PLAN LUMIÈRE: Zeughaus neu in Szene gesetzt

Mit dem Zeughaus wird ein weiteres historisches Gebäude neu ­beleuchtet. Auch die Tauben sollen davon profitieren.

Yves Portmann
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Im Zuge des Plan Lumière wird Oliver Allemann von der EWL das alte Zeughaus neu beleuchten. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Im Zuge des Plan Lumière wird Oliver Allemann von der EWL das alte Zeughaus neu beleuchten. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Imposant thront das ehemalige Zeughaus an der Museggstrasse 37 über dem Mühlenplatz. Jetzt wird das markante Gebäude gemäss dem städtischen Plan Lumière ins rechte Licht gerückt (siehe Box). «Das ehemalige Zeughaus ist für das Stadtbild von hoher Relevanz», sagt Stadtarchitekt Jürg Rehsteiner. «Das Gebäude befindet sich an einer prägnanten und prominenten Lage vor der Museggmauer und prägt das Stadtbild mit. Das ehemalige Zeughaus sticht ähnlich ins Auge wie das Suva-Gebäude.» Das Gebäude auf der Fluhmatt ist seit Juni in der Nacht beleuchtet (Ausgabe vom 14. Juni).

Dia-Methode verhindert Streulicht

Für die Umsetzung der Beleuchtung ist Energie Wasser Luzern (EWL) zuständig. Oliver Allemann, Leiter Auftragsbau bei der EWL, erklärt, wie das alte Zeughaus dereinst illuminiert werden soll: «Das Licht wird mittels spezieller Projektoren exakt auf das Gebäudes ausgerichtet.» Diese Beleuchtungsmethode verursache kein Streulicht und ermögliche eine optimale Gleichmässigkeit der Lichtverteilung. Diese Methode mit einer Maske – ähnlich einem Dia – bietet zudem einen weiteren Vorteil: «Durch gezielten Schatten können wir auf die Brut- und Nistplätze von Vögeln Rücksicht nehmen.» Beim ehemaligen Zeughaus gibt es im Dachbereich Taubenschläge. «So profitieren auch die Tauben von der speziellen Beleuchtung und behalten in der Nacht ihre gewohnte Dunkelheit.»

Um die Lichtprojektoren wunschgemäss installieren zu können, hat die Stadt ein Baugesuch für zwei Masten eingereicht. Die Einsprachefrist für das Bauprojekt ist nun abgelaufen. «Es sind keine Einsprachen eingegangen, und das normale Vernehmlassungsverfahren ist am Laufen», sagt Rudolf Zihlmann, Sachbearbeiter Baugesuche. Bis das Gebäude, welches aktuell von der Pädagogischen Hochschule Luzern genutzt wird, in neues Licht getaucht wird, dauert es gemäss Oliver Allemann aber noch einige Monate: «Anfang 2014 soll das ehemalige Zeughaus in neuem Licht erstrahlen.» Die Kosten sind Bestandteil des Rahmenkredits des Plan Lumière und betragen für das ehemalige Zeughaus ungefähr 68 000 Franken.

Übrigens brennt die Beleuchtung nicht die ganze Nacht: Nach 23 Uhr wird jeweils der Stecker gezogen.

Neues Licht für historische Gebäude

Vom Plan Lumière sind verschiedene Teilprojekte bereits realisiert worden. «Das Rathaus, die Museggtürme, der Wasserturm, die Jesuitenkirche und das Luzerner Theater leuchten in der Nacht bereits gemäss dem Beleuchtungskonzept», sagt Allemann von der EWL. Auch sei der Plan Lumière an diversen Plätzen, Strassen und Gassen bereits umgesetzt.

«Als Nächstes nehmen wir die Planung zur Anpassung oder Erneuerung der Beleuchtung der Hofkirche, des alten Bahnhof-Torbogens, des historischen Museums sowie des Natur-Museums in Angriff», erklärt Allemann das weitere Vorgehen. Sämtliche Arbeiten – auch an weiteren Plätzen und Gassen im Bereich der Altstadt – sollen Ende 2015 umgesetzt sein.

Kapellbrücke wird beleuchtet

Die Kapellbrücke ist, im Gegensatz zum Wasserturm, nicht Bestandteil des Plan Lumière. Die Interessengemeinschaft Inszenierung Kapellbrücke/Wasserturm setzt sich dafür ein, dass das bekannteste Luzerner Wahrzeichen – speziell in den Abendstunden – besser zur Geltung kommt. Zu diesem Zweck hat die IG vor wenigen Tagen einen Wettbewerb lanciert. «Wir laden Projektteams aus der ganzen Welt ein, Ideen zur Inszenierung von Kapellbrücke und Wasserturm einzureichen», sagt Vorstandsmitglied Christof Wicki. Die Beleuchtung soll zum Plan Lumière passen, sei aber als «spezielles und ergänzendes Projekt» ausserhalb des städtischen Lichtkonzepts zu verstehen. Die Vorqualifikation dauert bis am 22. November. Mindestens sieben Teams werden anschliessen zum Ideenwettbewerb eingeladen. Gemäss der Ausschreibung liegt die Investitionssumme bei ungefähr 1,2 Millionen Franken.

So erstrahlt Luzern in neuem Licht

Das Stadtluzerner Stimmvolk hat das Beleuchtungskonzept Plan Lumière 2008 mit 57,75 Prozent gutgeheissen. Um die Stadt in ein dezenteres Licht zu rücken, investiert die Stadt rund 8 Millionen Franken. Das Konzept sieht vor, Streulicht und Blendung möglichst zu vermeiden und eine atmosphärische Beleuchtung zu schaffen. Dadurch soll Luzern abends wirkungsvoller zur Geltung kommen.

In Bezug auf die Sehenswürdigkeiten sieht der Plan Lumière vor, bedeutende Objekte so anzustrahlen, dass die beleuchteten Bauwerke zu nächtlichen Orientierungspunkten werden.