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PILATUS: Spezial-Preise für Krienser?

Die Alpnacher profitieren bei der Pilatus-Bahn von Einheimischen-Tarifen. Auf der anderen Seite des Berges, in Kriens, ist das nicht der Fall. Die CVP will dies nun ändern.
Hugo Bischof
Die Luftseilbahn Kriens–Fräkmüntegg. (Bild: Pius Amnrein / Neue LZ)

Die Luftseilbahn Kriens–Fräkmüntegg. (Bild: Pius Amnrein / Neue LZ)

Hugo Bischof

Der Gemeinderat Kriens solle sich «für einen adäquaten Einheimischen-Tarif bei den Pilatus-Bahnen einsetzen, analog jenem der Gemeinde Alpnach». Das fordert die Krienser CVP-Einwohnerrätin Anita Burkhardt-Künzler in einem Postulat. Sie verweist auf den «äusserst erfolgreichen Geschäftsgang der Pilatus-Bahnen seit der Fusion der Pilatus-Bahn-Gesellschaft und der Krienseregg-Bahn im Jahr 2000». Seither habe sich der Gesamtumsatz mehr als verdoppelt; auch die Gästezahl am Berg sei mit 29 Prozent «merklich gesteigert» worden. Die zahlreicher gewordenen Bergfahrten wirkten sich auch auf das Verkehrsaufkommen und die Parkplatzsituation in Kriens aus. Burkhardt-Künzler folgert: «Wir Krienserinnen und Krienser lieben unseren Hausberg heiss und innig, aber für uns Einheimische hat dieses super Ergebnis bisher nichts gebracht.»

Alpnacher zahlen nur die Hälfte

72 Franken kostet das Ticket für eine Hin- und Rückfahrt nach Pilatus Kulm – unabhängig davon, ob man per Gondel von Kriens oder per Zahnradbahn von Alpnachstad aus fährt. Kinder und Halbtax-Abonnenten zahlen 36 Franken. Ob Krienser oder chinesischer Tourist, macht dabei keinen Unterschied. Anders ist es auf der anderen Seite des Pilatus, in Alpnach. Die Bewohner dieser Gemeinde erhalten eine Einheimischen-Vergünstigung von 50 Prozent auf den Vollpreis, allerdings nur für die Fahrt mit der Zahnradbahn. Für erwachsene Alpnacher kostet die Hin- und Rückfahrt auf Pilatus Kulm also 36 Franken, für Kinder 18 Franken.

Wer in den Genuss der Vergünstigung kommen will, muss einen Einheimischen-Ausweis vorweisen. Dieser ist für 10 Franken bei der Gemeinde Alpnach erhältlich. Er ist ein Jahr lang gültig und kann beliebig verlängert werden – für 2 Franken pro Jahr. Mit dem Alpnacher Einheimischen-Ausweis gibts auch Vergünstigungen im Skigebiet Hasliberg.

Es geht um historische Verträge

Wieso gilt für die Alpnacher ein Spezialtarif, für die Krienser auf der anderen Bergseite hingegen nicht? «In Alpnach gibt es einen alten Vertrag mit der Korporation», sagt dazu Godi Koch, Direktor der Pilatus-Bahnen. Dabei erhält die Pilatus-Bahn das Recht, über das Korporationsland zu fahren. Im Gegenzug dürfen die Alpnacher Einwohner zum halben Preis auf den Pilatus fahren. Laut Koch wird das Angebot aber nur sehr selten verlangt. Ein Grund dafür: Die Vergünstigung gilt nur für den vollen Preis. Eine zusätzliche weitere Vergünstigung für Halbtax-Inhaber gibt es nicht – entgegen einer entsprechenden Behauptung im Krienser CVP-Vorstoss.

In Kriens gibt es gemäss Koch keine solchen Korporationsverträge: «Die Luftseilbahn fährt vor allem über Land der Korporation Luzern sowie über Privatland.» Mit der Gemeinde Kriens gebe es – ausser dass Kriens einer von total über 2800 Aktionären der Pilatus-Bahnen ist – kaum Berührungspunkte. Die Gemeinde Kriens gewähre den PilatusBahnen auch keine Subventionen oder sonstige Erleichterungen, zum Beispiel attraktive Bürgschaften, wie das etwa in Engelberg der Fall sei.

Einheimischen-Tarif für Städter?

Für Godi Koch ist deshalb klar: «Es gibt keinen Grund, dass wir den Krienser Einwohnern Tarifvergünstigungen gewähren.» Immerhin zwei Einheimischen-Wochenenden gibts gemäss Koch für Krienser – eines im Mai und eines im August. Anita Burkhardt-Künzler schreibt in ihrem Postulat nur von einem, jenem Mitte August. Dieses falle mit dem Ende der Schulferien zusammen und sei deshalb für viele Familien «wenig attraktiv», kritisiert sie.

Eine Frage drängt sich auf: Weshalb haben die Stadtluzerner keine Pilatus-Einheimischen-Tarife, wenn doch die Luftseilbahn über Land der Korporation Luzern fährt? «Die Korporationsbürger Luzern profitieren tatsächlich von vergünstigten Tarifen, nicht aber die Mitglieder der Einwohnergemeinde Luzern», sagt dazu Koch. Das Gleiche gelte für die Korporationsbürger Hergiswil. «Wir zahlen Gebühren für die Überfahrt», so Koch. «Dafür handelten wir mit den Korporationen Verträge mit unterschiedlichen Bedingungen aus.»

Wann das Krienser CVP-Postulat ins Parlament kommt, ist noch offen.

Die Zahnradbahn Alpnach–Pilatus. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Die Zahnradbahn Alpnach–Pilatus. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

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