PILOTPROJEKT: Die Kinderbetreuung soll optimiert werden

Der Stadtrat will die Einführung von Betreuungs­gutscheinen für Kinder im Vorschulalter prüfen. Diese können bei allen Kindertagesstätten der Stadt und der angrenzenden Gemeinden für die Betreuung ihrer Kinder engelöst werden.

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Blick in die Kindertagesstätte Centralpark in Luzern. Die Lernende Sarah Brändli betreut die Kinder. (Archivbild Nadia Schärli/Neue LZ)

Blick in die Kindertagesstätte Centralpark in Luzern. Die Lernende Sarah Brändli betreut die Kinder. (Archivbild Nadia Schärli/Neue LZ)

Die Erziehungsberechtigten in der Stadt Luzern – und ab 2010 auch der heutigen Gemeinde Littau – sollen Betreuungsgutscheine für ihre Kinder im Alter von vier Monaten bis zum Kindergarteneintritt erhalten. Die Gutscheine können bei allen anerkannten Kindertagesstätten und Tageseltern der Stadt und der angrenzenden Gemeinden eingelöst werden.

Betreuungsgutscheine sind fairer
Für den Stadtrat überwiegen die Vorteile der Betreuungsgutscheine gegenüber der heutigen Lösung. Heute sind in der Stadt Luzern 135 von 403 Betreuungsplätzen subventioniert. Von diesen Subventionen profitieren nur die Eltern, die einen Betreuungsplatz in einer Kindertagesstätte mit Leistungsvertrag haben. Jene Eltern, deren Kinder in einer Kindertagesstätte ohne Leistungsvertrag betreut werden, zahlen heute die Vollkosten.

Mit den Betreuungsgutscheinen können alle Eltern aus der Stadt Luzern, die einen Betreuungsplatz haben, von einer Subventionierung profitieren und auch die Kindertagesstätte selber wählen, wie die Stadt Luzern mitteilt.

Im heutigen System ist das Erwerbspensum der Eltern nicht berücksichtigt. Auch das soll sich ändern. Dazu wurde ein Modell gewählt, das den Anspruch auf Betreuungsgutscheine vom Erwerbspensum und die Höhe des Gutscheinbetrags vom Erwerbseinkommen abhängig macht. Damit kann das Ziel erreicht werden, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern.

Gutscheintarife stehen noch nicht fest
Im Bericht und Antrag vom Januar 2008 hat der Grosse Stadtrat 100 weitere subventionierte Betreuungsplätze genehmigt. Zudem hat er den gesetzlichen Rahmen für den Pilotversuch geschaffen. Weiter unterstützt der Bund das Pilotprojekt mit einem Drittel der Gesamtkosten der Betreuungsgutscheine. Die Höhe der Gutscheintarife, über welche der Grosse Stadtrat in Zukunft die Gesamtkosten der familienergänzenden Kinderbetreuung im Vorschulalter steuern kann, ist noch nicht entschieden.

Bis zur Verabschiedung des Systemwechsels durch den Grossen Stadtrat im Herbst 2008 sind noch inhaltliche und verwaltungstechnische Fragen zu klären. Die Kindertagesstätten sowie die Tageseltern werden in diesen Prozess einbezogen. Das Pilotprojekt wird frühestens im Frühling 2009 starten.

scd