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PILATUS: Hier wird die Felswand zur Leinwand

Zum Hoteljubiläum gibts auf dem Luzerner Hausberg ein Lichterspektakel. Die Künstlerin erzählt von den Herausforderungen, den besten Projektoren – und wieso ihr das Resultat fast zu perfekt ist.
Pascal Imbach
Spektakuläre Aussicht auf den «Esel»: Die Lichtinstallation der Wiener Künstlerin Teresa Mar lässt die Felsen bunt erstrahlen. (Bild Nadia Schärli)

Spektakuläre Aussicht auf den «Esel»: Die Lichtinstallation der Wiener Künstlerin Teresa Mar lässt die Felsen bunt erstrahlen. (Bild Nadia Schärli)

Pascal Imbach


Vor 125 Jahren begann auf dem Pilatus eine Ära: Wenige Monate nachdem die ersten Bahnwagen der (noch immer) steilsten Zahnradbahn der Welt die Bergspitze erklommen hatten, öffnete auch das Hotel Pilatus-Kulm seine Tore. Seitdem ist der Luzerner Hausberg von der touristischen Landkarte der Zentralschweiz nicht mehr wegzudenken. Für das Jubiläum haben sich die Bergbahnen und Hotelbetreiber etwas Besonderes einfallen lassen: Noch bis nächsten Samstag wird die Pilatusspitze eine Woche lang jeden Abend mit Lichtprojektionen in Szene gesetzt. Die schroffe Felsformation wird damit zur Grossleinwand für ein aussergewöhnliches Lichtspektakel. Gestern Abend ging es los – und mehrere hundert Gäste liessen sich von den Bilderwelten und der dazugehörigen Musik berieseln.

Bild: Nadia Schärli (Neue LZ)
Bild: Nadia Schärli (Neue LZ)
Bild: Nadia Schärli (Neue LZ)
Bild: Nadia Schärli (Neue LZ)
Bild: Urs Wyss
Bild: Urs Wyss
Bild: Urs Wyss
Bild: Urs Wyss
Bild: Urs Wyss
Bild: Urs Wyss
10 Bilder

Lichtspektakel am Pilatus

Die Krux mit dem Schatten

Für das Projekt haben die Verantwortlichen über eine Zürcher Spezialagentur die international renommierte Illuminationskünstlerin Teresa Mar engagiert. Die 42-Jährige hat schon Gebäude, Denkmäler und Naturformationen auf der ganzen Welt in Lichterkunstwerke verwandelt – darunter den Dom von Berlin, einen Wolkenkratzer in den Niederlanden, ein Museum in Mexiko, einen Leuchtturm in Portugal oder auch mal eine ganze Skipiste in Tirol. Das Pilatus-Projekt hat sie Anfang Jahr begonnen. «Es war aussergewöhnlich reizvoll», betont die Künstlerin, als wir sie diese Woche telefonisch in ihrer Heimatstadt Wien erreichen. «Vor allem der Schattenwurf, der bei einer Felsformation unumgänglich ist, muss bei der Planung minutiös berücksichtigt werden», erklärt sie. Was sie damit konkret meint: «Es geht darum, unschöne Schattenwürfe durch weitere Projektionen von anderen Standorten aus zu beseitigen, ohne dabei aber alle Schatten komplett zum Verschwinden zu bringen.» Denn, um es mit den Worten der Künstlerin zu sagen: «Licht ohne Schatten ist kein Licht!» Vom Resultat ist sie begeistert: «Das Bild ist unglaublich satt und kontrastreich.» Genau das sei auch der Wunsch der Auftraggeber gewesen. Mar hat deshalb entgegen ihrer eigenen Philosophie eher wenige Schattenflächen belassen. «Man könnte also sagen, das Resultat ist mir fast etwas zu perfekt!» Natürlich ist das mit einem Augenzwinkern zu verstehen.

Das Bildrohmaterial wurde ihr von den Pilatus-Bahnen zur Verfügung gestellt. «Ich konnte die Auswahl treffen und habe darauf geachtet, möglichst abwechslungsreiche, aber auch zum Berg und zum Anlass passende Sujets auszuwählen», sagt Mar. Rund ein Dutzend Bilder waren gestern gegen halb zehn Uhr abends auf dem Felsen zu sehen, darunter historische Aufnahmen des Hotels, Bilder der Bahn, aber auch der Pilatusdrachen und weitere Fantasie­sujets.

Um die Projektionen vorbereiten zu können, wurden im Voraus spezielle Rasterfotos des Felsens erstellt. Es ging darum, drei Projektoren mit speziell bearbeiteten Dias so zu platzieren, dass sich für den Betrachter ein einziges grosses Bild ergibt. Vor zwei Wochen kam die Künstlerin dafür nach Luzern. Gestern war sie nicht anwesend – ein Mitarbeiter hat das Projekt vor Ort betreut.

«Projektoren sind unbezahlbar»

Aus technischer Sicht bilden die drei Projektoren das Herzstück der Installation. Wie teuer ein solches Gerät ist, weiss laut Teresa Mar nur der Hersteller selber. «Sie sind unbezahlbar, kein Lichtkünstler der Welt besitzt eigene Geräte dieses Typs.» Mar spricht hier von den stärksten analogen Lichtprojektoren der Welt – und von höchstens zwei bis drei Firmen weltweit, die solche herstellen und vermieten. Um zu verstehen, was so ein Gerät leistet, muss man sich Folgendes vor Augen führen: Die Sujets, welche auf dem Pilatus die komplette Felsformation beleuchten, werden aus Diabildern hochprojiziert, die keine 4 Quadratzentimeter gross sind. Und dies (im Gegensatz zu digitalen Projektoren) ohne Pixel und damit also: ohne Qualitätsverlust. Das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen.

Weitere Bilder vom Lichtspektakel finden Sie unter www.luzernerzeitung.ch/bilder

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