Platzprobleme auf der Seebrücke: Nun soll eine Plattform für Fussgänger her

Die Stadt Luzern schlägt vor, die Seebrücke auf der Seite der Schifflände zu vergrössern. Grund ist ein neues Busperron für die Durchmesserlinien. Derweil will ein längerfristiges Projekt die Brücke auf der ganzen Länge verbreitern.

Julian Spörri
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Eine an die Seebrücke angrenzende Plattform soll Fussgängern mehr Platz bieten.

Eine an die Seebrücke angrenzende Plattform soll Fussgängern mehr Platz bieten.

Bild: Stadt Luzern

Die Verhältnisse im Korridor der Seebrücke seien sehr eng für das hohe Fussgängeraufkommen. Dies schreibt der Stadtrat in einer Stellungnahme zu einem Postulat, das von András Özvegyi und Jules Gut namens der GLP eingereicht wurde. Die Fraktion hatte den Stadtrat aufgefordert zu prüfen, ob die Fläche für Fussgänger verbreitert werden könne. Der Stadtrat nimmt das Postulat entgegen und verweist auf zwei laufende Projekte: den Anbau einer Plattform und die gesamthafte Verbreiterung der Seebrücke.

Auf der Seite der Schifflände soll eine längliche Plattform angebaut werden. Das Projekt steht im Zusammenhang mit dem Bau der Durchmesserperronanlage am Bahnhof Luzern. Geplant ist, dass ab Herbst 2024 auf beiden Seiten je zwei Haltekanten für Durchmesserlinien zur Verfügung stehen. Heute halten die Busse, die ihre Endhaltestelle nicht am Bahnhof haben, hintereinander an einem einzigen Perron. Der Stadtluzerner Umwelt- und Mobilitätsdirektor Adrian Borgula (Grüne) erklärt:

«Wir versuchen, den Bahnhofplatz zu entlasten.»

«Deshalb wurden in den letzten Jahren Buslinien zusammengeschlossen, so dass sie ihre Endhaltestelle nicht mehr am Bahnhof haben.» Beispiel ist der Zusammenschluss der Linien 14 und 31, die heute unter der Nummer 14 die Strecke Horw Zentrum - Brüelstrasse bedienen. Mit dem Bau von zwei weiteren Durchgangperrons sollen zusätzliche Buslinien verbunden werden können: «Unser Ziel ist es, Busse mit ähnlichen Takten zu einer Durchmesserlinie zusammenzuschliessen. Dies wird auch von Nutze sein, wenn der Durchgangsbahnhof gebaut wird und der Bahnhofplatz räumlich stark eingeschränkt werden muss», so Borgula.

Die Inbetriebnahme der Durchmesserperronanlage verschärft aber das Platzproblem bei der Seebrücke. Laut Borgula braucht es für Busse, die von der neuen Haltekante am Torbogen in Richtung Schwanenplatz fahren wollen, mehr Platz für die Einfahrt auf die Seebrücke. Borgula sagt:

«Für Fussgänger würde es sehr eng werden, weshalb der Stadtrat verschiedene Möglichkeiten geprüft hat, um dieses Engnis zu beheben.»

Für die Busse, die vom Schwanenplatz her kommen und zukünftig auf zwei Perrons auf der anderen Seite halten werden, bestehe dagegen kein Engnis. Das ausgewählte Projekt hat die Stadt nun dem Kanton als zuständiger Behörde zur Weiterbearbeitung empfohlen. Die Seebrücke gehört zur Kantonsstrasse K2.

An dieser Stelle soll ab 2024 eine Plattform angebaut werden.

An dieser Stelle soll ab 2024 eine Plattform angebaut werden.

Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 6. März 2020

Die Realisierung der Plattform am Brückenkopf wird auf die Durchmesserperronanlage abgestimmt. Der Baubeginn dieses Vorhabens ist frühestens auf Frühling 2023 geplant. Die Kosten für die Plattform können gemäss Borgula noch nicht beziffert werden. Für die Finanzierung von Projekten auf Kantonsstrassen sei grundsätzlich der Kanton verantwortlich, eine städtische Mitfinanzierung sei aber denkbar.

Fussgänger sollen von Verbreiterung der Seebrücke profitieren

Ein separates Projekt will die Platzprobleme auf der gesamten Seebrücke lösen. Langfristig gesehen wird eine Verbreiterung der Seebrücke auf der gesamten Länge angestrebt. Den Zeitpunkt der Planung und der Realisierung des Vorhabens wird der Kantonsrat mit dem nächsten Bauprogramm 2023 - 2026 bestimmen. Die Stadt wird sich beim Kanton dafür einsetzen, dass die Planungen dafür möglichst zu Beginn der nächsten Planungsperiode gestartet werden können. Für Stadtrat Adrian Borgula ist klar, dass die Dimensionen der Seebrücke überprüft werden müssen. «Wir müssen überlegen, wie die Verkehrsflächen anders verteilt werden sollen.» Welche Verkehrsteilnehmer von der Verbreiterung der Seebrücke profitieren werden, wisse man noch nicht. «Primären Bedarf haben aber die Fussgänger», so Borgula.

Dass die Verbreiterung der Seebrücke von der Planung der Plattform und der Durchmesserperronanlage abgekoppelt wurde, hat seinen guten Grund: «Bei der Verbreiterung handelt es sich um ein Projekt mit langem Planungshorizont. Bei den anderen Vorhaben können wir nicht so lange zuwarten», sagt Borgula. Die Stadt habe aber bei der Planung der Plattform sorgfältig abgeklärt, dass das Projekt optisch zur gesamten Seebrücke passe.