PILOTPROJEKT: Betreuung: Jetzt gibts Rabatt für Geschwister

Einführung eines Geschwister­bonus und Erhöhung der Ausbildungsbeiträge für das Fachpersonal: Das sind die Neuerungen bei den Betreu­ungsgutscheinen in der Stadt Luzern.

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Szene aus der Kindertagesstätte Centralpark an der Tribschenstrasse. (Archivbild Nadia Schärli/Neue LZ)

Szene aus der Kindertagesstätte Centralpark an der Tribschenstrasse. (Archivbild Nadia Schärli/Neue LZ)

Von April bis Ende Juni 2009 hat die Stadt Betreuungsgutscheine im Wert von 570'000 Franken ausgegeben, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Davon profitierten die Eltern von 481 Kindern. Das sind rund 114 Kinder mehr als vor Beginn des Pilotprojektes.

Stärken – und Schwächen
Das Projekt wird während der ganzen Pilotphase, die drei Jahre dauert, extern evaluiert und begleitet. Interface, das Institut für Politikstudien, hat im Auftrag der Stadt die ersten drei Monate des Pilotprojektes ausgewertet. Es habe sich gezeigt, dass die Betreuungsgutscheine mithelfen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern, wie es weiter heisst.

Das Modell zeigt aber auch Schwächen, wie in einer Antwort auf eine Interpellation von Rolf Krummencher names der Sozialkommission eingestanden wird: Fünf Kindertagesstätten sowie die Tageselternvermittlungsstelle hatten vor Beginn des Pilotprojekts Subventionen der Stadt erhalten. Für diese Institutionen stelle der Systemwechsel eine besondere Herausforderung dar, weil sie sich neu eigenständiger behaupten müssen. Bis Ende Jahr 2010 soll die schrittweise Ablösung erfolgt sein. Mehr Zeit für die Umstellung wäre für die betroffenen Institutionen, die zurzeit fachlich und finanziell unterstützt werden, sicherlich hilfreich gewesen, wie es weiter heisst.

Manche bezahlen jetzt mehr
Nachteile des Systemwechsels machen sich auch bei denjenigen Eltern bemerkbar, welche bis zum Systemwechsel einen Betreuungsplatz in einer subventionierten Kita oder bei Tageseltern hatten. Es gibt darunter Fälle, welche heute mehr für die familienergänzende Kinderbetreuung aufwenden müssen als früher, da die Gesamtsumme der Unterstützungsleistungen mit dem neuen System auf mehr Familien verteilt wird. Bei diesen Eltern werden ebenfalls individuelle Übergangslösungen bis maximal Ende 2010 geleistet.

Zudem zeigte sich – wie es in der Medienmitteilung weiter heisst –, dass bei Familien mit zwei oder mehreren Kindern, bei denen beide Elternteile arbeiten, eine externe Kinderbetreuung finanziell sehr belastend sein kann. Daher wird auf 2010 ein Geschwisterbonus eingeführt. Das erste Kind erhält den ordentlichen Betrag. Das zweite und jedes weitere Kind erhält zusätzlich einen Bonus von zehn Franken pro Tag in einer Kita respektive einen Franken pro Stunde bei den Tageseltern.

Grösserer Ausbildungsbeitrag
Zudem werden auf 2010 die Ausbildungsbeiträge für Kindertagesstätten und die Tageselternvermittlung in der Stadt Luzern um 2000 auf 10'000 Franken pro Ausbildungsplatz erhöht. Damit kann dem erhöhten Bedarf an Fachpersonal noch besser Rechnung getragen werden, wie es weiter heisst.

scd

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