Pläne für attraktiveres Krienser Zentrum kommen gut an – doch Parlament sieht Probleme bei der Umsetzung

Der Krienser Einwohnerrat hat am Donnerstag das Entwicklungskonzept für die Luzerner- und Obernauerstrasse behandelt. Dieses dürfe nun nicht zum «Papiertiger» werden, mahnten mehrere Parteien.

Stefan Dähler
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Die Luzernerstrasse in Kriens im Gebiet Dorfplatz/Zentrum Pilatus.

Die Luzernerstrasse in Kriens im Gebiet Dorfplatz/Zentrum Pilatus.

Bild: Nadia Schärli (14. Oktober 2019)

Das Entwicklungskonzept für die Luzerner- und Obernauerstrasse enthält eine Vielzahl an Ideen dazu, wie das Gebiet entlang der Krienser Hauptachse aufgewertet werden könnte. Am Donnerstag behandelte der Einwohnerrat das Konzept. Dieses kam im Grossen und Ganzen gut an und wurde ohne Schlussabstimmung zur Kenntnis genommen.

«Nach zahlreichen Konzepten zu Luzern Süd widmen wir uns endlich wieder mal dem historischen Dorfkern», sagte Daniel Rösch (FDP). Alle Parteien betonten, dass Handlungsbedarf bestehe, um die Attraktivität des Gebiets entlang der Hauptstrasse zu steigern. Diverse Ansätze des Konzepts, etwa die Stärkung des Dorfplatzes, eine mögliche Verschiebung des Einkaufszentrums Schappe Center in Richtung Zentrum oder die Gründung eines Zentrums-Quartiervereins wurden positiv erwähnt.

Finanzen als Stolperstein?

Es gab auch von allen Seiten mahnende Worte. Angesichts der hohen Kosten für die Erstellung des Konzepts, die Rede war von 150'000 Franken, dürfe dieses nicht zum Papiertiger werden. Doch genau diese Gefahr bestehe. «Es fehlt uns derzeit jegliche finanzielle Kraft zur Umsetzung», mahnte Martin Zellweger (SVP). Peter Stofer (Grüne) erwähnte, dass es ein erster Schritt wäre, betroffene Grundeigentümer zu informieren, denn letztendlich seien ja auch diese gefragt, um Massnahmen aus dem Konzept umsetzen. Als Beispiel nannte Bettina Gomer (SP) die Umgestaltung des Bell-Areals.

Als einzige Partei plädierte die CVP für eine negative Kenntnisnahme des Konzepts. «Dieses enthält zwar gute Ansätze, doch es ist zu unverbindlich, es gibt keine messbare Zielsetzung», sagte Andreas Vonesch. Weiter kritisierte er, dass das Konzept kaum Aussagen zum Verkehr enthalte.

«Wer keine Visionen hat, muss sich nicht wundern, wenn man nirgends hinkommt», sagte dagegen Stadtpräsidentin Christine Kaufmann. «Wir werden uns dafür einsetzen, dass man vieles umsetzen kann – natürlich mit Einbezug der Parteien.»

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