PILATUS ARENA: Wohin mit den 13 Millionen Franken?

Der Stadtrat wollte den Erlös aus dem Landverkauf in Schulhäuser investieren. Doch das Parlament legte das Veto ein. Damit ist klar: Die Millionen bleiben wohl für Jahre unangetastet.

Robert Knobel
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Das Stadtluzerner Stimmvolk entscheidet Ende Monat über den Verkauf dieses Grundstücks im Gebiet Mattenhof an die Eberli Sarnen AG. (Bild Pius Amrein)

Das Stadtluzerner Stimmvolk entscheidet Ende Monat über den Verkauf dieses Grundstücks im Gebiet Mattenhof an die Eberli Sarnen AG. (Bild Pius Amrein)

Robert Knobel

Am 28. Februar stimmen die Stadtluzerner über einen Landverkauf ab. Das städtische Grundstück neben dem Bahnhof Mattenhof soll für 18 Millionen Franken an die Eberli Sarnen AG verkauft werden. Diese will dort die neue Saalsporthalle Pilatus Arena bauen. Kommt der Verkauf zu Stande, fliesst ein Reinerlös von rund 13,5 Millionen Franken in die Stadtkasse. Ein hochwillkommener Zustupf in Zeiten von Sparpaketen und leeren Kassen. Der Stadtrat plante deshalb, das Geld dort zu verwenden, wo in den nächsten Jahren besonders hohe Investitionen anstehen: bei den Schulhäusern. Dort gibt es in den nächsten 10 Jahren einen Investitionsbedarf von 200 Millionen Franken. Viele Schulhäuser müssen dringend saniert oder erweitert werden. Beim Schulhaus Staffeln ist sogar ein kompletter Neubau mitsamt Dreifachturnhalle geplant.

Voller Topf für Grundstückskauf

Die Millionen aus dem Mattenhof-Landverkauf kämen da also hoch gelegen. Doch das Parlament hat diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Bau und der Unterhalt von Schulhäusern seien städtische Kernaufgaben, die über den ordentlichen Haushalt finanziert werden müssen. Der ausserordentliche Geldsegen vom Mattenhof hingegen solle für Spezielles verwendet werden. Namentlich für den Kauf von Grundstücken. Das bedeutet einerseits, dass die Schulraumprojekte über die Investitionsrechnung mit entsprechender Neuverschuldung finanziert werden müssen.

Gleichzeitig sitzt die Stadt heute schon auf einem Topf von 9,8 Millionen Franken, die für Grundstückkäufe reserviert sind. Kommen noch die 13,5 Millionen vom Mattenhof dazu, dann hätte die Stadt genügend Geld, um ein attraktives Grundstück an bester Lage zu kaufen. Darauf könnte sie dann zum Beispiel die so sehnlichst herbeigewünschten grossen Firmen ansiedeln. Denn in der Stadt Luzern gibt einen akuten Mangel an grossen zusammenhängenden Büroflächen. Das ist einer der Gründe, weshalb viele Firmen sich zwar in Luzern niederlassen möchten, es aber nicht können, weil es keinen Platz gibt.

Entwicklung auf eigenen Arealen

Doch selbst wenn das Geld da ist – es scheint für die Stadt schwierig, entsprechende Grundstücke zu finden, um zu investieren. Dazu sagt Stadtpräsident Stefan Roth: «Es hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass in der Stadt kaum geeignete Grundstücke auf dem Markt sind, um die Ziele der Wohnraumpolitik und der Wirtschaftsstrategie zu erreichen.» Deshalb sind zahlreiche grössere Entwicklungsprojekte der nächsten Jahre auf Arealen vorgesehen, die bereits der Stadt gehören. Falls sich eine Gelegenheit ergeben sollte, sei der Stadtrat aber durchaus offen für Landkäufe. Deshalb habe die Stadt 2013 beispielsweise das Areal Staldenhof im Littauerboden gekauft. Die Stadt erhielt damals die Gelegenheit zum Kauf – und hält das Areal seither als strategische Reserve. Irgendwann, so hofft der Stadtrat, wird sich dort eine grössere Firma niederlassen. Beispielsweise eine, der es in der Innenstadt zu eng wird. Mittels Landabtausch käme dann die Stadt zu weiteren attraktiven Arealen im Zentrum.

Doch die Stadt wolle keinesfalls aktiv am Büro-Immobilienmarkt auftreten, stellt Stefan Roth klar. «Das entspricht weder der Strategie, noch dem Aufgabenverständnis der Stadt.» Die Aufgabe der Stadt bestehe vielmehr darin, für gute Rahmenbedingungen zu sorgen – und dabei können die eigenen städtischen Areale natürlich durchaus eine Rolle spielen.