PLANAUFLAGE: Wildtierquerung unter der Autobahn A2 bei Knutwil

Mit der geplanten Instandsetzung des Autobahnabschnitts zwischen Reiden und Sursee werden auch für 11 Millionen Franken Massnahmen zugunsten der Umwelt umgesetzt. Für die Wildtiere wird in Knutwil eine Querung der Autobahn gebaut, zudem wird eine Strassenabwasserbehandlungsanlage erstellt.

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Eine Unterführung bei der A2 in Knutwil soll Wildtieren das Queren der Autobahn ermöglichen. (Bild: Google Maps)

Eine Unterführung bei der A2 in Knutwil soll Wildtieren das Queren der Autobahn ermöglichen. (Bild: Google Maps)

Das Bundesamt für Strassen (Astra) plant im Autobahnabschnitt Reiden bis Sursee Instandsetzungsmassnahmen, welche die Betriebssicherheit der Gesamtanlage für weitere 15 bis 20 Jahre gewährleisten. Als Eigentümer der Nationalstrassen ist das Astra zudem für die Umsetzung der rechtlichen Vorschriften, welche die Nationalstrasse betreffen, verantwortlich.

Aufgrund des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz und in Abgleich mit dem kantonalen Richtplan besteht eine Verpflichtung, Wildtierkorridore (WTK) zu sanieren und Querungshilfen für Wildtiere zu erstellen. Die bedeutendsten Verbindungen zwischen den Populationsräumen sollen naturgerecht erhalten und nach Möglichkeit wildtierbiologisch aufgewertet werden, heisst es in einer Medienmitteilung des Astra vom Mittwoch.

Im Bereich Uffikon–Knutwil besteht ein Wildtierkorridor von überregionaler Bedeutung, welcher in Nord-Südrichtung quer zur A2 im Bereich Eriswilergraben auf einem Damm verläuft. An dieser Stelle kann die Querung der Autobahn mittels einer Wildtierunterführung optimal erreicht werden. Mit der Querungsmöglichkeit soll im Nahbereich der A2 der Riedwald mit dem Eichbüel verbunden und damit die Verbindungsachse vom nördlich der Autobahn gelegenen Firstwald/Brandwald zum Hächlerewald (südlich) wieder hergestellt werden.

Die vorgesehene Unterführung hat eine nutzbare Breite von 32 Metern und eine überspannte Länge von ebenfalls ca. 32 Metern. Die lichte Höhe beträgt 5,5 Meter. Der aktuell eingedolt geführte Bach wird neu offen durch die Unterführung geleitet.

Anpassung der Autobahn-Entwässerung

Um die Vorgaben des Gewässerschutzes umzusetzen, ist mit der Instandsetzung des Trassees der Autobahn A2 im Abschnitt Uffikon–Sursee auch eine Anpassung der Entwässerung und der Ersatz bestehender Ölrückhaltebecken durch Strassenabwasserbehandlungsanlagen (Saba) vorgesehen. Die Einzugsgebiete werden je nach topografischen Verhältnissen zusammengefasst, so dass möglichst wenig neue Anlagen erstellt werden müssen. Das im Bereich des WTK Knutwil liegende Ölrückhaltebecken Eriswilergraben soll durch ein Absetzbecken und ein schilfbepflanztes Sandfilterbecken ersetzt werden. Das gereinigte Strassenabwasser wird wie bis anhin dem Vorfluter Eriswilergraben und anschliessend dem Hürnbach zugeführt.

Die Realisierung des WTK und der Saba sind – zusammen mit der Instandsetzung zwischen Uffikon und Sursee – von 2018 bis 2020, diejenige zwischen Reiden und Uffikon für 2021 geplant. Die Kosten für den WTK belaufen sich auf 8,4 Millionen Franken, diejenigen für die Saba Eriswilergraben auf 2,6 Millionen Franken. Die Instandsetzung das Autobahnabschnitts Reiden–Sursee ist mit rund 130 Millionen Franken veranschlagt.

pd/zim

Hinweis
Das Projekt WTK Knutwil und Saba Eriswilergraben, einschliesslich des Rodungsdossiers, liegt während der gesetzlichen Frist von 30 Tagen vom 23. Januar bis 21. Februar bei folgenden Amtsstellen während den ordentlichen Bürozeiten zur öffentlichen Einsichtnahme auf:  Kanton Luzern, Dienststelle Raum und Wirtschaft, Murbacherstrasse 21, Luzern. Gemeindekanzlei Dagmersellen, Obere Kirchfeldstrasse 4, Dagmersellen. Gemeindekanzlei Knutwil, Büelstrasse 3, Knutwil.