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PILATUSPLATZ: Die «Schmitte» lebt weiter

70 Schmiedezünftler gedenken der einstigen altehrwürdigen Beiz mit hehren Worten. Auch am sechsten Jahrestag gibt es einen Kranz – und einen Seitenhieb gegen den ehemaligen Baudirektor.
Hannes Bucher
Schmiedezünftler bei der Kranzniederlegung am Pilatusplatz. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 26. März 2017))

Schmiedezünftler bei der Kranzniederlegung am Pilatusplatz. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 26. März 2017))

Hannes Bucher

stadt@luzernerzeitung.ch

Noch ist die Stelle beim Pilatus­platz leer – dort, wo früher das Wirtshaus zur Schmiede stand, bis es vor sechs Jahren dem Abbruchhammer zum Opfer fiel. Im improvisierten Garten, der hier bis zur Überbauung angelegt wurde, trudelten gestern Nachmittag immer mehr Leute ein: Frauen, Männer, jüngere und ältere, bunt gemischt. Die meisten gehören zur Schmiedezunft. Diese hat nichts mit der Fasnacht am Hut. Sie wurde bei der Ustrinkete am 26. März 2011 im altehrwürdigen Wirtshaus gegründet. Ihr Ziel: das Gedenken an die «Schmitte», die Pflege der Kameradschaft in alten Beizen und die jährliche Kranzniederlegung am 26. März am ­Pilatusplatz.

Nein, am gestrigen 26. März flossen keine Tränen mehr. Es sind nun doch schon sechs Jahre vergangen seit dem Abriss des Gebäudes. Traditionsgemäss flossen Bier und Weiteres, was in den alten Beizen offensichtlich ganz besonders schmeckt.

Nostalgie und farbige Erinnerungen

Nostalgische Gefühle? «Das auf alle Fälle», sinniert der 50-jährige René Hauser. Er sei viel in die «Schmiede» gegangen. «Das war eine schöne Beiz mit Charakter. Und da hat man die Leute noch gekannt.» Nein, er habe noch keinen Ersatz gefunden. Eine bunte Krawatte umgebunden, wartet auch der pensionierte Bäcker-Konditor Bruno Wicki auf den offiziellen Akt. So viel Farbe bei einem Gedenkanlass? Nun, mit der «Schmiede» habe er eben nur farbige, fröhliche Erinnerungen. «Ja, ich vermisse sie», da sei man als Gast «noch daheim» gewesen. Bruno Wicki hofft, dass bei der künftigen Überbauung das Versprechen von 2011 eingehalten wird, dass dort zumindest wieder ein Restaurant entsteht.

Inzwischen ist das gesponserte Bier angezapft, das ebenfalls gespendete Speckbrot geschnitten – Trommelwirbel ist zu vernehmen. Der offizielle Akt naht. Der harte Kern der Schmiedezünftler ist bereits um 10 Uhr zusammengekommen und trifft nun mit wehender Zunftflagge ein. Präsident Marco «Lego» Wicki steigt auf das improvisierte Podest. «Hohe und höhere Verehrte» werden begrüsst, die «hochkarätigen Zunfträte» speziell hervorgehoben und alle «lieben Zünftler und Zünftlerinnen» willkommen geheissen. «Ein Skandal» sei es, dass der Platz nach sechs Jahren immer noch leer sei, sagt der Präsident. Sollte er dereinst überbaut werden, so müsse eine Tafel angebracht werden. «Als Erinnerung an die ‹Schmitte› und alle alten Cafés und Beizen, die das gleiche Schicksal erfahren haben.»

Dann wird der ebenfalls gesponserte Kranz feierlich niedergelegt und die neue Gedenktafel an einem Birkenbaum angebracht. Aufschrift: «Kurt-Bieder-Brache». Dies in Erinnerung an den ehemaligen Baudirektor Kurt Bieder, in dessen Amtszeit das Schicksal der «Schmiede» besiegelt wurde. Ende der Feier, und weiter geht es zum <strong>Café Rex,</strong> wiederum zu einem Abschied. Ende Woche schliesst das Lokal seine Pforten (Ausgabe vom 24. März). Dort wird der 66-jährige Luzerner Werner Lussi als Schmiedezunftmeister 2017 ausgerufen.

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