Piraten starten Konfetti-Angriff

Nena-Konzert und Schneckenpost: Die Horwer rechneten gestern mit ihrem Gemeinderat und der Post ab - zum Vergnügen der 5500 Umzugsbesucher.

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Die Guggenmusik Smürfer Spätzinder mit dem Thema «Verfluchte Karibik». (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Die Guggenmusik Smürfer Spätzinder mit dem Thema «Verfluchte Karibik». (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Instinktiv weicht der Pirat Loris Kaufmann (5) einen Schritt zurück, als die «Vergessenen Seelen» der Guuggenmusig Rasselbandi vorbeischreiten, gfürchige Masken, Kirche und Sarg im Schlepptau. «Sind die echt?», fragt er. Doch der grosse Cousin Robin Kaufmann (6), seines Zeichens ebenfalls Pirat, weiss es besser. Bald schon starten die beiden mit Händen voller Konfetti zum Gegenangriff.

Die Trottoirs entlang der Umzugsstrecke in Horw waren gestern gesäumt von Prinzessinnen, Drachen, Pippi Langstrumpf und Punkern. «Es ist erfreulich, dass dieses Jahr so viele Kinder dabei sind», sagt Herold Gustav Bader, der als alt Eglivater mitmarschierte. Ob das daran liegt, dass der Bonbonregen in Horw noch üppiger ist als anderswo, wie Insider behaupten, bleibt offen.

Bild: Pius Amrein/Neue LZ
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LFK und LMF im VIP-Zelt

Nicht nur die Kinder kamen auf ihre Kosten. «Aufgrund der Weinmenge, die wir am Umzug ausgeschenkt haben, schätze ich die Zuschauerzahl auf rund 5500», sagt Bader. Besonders freut er sich darüber, dass das Luzerner Fasnachtskomitee (LFK) und die Luzerner Maskenfreunde (LMF) erstmals mit dabei waren. «Sie haben den Umzug im VIP-Zelt des Eglivaters mitverfolgt», verrät Bader.

Den beiden Schwägerinnen Sandra (39) und Esther (43) Kammermann aus Horw haben vor allem die aktuellen Sujets mit Lokalkolorit gefallen. So nahm etwa das Turnerchörli Horw das von der Gemeinde organisierte Nena-Konzert auf die Schippe: «50 000 Schtei verschänkt, was het dä Gmeindrat dänkt?» Die Ennethorwer Narren machten sich mit ihrer Schneckenpost über das neue Verteilsystem der Post lustig. Die Guuggenmusig Sompfrochle marschierte mit Verweis auf die Aussichtsinitiative unter dem Motto: «Die Hecke fällt! Freie Sicht für alle Horwer!» und bot gleich den zugehörigen Baumschneideservice an. «Der Horwer Umzug wird von Jahr zu Jahr besser», sind Sandra und Esther Kammermann überzeugt.

Gleich zwei Guuggenmusigen marschierten mit dem Song «Dirty Old Town» im Umzug. Ob auch dies als politisches Statement gedacht war?

Barbara Inglin