Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

PLANUNG: In Kriens soll eine «produktive Stadt» entstehen

Die Zukunft des Andritz-Areals war lange ungewiss. Nun kommt Bewegung in die Sache. Die Gemeinde hat einen Gestaltungswettbewerb lanciert.
Stefan Dähler
Bild: Grafik LZ

Bild: Grafik LZ

Räume für Kleingewerbler, Büros, Gastronomiebetriebe oder Wohnungen – Ideen für neue Nutzungen des Andritz-Areals in der Nähe der Busschleife im Zentrum von Kriens gibt es viele. Doch die Zukunft des rund 12 000 Quadratmeter grossen Grundstücks war zuletzt ungewiss. Es wird derzeit nicht mehr genutzt, weil die Andritz Hydro AG einen Teil der Arbeitsplätze nach Deutschland verlagert hat.

Dies hat im Einwohnerrat für rege Diskussionen gesorgt. Gefordert wurden etwa die Errichtung eines Handwerkerzentrums oder gar der Kauf des Areals durch die Gemeinde. Letztendlich ist diese für die Verwirk­lichung solcher Pläne aber auf die Eigentümerin angewiesen. Die Firma Andritz Hydro ­betonte stets, man wolle das Land schnell verkaufen, auch ohne Gestaltungsplan der Gemeinde (wir berichteten).

Entscheid fällt Ende Jahr

Nun scheint man sich aber – zumindest für einen ersten Schritt – gefunden zu haben. Die Gemeinde hat einen Gestaltungswettbewerb für das Areal initiiert. Bauvorsteher Matthias Senn (FDP): «Der Wettbewerbsentscheid soll im Dezember bekannt gegeben werden.» Andritz Hydro wird auch mit einer Person in der Jury vertreten sein. Das Motto des Wettbewerbs lautet «Von der produktiven Zone zur produktiven Stadt». Für die Durchführung ist das Institut «Europan» zuständig, welches das Ziel hat, junge Architekten zu fördern.

Welche Vorgaben haben die Teilnehmer erhalten? Zwei Gebäude auf dem Areal sind im kantonalen Inventar als erhaltenswert eingestuft (siehe Grafik). Es handelt sich um die 1923 erbaute Halle 7, die ehemalige Zurüsterei der Maschinenfabrik Bell, und das ehemalige Verwaltungs­gebäude, das an die Obernauerstrasse grenzt. Letzteres wurde 1896 erbaut und ist das älteste noch erhaltene Gebäude der ehemaligen Bell-Fabrik. Es sei «sinnvoll», den Erhalt dieser «bestehenden industriellen Bausubstanz» zu prüfen, heisst es in den Wettbewerbsunterlagen.

Flaniermeile bis zum Schappe-Center

Weiter will die Gemeinde Kriens vermeiden, dass ein Areal entsteht, welches in sich geschlossen ist. Schliesslich wird derzeit in Kriens das Zen­trum umgestaltet. Abgerundet werden soll dieses Vorhaben durch eine Flaniermeile entlang der Hauptstrasse (Ausgabe vom 25. Juli 2016). Diese würde zwischen dem Bellpark und dem Schappe-Center verlaufen. «Das Areal ­Andritz Hydro ist ein wichtiger Ort innerhalb dieser Meile», sagt Senn. «Die Nutzungen auf ­diesem Areal sollen die Meile ­bespielen, sie sollen eine verbindende Funktion mit Ausstrahlung auf die anderen Plätze haben.»

Sonst habe man «möglichst wenig Vorgaben gemacht, weil wir die Kreativität nicht einschränken wollen», sagt Senn. Auch ein Handwerkerzentrum, wie es die Grünen in einem Postulat gefordert haben, ist nicht explizit genannt. «Produktion und Arbeiten haben im Programmbeschrieb einen hohen Stellenwert», betont Senn jedoch. Grundsätzlich werde eine «starke und lebendige Nutzungsdurchmischung mit Gewerbe, Büro, Gastronomie, Kleinhandel und Kulturnutzungen und ein möglichst hoher Wohnanteil ­angestrebt», heisst es in den Wettbewerbsunterlagen. Dies entspricht auch dem Resultat der Studie des Architekturbüros ­Lussi und Partner AG. Die Studie wurde letztes Jahr im Auftrag der Gemeinde erarbeitet. Die Architekten empfehlen darin für das Andritz-Areal ein «komplementäres Nutzungskonzept mit Mischnutzung» (Ausgabe vom 12. September 2016).

Wer wird das Areal kaufen?

Noch unklar ist, wann Andritz das Areal nun verkaufen will und an wen. Die Firma wollte auf Anfrage keine Angaben machen. Ob die Gemeinde selbst das Areal kaufen will, lässt Senn noch ­offen. Die SP und die Grünen ­haben dies in Vorstössen gefordert (wir berichteten).

Mit der Lancierung des Wettbewerbs ist dagegen klar, dass das Grundstück für den Gemeinderat von grosser Bedeutung ist. Wenn sie es nicht selbst kauft, dürfte die Gemeinde mittels Ortsplanung Einfluss auf die möglichen Nutzungen des Areals nehmen.

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.