Pläne für neue Arztpraxis in der Gemeinde Hildisrieden

Eine Gemeinschaftspraxis soll die Gesundheitsversorgung in Hildisrieden sichern. Noch gibt es einen Knackpunkt.

Roseline Troxler
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Cornel Raess hat betreibt bereits in der Gemeinde Hitzkirch eine Gemeinschaftspraxis.

Cornel Raess hat betreibt bereits in der Gemeinde Hitzkirch eine Gemeinschaftspraxis.

Bild: Philipp Schmidli (16. Oktober 2018)

Hausärzte sind auf der Luzerner Landschaft zunehmend rar. Glücklich schätzen kann sich Hildisrieden. Über mehrere Generationen und seit Jahrzehnten hat die Familie Rimensberger die medizinische Grundversorgung in der Gemeinde sichergestellt. Urs Rimensberger hat nun aber angekündigt, dass er in den nächsten Jahren seine Tätigkeit als Hausarzt beenden wird. Er hat sich daher an Cornel Raess gewendet. Der allgemein praktizierende Arzt leitet die Gemeinschaftspraxis in Hitzkirch und baut derzeit eine weitere in Eschenbach auf. Zudem entsteht auf seine Initiative hin ein medizinisches Zentrum in der Gemeinde Hochdorf.

Cornel Raess will nun auch die medizinische Grundversorgung in Hildisrieden sichern. Im Gebiet Waldmatte, gleich beim Kreisel im Dorfzentrum, soll in einem vier- bis fünfstöckigen Gebäude eine Gemeinschaftspraxis gebaut werden. Der Arzt aus Hitzkirch erklärt: «Im Erdgeschoss soll eine Gemeinschaftspraxis für Allgemeinmedizin mit sechs Sprechzimmern entstehen. Im ersten Stock ist eine unabhängige Physiotherapie geplant. Ausserdem sollen im Gebäude mehrere Wohnungen Platz finden.» Die Fläche der Praxis beträgt laut Raess gut 400 Quadratmeter.

Mehrere Einsprachen sind eingegangen

Das geplante Projekt soll privat finanziert werden. Cornel Raess rechnet mit Investitionskosten für die Gemeinschaftspraxis von rund 1,2 Millionen Franken für den Innenausbau und die Einrichtung mit den medizinischen Geräten.

Gemeindepräsidentin Monika Emmenegger (CVP) betont die Bedeutung des Projekts für die Gemeinde:

«Es ist wichtig, dass wir die ärztliche Grundversorgung sichern können. Sie ist mitentscheidend für unsere Attraktivität als Wohngemeinde.»

Laut Monika Emmenegger geniesst Urs Rimensberger über die Gemeindegrenze hinaus ein grosses Netzwerk, von welchem die neue Gemeinschaftspraxis profitieren könnte.

Das Baugesuch sowie die Änderung des Gestaltungsplans lagen bis vor kurzem bei der Gemeinde Hildisrieden auf. Gegen das Projekt sind laut der Gemeinde mehrere Einsprachen eingegangen. «Die Einsprachen betreffen vor allem die Zufahrt zum Gebäude, welche über die Waldmatte geschehen soll. Die Anwohner erwarten dadurch Mehrverkehr», sagt Monika Emmenegger. Aktuell laufe das Prüfverfahren, in welchem die Einsprachen behandelt würden. Zum weiteren Zeitplan kann die Gemeindepräsidentin derzeit noch keine Auskunft geben.

Cornel Raess hofft, dass die Einsprachen bald bereinigt werden können. «Unser Ziel ist es, die Praxis im Frühling oder Sommer 2021 in Betrieb zu nehmen.» Gespräche mit interessierten Ärzten würden laufen. Raess geht davon aus, dass zu Beginn rund 200 Stellenprozent für Ärzte vorgesehen sind, aufgeteilt auf drei Ärzte in Teilzeit.

Zusammenarbeit mit medizinischem Zentrum

Geplant ist eine enge Zusammenarbeit der künftigen Gesundheitspraxis mit dem medizinischen Zentrum in Hochdorf, das sich derzeit im Bau befindet. Es soll im Herbst 2020 seine Türen öffnen. In Hochdorf ist auf drei Stockwerken von insgesamt fast 1200 Quadratmetern neben der Hausarztmedizin auch eine Art Permanence für Notfälle geplant, zudem werden dort diverse Spezialisten tätig sein. Durch einen Chirurgen soll auch eine Praxis-OP betrieben werden. Raess ergänzt: «Alle vier Gemeinschaftspraxen im Seetal arbeiten eng zusammen, etwa beim Notfalldienst, bei der Fortbildung, beim Einkauf oder bei der Qualitätssicherung, und helfen sich bei Bedarf personell aus.» Jede Praxis bleibe aber eigenständig und werde einzeln als Aktiengesellschaft betrieben.

Nicht nur für die Einwohner von Hildisrieden und Umgebung soll die neue Gemeinschaftspraxis attraktiv sein, sondern auch für die Angestellten, ist Cornel Raess überzeugt: «Ärzte können von einer gemeinsamen modernen Infrastruktur profitieren, Teilzeit arbeiten, haben einen interessanten Austausch mit ihren Kollegen, einen gut geregelten Notfalldienst und können mit der Zeit durch die Übernahme von Aktien auch zum Inhaber werden.»