Plötzlich war dieses Megaloch im Muotatal da

Karstlöcher sind ein Phänomen, das in Karstregionen wie dem Kanton Schwyz keine Seltenheit ist – eine Gefahr für Mensch und Tier, wie dieses Beispiel zeigt.

Walter Imhof
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Als gäbe es in unseren karst­dominierten Gebirgsgegenden und Alpweiden nicht schon genug Karstlöcher, die den Älplern Sorge bereiten. Immer wieder kann es vorkommen, dass urplötzlich neue Löcher entstehen, wo tags zuvor noch Vieh weidete.

Meist sind es eher unscheinbare Löcher, die umgehend aufgefüllt oder eingezäunt werden. Es können aber auch grössere Einbrüche entstehen, die für Wild- und Haustiere sehr gefährlich sind, nicht zuletzt auch deshalb, weil sie so unvermittelt da sind. Ein Glück, wenn Älpler solche Löcher möglichst bald entdecken und reagieren können. Nicht schlecht gestaunt hat auch Älpler Daniel Büeler von der Alp Äbnenmatt auf dem Gemeindegebiet von Muotathal, als er eines dieser Löcher entdeckte:

Bild: Walter Imhof

Daniel Büeler sagt dazu:

«Ich war völlig ratlos.»

Solche Löcher entstehen meistens nach lang anhaltenden Niederschlägen oder starken Unwettern. Bekanntlich entwässert eine Karstregion unterirdisch, das heisst, das Regenwasser verschwindet im Untergrund und sucht sich dort den Weg ins Tal. So entstandene Wasserläufe können uralt sein und ihren Lauf mit der Zeit auch ändern. Unterirdische Bächlein, die nicht sofort im Karst verschwinden, können das darüber liegende Erdreich in Mitleidenschaft ziehen und sogar zum Einsturz bringen.

Bild: PD

Bekanntlich sind Löcher im Karstgebiet für Höhlenforscher in vieler Hinsicht interessant. Es ist wichtig, diese Erdlöcher zu untersuchen, um abschätzen zu können, ob weiteres Nachrutschen oder zusätzliche Einstürze absehbar sind. Erdlöcher lassen Rückschlüsse über unterirdische Wasserläufe zu. Den Höhlenforschern sind auch tiefer liegende Höhlensysteme bekannt, und so können neue Gefahren erkannt und eventuelle Zusammenhänge hergestellt werden.

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