Philatelie
Die Post veröffentlicht Briefmarke zum Gedenken an die Bourbaki-Internierung

Vor 150 Jahren wurde die französische Bourbaki-Armee in der Schweiz interniert. Die Schweizerische Post veröffentlicht heute eine Briefmarke zur Erinnerung an dieses historische Grossereignis.

Simon Mathis
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Die Briefmarke zur Erinnerung an die Bourbaki-Internierung.

Die Briefmarke zur Erinnerung an die Bourbaki-Internierung.

Bild: PD

Die Schweizerische Post lanciert heute eine Briefmarke zum Gedenken an die Internierung der Bourbaki Armee. Vor 150 Jahren, Anfang Februar 1871, wurden rund 87'000 Mann der französischen Bourbaki-Armee in der Schweiz interniert. Ihr Grenzübertritt löste in der Schweizer Bevölkerung eine Welle der Solidarität aus – auch im Kanton Luzern.

Zehn Jahre später wurde diese grösste humanitäre Aktion des Landes von Edouard Castres in einem 112 Meter langen und 10 Meter hohen Gemälde festgehalten. Das Rundbild «Bourbaki Panorama» wurde zuerst in Genf gezeigt, mittlerweile befindet es sich in der Stadt Luzern. Das Rundbild gibt auch das Sujet der neuen Briefmarke vor: es zeigt einen Ausschnitt des Gemäldes.

Rundbild per «Augmented Reality» erkunden

Zu sehen sind französische Soldaten, die von der lokalen Bevölkerung verarztet und verpflegt werden. Daneben sind Zugwagen zu sehen, die für den Weitertransport der Truppen bereitstehen. Das Bild wird durch eine weisse Banderole unterteilt, deren typografische Elemente einen modernen Kontrast zum Gemälde bilden, wie die Post in einer Mitteilung schreibt. Die Farbgebung soll an das Rote Kreuz erinnern. Die grafische Bearbeitung erfolgte von Tobias Lauber aus Emmenbrücke.

Die Briefmarke erlaubt es auch, das Rundbild in der «Augmented Reality» (AR) zu erkunden. Dazu braucht es die Post-App und ein Smartphone. Wenn man mit dem Handy das Markenbild scannt, beginnt das AR-Erlebnis.

In Luzern lässt sich das Rundbild mittlerweile auch wieder in der Realität erkunden: Das Museum Bourbaki Panorama hat seit 1. März wieder geöffnet. Ab 11. Mai 2021 lädt das Museum mit der Sonderausstellung «Über Grenzen. Neugier, Hoffnung, Mut» zu einer aktuellen Auseinandersetzung mit Grenzen und Grenzerfahrungen. Das Museum will damit aufzeigen, dass die Botschaft des Rundbildes «kein Verfallsdatum hat und auch nach 150 Jahren noch aktuell ist». Das Museum hat 2021 zum Erinnerungsjahr erklärt und plant diverse Veranstaltungen, soweit es Covid-19 zulässt.

Bisher unbekannte Ansichtskarte entdeckt

Dass das Bourbaki Panorama auch schon früher ein beliebtes postalisches Sujet war, bezeugt ein aktuelles Fundstück des Sammlers Günther Klebes aus Deutschland. An einer luxemburgischen Online-Auktion hat er jüngst eine Ansichtskarte aus Paris erworben, die einen Ausschnitt des Rundbildes zeigt:

Historische Postkarte mit einem Ausschnitt des Bourbaki Panoramas.

Historische Postkarte mit einem Ausschnitt des Bourbaki Panoramas.

Bild: PD/Günther Klebes

Es handelt sich um denselben Ausschnitt, der auch auf der neuen Post-Briefmarke zu sehen ist. Ein weiterer Sammler schickt der Redaktion eine Ansichtskarte mit einem anderen Ausschnit. Sie habe in den 1930er Jahren den langen Umweg über Casablanca genommen und wieder zurück nach Luzern gefunden:

Bild: PD/Patrick Deicher

Hinweis: Weitere Informationen zum Bourbaki Panorama auf der offiziellen Webseite des Museums.