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PLANUNG: Kanton ist gegen die Verdichtung – bei Deponien

Gleich zwei Deponieprojekte befinden sich südöstlich des Sempachersees in den Startlöchern. Ob der Kanton Luzern beiden die Bewilligung erteilt, ist aber fraglich.
Roseline Troxler
Archiv: Bauschuttdeponie (Bild: Archiv Robert Hess / Neue OZ)

Archiv: Bauschuttdeponie (Bild: Archiv Robert Hess / Neue OZ)

Roseline Troxler

In der Region rund um den Sempachersee gehören Baukräne zum Erscheinungsbild. Die anhaltende Bautätigkeit führt dazu, dass es an Entsorgungsmöglichkeiten für Aushubmaterial fehlt. Solches Material fällt beim Errichten von Gebäuden an, aber auch beim Bau von Tunnels oder Unterführungen. Gleich zwei Firmen wurden nun aktiv. Sie wollen eine Deponie für unverschmutztes Aushubmaterial errichten – darunter fallen Abfälle, die hauptsächlich aus Fels, Sand und Erde bestehen. Stammt das Material hingegen von Industriegeländen oder ehemaligen Deponien, muss es anderswo gelagert werden. Im Kanton Luzern gibt es derzeit 16 Deponien. Die geplanten Aushubdeponien würden nur gut zwei Kilometer auseinanderliegen.

Grünes Licht von den Gemeinden

Beide Deponieprojekte befinden sich an der Grenze zweier Gemeinden. Sie sollen während 15 Jahren bestehen. Für die Deponie im Gebiet Hapfere, das an der Kantonsstrasse zwischen Rain und Hildisrieden liegt, haben die Einwohner grünes Licht gegeben. Ende Mai und Mitte Juni stimmten sie der nötigen Umzonung zu. So wurde eine Deponiezone geschaffen. Das Projekt will die Firma Schleiss AG aus Nidwalden umsetzen. Nun wird der Regierungsrat über das Projekt befinden.

Volk stimmte Deponiezone zu

Eine zweite Deponie soll im Gebiet Neuhüsli zwischen Sempach und Neuenkirch entstehen. Gesuchsteller ist die Benerz AG aus Buttisholz. Auch dieses Geschäft liegt nun bei der Regierung. Die Bevölkerung der zwei betroffenen Gemeinden hat an der jeweiligen Gemeindeversammlung im vergangenen Herbst einer entsprechenden Deponiezone zugestimmt.

Hansruedi Arnet, Leiter Kommunikation, bei der Dienststelle Umwelt und Energie, sagt zum Bedarf weiterer Deponien: «Die Abfallplanung des Kantons Luzern sieht hinsichtlich Ablagerungsvolumen für unverschmutztes Aushub- und Ausbruchmaterial Handlungsbedarf.» So soll die Realisierung bewilligungsfähiger Projekte unterstützt werden. Laut der kantonalen Abfallplanung fehlt im Kanton bis 2025 ein Ablagerungsvolumen von bis zu 650 000 Kubikmetern pro Jahr. Die geplante Deponie Hapfere kann jährlich bis zu 60 000 Kubikmeter Material lagern. Die Deponie Neuhüsli soll jährlich Kapazitäten von 100 000 Kubikmeter Aushubmaterial aufweisen. Bei der Deponie Neuhüsli ist pro Arbeitstag mit knapp 80 und bei der Deponie Hapfere mit rund 45 Lastwagenfahrten zu rechnen.

Doch braucht es gleich zwei Deponien südöstlich des Sempachersees? Arnet sagt: «Eine Verteilung der Deponien über das Kantonsgebiet ist anzustreben.» Denn die Transportdistanzen und der Schadstoffausstoss sei möglichst gering zu halten. «Ideal wäre ein Projekt südlich und auch ein grösseres Projekt nördlich des Sempachersees.» Obwohl es Deponievorhaben gebe, liege dort zurzeit kein weiteres bewilligungsfähiges Projekt vor. Laut Arnet besteht insbesondere im nordwestlichen Kantonsteil nach wie vor Bedarf an zusätzlichem Deponievolumen in der Grössenordnung der beiden Deponien Hapfere und Neuhüsli. Die Nachfrage einerseits und die ungleichmässige Verteilung auf der anderen Seite werden laut Arnet «bei der Bewilligungserteilung abzuwägen sein».

Neue Deponie auch in Eschenbach

Fakt ist: Nicht weit von den beiden geplanten Deponiestandorten entfernt wurde im Mai die Bewilligung für eine weitere Deponie erteilt. Diese wird durch die Benerz AG aus Buttisholz betrieben. Die Deponie ist seit Juni in Betrieb. Die Laufzeit beträgt zehn bis zwölf Jahre, wie es beim Unternehmen auf Anfrage heisst. Die Deponie bietet maximal Platz für 1 Million Kubikmeter unverschmutztes Aushubmaterial.

Laut der Dienststelle Umwelt und Energie entscheidet die Luzerner Regierung voraussichtlich noch vor den Sommerferien über die Deponie Hapfere. Bei der Deponie Neuhüsli soll ein Entscheid ebenfalls noch in diesem Jahr fallen.

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