus der Forschung und Entwicklung, im ABO einquartiert. Mit dem Grundsatz, dass die Mitarbeitenden in der Regel keine fix zugeteilten Arbeitsplätze mehr haben, konnte laut PH Raumfläche für neue Nutzungsarten geschaffen werden.

Moderne Arbeitsprozesse fördern

Andréa Belliger, Prorektorin Dienstleistungen der PH

Andréa Belliger, Prorektorin Dienstleistungen der PH

«Bisher war es üblich, dass in Einer-, Zweier oder kleinen Gruppenbüros gearbeitet wurde und dadurch längere Kommunikationswege bestanden. Wir fragten uns: Ist das heute noch die richtige Art zu arbeiten?», sagt Andréa Belliger, Prorektorin Dienstleistungen der PH. Man habe sich zum Ziel gesetzt, gute Voraussetzungen für die Entstehung von Innovationen zu schaffen. «Dies gelingt besser, wenn die Räumlichkeiten Kreativität, Zusammenarbeit und Wissensaustausch ermöglichen», so Belliger weiter.

Blick in einen Abschnitt des «Activity Based Office» (ABO).

Blick in einen Abschnitt des «Activity Based Office» (ABO).

Die Mitarbeitenden können ihre Laptops und Tablets hierbei überall anschliessen. «Unter dem Aspekt der digitalen Transformation wollen wir eine neue Arbeitskultur fördern, die individuelle Arbeitsstile und Flexibilität vereint», sagt Belliger. Damit wolle man Erfahrungen im Hinblick auf den Neubau der Hochschule sammeln.

Zehnjährige Zwischenlösung

Nach gut zwei Jahren Planung ziehen im Februar zu Beginn des Frühlingssemesters auch die Studierenden der Ausbildung und die Teilnehmer von Weiterbildungen in das umgebaute Gebäude Sentimatt. Adrian Kuoni, Verwaltungsdirektor der PH Luzern, sagt: «Die Vorgabe war, so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig umzubauen». Dank der guten Zusammenarbeit mit den Architekten und dem internen Planungsteam sei nun ein zweckmässiger Bau entstanden. Dank der zusätzlichen Fläche, der neuen Aula und der Möglichkeit, neue Raumkonzepte wie das ABO zu testen, erfülle der Bau seinen Zweck mindestens für die nächsten zehn Jahre und somit bis zum Umzug der PH Luzern auf den Campus Horw.

Die Pädagogische Hochschule (PH) bezieht im Schulhaus Sentimatt in Luzern neue Räumlichkeiten.
9 Bilder
Die PH schafft in der «Sentimatt» eine neuartige Büroumgebung. Das Pilotprojekt nennt sich «Activity Based Office». Mit im Bild von links im Uhrzeigersinn: Andrea Bélliger (mit Foulard), Adrian Kuoni. Monika Kloth und Janine Wigger.
Seit Mitte November sind bereits 34 Mitarbeitende in die Räumlichkeiten einquartiert worden.
Eine innovative Arbeitsumgebung soll die Zusammenarbeit und die Kommunikation zwischen den PH-Mitarbeitenden erleichtern.
Die neue Zusammenarbeitsform soll Arbeitsprozesse fördern.
Die Studierenden der PH ziehen im Februar zu Beginn des Frühlingssemesters in das umgebaute Gebäude.
Durch die gute Zusammenarbeit mit den Architekten und dem internen Planungsteam sei nun ein zweckmässiger Bau entstanden.
Die neuen Räumlichkeiten sollen ihren Zweck für die nächsten zehn Jahre erfüllen. 2029 ist der Umzug der PH Luzern auf den Campus Horw geplant.
Die noch nicht bezogenen Räumlichkeiten

Die Pädagogische Hochschule (PH) bezieht im Schulhaus Sentimatt in Luzern neue Räumlichkeiten.

Bild: Pius Amrein, 16. Dezember 2019
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