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Polizei erwischt in Sörenberg mehrere Pilzsammler mit zu grossen Mengen

Wer zu viele Pilze pflückt, muss mit einer saftigen Busse und Anzeige rechnen. Die Luzerner Polizei hat im Gebiet Sörenberg bereits über 30 Kilogramm Pilze beschlagnahmt – und etwas Interessantes entdeckt.
Susanne Balli
Ein Pilzsammler mit einem schönen Exemplar eines Steinpilzes. (Bild: Boris Bürgisser; Fräkmüntegg, 20. September 2018)

Ein Pilzsammler mit einem schönen Exemplar eines Steinpilzes. (Bild: Boris Bürgisser; Fräkmüntegg, 20. September 2018)

Die Luzerner Polizei hat am letzten Wochenende einen Pilzsammler ertappt, der statt der erlaubten 2 Kilogramm insgesamt 13 Kilo Pilze dabei hatte. Dabei handelte es sich um einen 41-jährigen Italiener. Er ist nicht der Einzige. Auch am Wochenende zuvor kontrollierte die Polizei Pilzsammler und stiess auf mehrere Personen, die mit einer zu grossen Ausbeute unterwegs waren.

Kontrolliert wurde unter anderem im Gebiet Städeli in Flühli. «Es waren unmittelbar nach den Schontagen zahlreiche Pilzler im Entlebuch unterwegs», sagt Simon Kopp, Informationsbeauftragter der Staatsanwaltschaft, auf Anfrage. Die Polizei war zwischen 8 und 12.30 Uhr auf ihrem Kontrollgang. «Viele Pilzler haben sich an die Gewichtslimite gehalten. Insgesamt mussten aber 10 Personen zur Anzeige gebracht werden», so Kopp.

Die Polizei beschlagnahmte 22 Kilogramm Pilze, die unerlaubterweise gepflückt wurden. «Aufgefallen ist, dass in diesen Fällen knapp die Hälfte der kontrollierten Personen, die zu viele Pilze mit sich führten, aus Italien stammten», so Kopp. Die anderen verzeigten Personen kamen laut Kopp aus den Kantonen Luzern, Bern, Solothurn und Aargau.

Pilzler mit Stirnlampen und Depos

Ist es ein Zufall oder gibt es im Kanton Luzern einen «Pilztourismus» aus Italien? Peter Brunner, Präsident des Pilzvereins Hochdorf, sagt dazu: «Das war in unserem Verein kürzlich ein Thema. Es wird immer wieder beobachtet, dass Italiener in kleinen Bussen anreisen und dann alles abgrasen, was sie finden.» Brunner vermutet, dass dies bereits Richtung organisiertes und gewerbsmässiges Sammeln geht, was in Luzern und vielen anderen Kantonen verboten ist.

Es gebe auch Pilzler, die in den frühen Morgenstunden mit Stirnlampen unterwegs seien, um die Pilze in der Dämmerung besser zu erkennen. «Dann gibt es jene Sammler, die ihre Pilze an einem Ort deponieren und weiter sammeln, damit sie nicht erwischt werden», so Brunner. Er hat kein Verständnis für ein solches Verhalten. «Man sollte Freude haben an dem, was erlaubt ist, und den Rest für die anderen stehen lassen.»

Steinpilze derzeit häufig anzutreffen

Mass zu halten ist derzeit besonders gefragt. Während es in den trockenen Sommermonaten pilzmässig dürftig aussah, schiessen sie seit ein paar Wochen regelrecht aus dem Boden. Besonders häufig sind derzeit unter anderen die beliebten Steinpilze anzutreffen. Im «Sammelrausch» werden rasch zu viele Pilze gepflückt, zumal ein ausgewachsener Steinpilz gut und gerne mehrere hundert Gramm wiegt. Sollen Pilzler darum eine Waage mit sich führen? Peter Brunner verneint dies, zumindest für sich: «Ein geübter Pilzsammler weiss aus Erfahrung, wann das Limit erreicht ist. Dazu braucht es keine Waage.»

Wer dennoch zu viele Pilze nimmt, für den kann es rasch teuer werden. «Man muss mit einer Anzeige rechnen und Verfahrenskosten von mehreren Hundert Franken zahlen. Dazu kommt eine Busse, die davon abhängt, wie viele Kilogramm zu viel gepflückt wurden», sagt Simon Kopp. Falls mehr als 6 Kilogramm zu viel an Pilzen mitgenommen wurden, entscheide der Staatsanwalt über die Höhe der Busse.

Die Luzerner Polizei beschlagnahmt überschüssige Pilze. Kopp: «Sie werden unkontrolliert an ortsansässige Restaurants und Lebensmittelproduzenten für 15 Franken pro Kilogramm weiterverkauft. Der Erlös kommt in die Staatskasse.» Zum Teil verschenkt die Polizei die Pilze auch an hilfstätige Organisationen. Die Bevölkerung schätze die Kontrolle durch die Polizei, so Kopp.

Im Kanton Luzern liegt die Mengenbegrenzung bei 2 Kilo pro Tag und Person. Zudem sind vom 1. bis zum 7. Tag jeden Monats Schontage; das Pflücken von Pilzen ist während dieser Zeit verboten.

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