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PILATUSSTRASSE: Wie attraktiv ist die Luzerner Paradestrasse?

Beste Passantenlage, kaum Touristen-Läden: Die Pilatusstrasse bietet Topbedingungen für einheimische Detailhändler. Doch auch sie kämpfen zunehmend mit Problemen.
Sandra Monika Ziegler
Die Ladenzeile an der Pilatusstrasse (mit Blick Richtung Pilatusplatz). (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 12. September 2017))

Die Ladenzeile an der Pilatusstrasse (mit Blick Richtung Pilatusplatz). (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 12. September 2017))

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

Die Luzerner Innenstadt ist im Umbruch. Welche Folgen die Eröffnung der Mall of Switzerland in Ebikon für die Läden im Zentrum hat, bleibt abzuwarten. Bereits hat aber ein erstes Geschäft angekündigt, die Stadt Richtung Mall zu verlassen. Werfen wir einen Blick auf die Pilatusstrasse. Hier gibt es im Gegensatz zur Altstadt nur wenige Uhren- und Schmuckgeschäfte. Auch grosse Modeketten sind hier rar.

Beste Bedingungen also für einheimische Detailhändler, und dies an einer Toplage. Doch auch die Pilatusstrasse spürt den Wandel. So hat das Luzerner Schuhgeschäft Imgrüth seine Filiale, wenige Schritte vom Bahnhof Luzern entfernt, geschlossen – der Mietvertrag war ausgelaufen. Anstatt Schuhe können jetzt an diesem Ort Spirituosen, Öle und Feinkost gekauft werden – die Winterthurer Firma Vom Fass GmbH hat kürzlich eine neue Filiale eröffnet.

Zu hoher Mietzins für eine Apotheke

Ein paar Meter stadtauswärts liegt die Apotheke 13. Auch dort ist der Mietvertrag ausgelaufen und hätte neu verhandelt werden müssen. Doch mit einem höheren Mietzins wäre die Apotheke nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben gewesen. Das Geschäft, das zur Gruppe TopPharm ge­hörte, ist daher seit kurzem geschlossen. Daniela Hauser, Mitglied der Geschäftsleitung der TopPharm-Genossenschaft, bestätigt: Wegen der «massiven Veränderungen der Fixkosten» seien die Rahmenbedingungen für den Standort Pilatusstrasse nicht mehr gegeben. Der Platz Luzern sei sehr umkämpft und richte sich auf den Tourismus aus. Damit spricht Hauser die Uhren- und Schmuckgeschäfte an, aber auch die Bäckereien, welche etwa bei der Kantonalbank ein Touristenmagnet seien. Diese Entwicklung bringe jedoch eine Ausdünnung des Branchenmixes – und damit sinkende Attraktivität für ein breites Publikum, so Hauser weiter. «Unser Unternehmen ist immer in Evaluation, welche Standorte attraktiv sind und Potenzial haben.» Doch Luzern verändere sich enorm. Die Verarmung des Branchenmixes könnte die Abwanderung der einheimischen Kunden noch beschleunigen, glaubt Daniela Hauser. «Ich sehe einen Trend, dass sich das breite Publikum aufgrund des Verlustes der Vielfältigkeit in der Innenstadt auf die Shopping-Center an der Peripherie ausrichtet.»

Luzerner Modehaus baut aus

Die Räumlichkeiten der ehemaligen Apotheke an der Pilatusstrasse 13 wird die benachbarte Parfümerie Marrionnaud beziehen, wie Geschäftsführerin Margrit Castagnoli auf Anfrage bestätigt. Die Räumlichkeiten der Parfümerie übernimmt dann das Modehaus Gränicher und erweitert damit seine Verkaufsfläche. Während Gränicher mit seiner Damenmode zusätzlich am Weinmarkt in der Luzerner Altstadt ein Ladenlokal bezieht, ist Marionnaud froh, an der Pilatus­strasse bald etwas mehr Ladenfläche zu haben. Margrit Castagnoli: «Wir suchten auch schon in der Altstadt, doch die Mieten sind für Kleinbetriebe eindeutig zu hoch. Das können sich nur noch die Grossen leisten.» Für Castagnoli ist klar: Wenn die Bauarbeiten im Hirschmatt-Quartier einmal zu Ende sind, dann sei die Neustadt wieder um einiges attraktiver als die Altstadt. Umso ärgerlicher findet Castagnoli, dass in der Neustadt Parkplätze abgebaut wurden. Konnte man früher noch in einer Seitenstrasse in der Nähe der Parfümerie kurz parkieren, ist dies nun nicht mehr möglich. Das habe man am Umsatz durchaus gemerkt, sagt die Geschäftsführerin.

Den Wechsel von der teuren Altstadt an den Pilatusplatz vollzog vor zwei Jahren Gabriela Schlumpf mit ihrer Natur-Drogerie Luna. Sie ging dabei eine Kooperation mit dem Luzerner Fachgeschäft Sleepgreen von Betten Thaler ein, das in die erste Etage eingezogen ist. Die Drogerie Luna war zuvor rund 20 Jahre in der Altstadt ansäs­­sig. Gemäss Gabriela Schlumpf konnte man einen Grossteil der Stammkunden auch am neuen Ort behalten. Zudem seien neue hinzugekommen, denn die Fussgängerfrequenz am Pilatusplatz ist hoch. «Für uns ist der Wechsel sehr positiv, hier ist eine Toplage, und wir sind mitten im Leben», sagt Schlumpf. Die Mietzinse an der Pilatusstrasse seien sehr unterschiedlich. Trotzdem sei die Chance hier grösser, etwas Passendes zu finden, als etwa in der Altstadt. Die fehlenden Parkplätze seien ab und zu ein Thema bei der Kundschaft, die Grosseinkäufe tätigen wollen: «Es gibt Leute, die kommen nicht, weil es ihnen zu schwer ist, das Gekaufte mit dem ÖV nach Hause zu bringen.»

«Wer zu uns kommt, will zu uns kommen»

Deutlich weniger frequentiert ist die gegenüberliegende Seite der Pilatusstrasse, insbesondere der Teil zwischen Kantonalbank und Hotel Anker. Doch beim Schweizer Textilunternehmen Colora Seta AG, das vor einigen Monaten eine Boutique an der Nummer 34 eröffnet hat, ist man zufrieden mit dem Standort. Marketingbeauftragte Magdalena Lanz sagt: «Die Räumlichkeiten sind zahlbar und passen bestens zu unserem Konzept. Die Pilatusstrasse ist verkehrsreich, der Bus hält in der Nähe, und im Vorbeifahren lässt sich gut ein Blick auf unsere farbenfrohen Schaufenster erhaschen.» Zudem könne man Synergien mit den benachbarten Läden nutzen. Diese Vorteile zählen auch für Victor Lendof. Er betreibt an der Pilatusstrasse eine Massschneiderei: «Wer zu uns kommt, will zu uns kommen.» Die Lage der Pilatusstrasse bezeichnet Lendof als gut, die Miete als moderat.

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