Pizza, Kaffee, Mezze: Das wird im Himmelrich in Luzern kulinarisch geboten

Am Samstag wird die Himmelrich-Überbauung in der Stadt Luzern feierlich eröffnet. Gleichzeitig öffnen auch die ersten Restaurants. Im «Petrus» bereiten bekannte Gesichter unbekannte Gerichte zu.

Jonas von Flüe und Stefan Dähler
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Die Baustelle wird von Tag zu Tag kleiner, das Restaurant nimmt von Tag zu Tag mehr Form an. Am Samstag wird in der neuen Himmelrich-Überbauung der Allgemeinen Baugenossenschaft Luzern (ABL) das Restaurant & Café Petrus eröffnet. Im 350 Quadratmeter grossen Lokal an der Ecke Himmelrich-/Claridenstrasse sind Küchenchef Sidney Waldispühl und Betriebsleiterin Petra Stöckli für das Wohl der Gäste zuständig.

Das «Petrus» ist der neueste Streich in der Erfolgsgeschichte von «Pastarazzi». 2012 haben die Obwaldner Köche Markus Hurschler und Benito Omlin in Sarnen mit ihrer Pastaproduktion begonnen. Über die Jahre sind Filialen in Stans, Luzern und Basel dazugekommen. Längst sind ihre selbstgemachten Ravioli legendär.

«Im Petrus wollen wir nun neue Wege gehen», sagt Mitinhaber Oliver Lau, der für die Inneneinrichtung zuständig ist. Denn «Petrus» ist mehr als nur Ravioli, das Angebot vielseitiger. Herz der Küche ist ein Holzofen, in dem Pizza nach neapolitanischer Art gebacken werden. Lau erklärt: «Der Teig geht drei Tage, so wird die Pizza luftiger.»

(Bild: PD)

(Bild: PD)

Weil der neue Ofen erst diese Woche in Betrieb genommen werden konnte, ist die Karte noch überschaubar: Vier Vorspeisen, fünf Pizzen und fünf Hauptgänge stehen drauf. Zum Beispiel «Vierwald-Balchen»: Balchen, hausgemachte Tagliatelle, Fenchel, Orange, Kräuterpesto. Oder Brasato: Rindsschmorbraten mit Polenta. Nicht fehlen dürfen natürlich die bekannten Ravioli mit Salbeibutter und täglich wechselnde Mittagsmenüs.

Warum hat das neue Lokal auch einen neuen Namen? «Petrus ist vom Himmelrich abgeleitet. Das Restaurant hat ein anderes Konzept und ein anderes Aussehen als unsere bisherigen Lokale», sagt Lau. Das Restaurant ist im September von Mittwoch bis Sonntag geöffnet, ab Oktober täglich. Dann soll auch das Menü erweitert werden. 

Kaffeekranz öffnet später

Der Kaffee für den Cafébereich kommt gleich von nebenan, vom «Kaffeekranz». Patrick Lüthold und Florian Junker, die Pendler mit ihrer mobilen Kaffeebar in der Bahnhofunterführung frühmorgens mit der nötigen Portion Koffein versorgen, werden an der Claridenstrasse sesshaft. Wann das «Kaffeekranz» allerdings auf geht, ist noch unklar. Zum einen kam es bekanntlich zu baulichen Verzögerungen, zum anderen sind die beiden momentan mit Messen und Kongressen stark ausgelastet. 

In ihrem Lokal wollen sie qualitativ hochwertige Produkte anbieten, die vor Ort konsumiert oder mitgenommen werden können, wie Junker erklärt: «Das beginnt mit dem selbst gerösteten Kaffee und endet bei einer rein biologischen Weinkarte.» Auch eine Schaurösterei ist geplant.

Im «Majorelle» gibt's Mezze und Tajine

An der Ecke Bundes-/Himmelrichstrasse geht es orientalischer zu und her. Younes El Kinani und sein Team kombinieren im Restaurant Majorelle traditionelle marokkanische Gerichte mit modernen Einflüssen. Es gibt eine grosse Auswahl an veganen, vegetarischen und fleischhaltigen Mezzes, täglich wechselnde Mittagsmenüs, abends frisch zubereitete Tajines (Schmorgerichte) und am Wochenende ein marokkanisch-orientalisches Frühstücksangebot.

Das Majorelle öffnet ebenfalls erstmals am Samstag. Ab dem 10. September ist das Lokal jeweils von Dienstag bis Sonntag geöffnet. 

Alle Lokale und fast alle Wohnungen sind vermietet

Der Vermietungsstand in der Siedlung Himmelrich 3 ist übrigens sehr gut. Die Gewerbeflächen seien alle vergeben, wie die ABL mitteilt. Neben den erwähnten Gastro-Betrieben gibt es unter anderem einen Denner, einen Optiker, Süssgebäck, Design und Kunsthandwerk. Weiter sind Institutionen aus dem Bereich Soziales und Gesundheit wie Vicino, die städtische Spitex, ein Orthopäde und die Stiftung Contenti vor Ort. Letztere bietet vier Clusterwohnungen für 20 Leute mit Beeinträchtigung an. Für das Projekt hat sie 3,2 Millionen Franken Spendengelder gesammelt, es fehlen noch 800'000 Franken, wie die Stiftung mitteilt. 

Auch bei den Wohnungen ist der Vermietungsstand sehr gut. Noch vier der 179 Wohnungen sind gemäss ABL frei. Einige Arbeiten sind aber nach wie vor noch in Verzug. Mehrere Ladenlokale sind noch nicht ganz fertiggestellt. Die Gemeinschaftsräume werden in Absprache mit den Bewohnern noch eingerichtet, so die ABL. An der Himmelrichstrasse führt die Stadt Arbeiten aus. Abgeschlossen ist der Umbau des Bleichergärtlis inklusive neuem Spielplatz. Die Kosten von 650'000 Franken teilen sich ABL und Stadt, wie Letztere mitteilt. Hier ein Bild vom neuen Bleichergärtli:

(Quelle: Stadt Luzern)

(Quelle: Stadt Luzern)

Eröffnungsfest am Samstag

Von 12 bis 17 Uhr findet am Samstag das offizielle Eröffnungsfest der Himmelrich-Überbauung statt. In 16 Lokalitäten, auf der Dachterrasse, in den Strassen und im umgestalteten Bleichergärtli gibt es viel zu entdecken: Petrus, Kaffeekranz und Majorelle sorgen für die Kulinarik und einige Bands, Jodlerformationen und DJs für Musik. Das Programm umfasst zudem Spiel, Tanz und diverse Workshops für Kinder und Erwachsene. Mehr Infos gibt es hier.