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Planwirtschaft im Tourismus – das ist höchst ungesund

Chefredaktor Jérôme Martinu über eine Motion der Grünen, die Maximalwerte und staatlich gesteuerte Preise ins Spiel bringt.
Jérôme Martinu, Chefredaktor
Jérôme Martinu

Jérôme Martinu

Was können die Luzerner richtig gut? Welcher Wirtschaftszweig prosperiert zu­verlässig und generiert eine erfreuliche Wertschöpfung? Der Tourismus. Dieser Motor brummt, und die Branche hat gemäss Prognosen weiteres Wachstumspotenzial.

In dieses Feld stossen jetzt die Grünen mit ihrer «Vision Tourismus Luzern 2030». Im Titel unverdächtig, steckt im Vorstoss eine klare Stossrichtung. Er verlangt vom Luzerner Stadtrat, dass er Massnahmen prüft, um den Tourismus einzuschränken: Maximalwerte für Hotelbetten, Touristenwohnungen, Cars. Sogar der Eingriff in die Preispolitik der privatwirtschaftlichen Tourismusanbieter rückt auf die Agenda.

Der Vorstoss passt leider in eine Reihe jüngerer Entwicklungen, die darauf abzielen, die Stadt unter eine Art Käseglocke zu stellen. Eine Auswahl: Die grossen privaten Hotels wurden mittels Tourismuszone eingeschränkt. Die Gastro-Freiluft­bereiche werden mit Bodenmarkierungen geregelt. Beleuchtete Hotelfenster sollen verhindert werden. Und den motorisierten (Car-)Verkehr würde man am liebsten komplett in die Agglo verbannen.

In der erweiterten Tourismusbranchearbeiten im Kanton Luzern– mit dem Herzstück Stadt – über 11 000 Menschen. Sie erzielen eine Wertschöpfung von 1 Milliarde Franken. Knapp ein Drittel davon wird indirekt erarbeitet, was zeigt, dass auch andere Branchen erheblich vom Tourismus profitieren. Den Fremdenverkehr darum aber in Watte zu packen, wäre blauäugig. Seit 2005 ist die Anzahl Logiernächte um gegen 40, die Bettenzahl um 13 Prozent gestiegen. In der Stadt Luzern wurden 2016 fast 1,3 Millionen Übernachtungen gezählt. Mit der Besucherzahl wachsen zweifellos die unliebsamen Begleiterscheinungen. Etwa die Massierungen an gewissen Orten während der Hochsaison.

Gerade weil der Tourismusmotor so rund läuft, ist es richtig, die Wachstumsprobleme schonungslos zu benennen – und so Verantwortung gegenüber den Einheimischen und dem Wirtschaftsplatz zu übernehmen. Mut und Kreativität sind gefragt, um eine für die hiesigen Verhältnisse vernünftige Mischung zu kreieren.

Die auf starre Tourismus­grenzen abzielende Politik der Grünen hat indes nichts mit weitsichtigen Visionen zu tun. Die Quotenkeule ist weder sinnvoll noch konstruktiv, sie geht klar in Richtung staatliche Planwirtschaft. Eine höchst ungesunde Perspektive.

Jérôme Martinu, Chefredaktor

jerome.martinu@luzernerzeitung.ch

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