PODIUMSGESPRÄCH: Migranten: Die Meinungen gehen auseinander

Beide sind die Vorzeige-Integrierten ihrer Partei. Über politische Integration denken Yvette Estermann (SVP) und Lathan Suntharalingam (SP) jedoch ganz anders.

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Rededuell zwischen Yvette Estermann und Lathan Suntharalingam. (Bilder Philipp Schmidli/Neue LZ)

Rededuell zwischen Yvette Estermann und Lathan Suntharalingam. (Bilder Philipp Schmidli/Neue LZ)

«Migranten haben einen Vorteil in den Parteien. Weil sie ein Symbol darstellen für eines der zentralen Themen der schweizerischen Politik.» Was Joachim Blatter, Professor für Politologie an der Uni Luzern, am (gestrigen) Donnerstag sagte, zeigen Yvette Estermann (Nationalrätin und Kantonalpräsidentin der SVP) und Lathan Suntharalingam (Kantonsrat der SP) exemplarisch: Beide haben einen derart steilen politischen Aufstieg erlebt wie wenige ihrer Parteikollegen, die gebürtige Schweizer sind.

Gräben zeigten sich
Das Podiumsgespräch in Luzern, organisiert vom Verein Second@s Plus, drehte sich aber um diejenigen Migranten, die keinen Schweizer Pass haben. Und da zeigten sich die Gräben. Lathan Suntharalingam setzte sich vehement dafür ein, dass Ausländer, «die lange in der Schweiz sind», auf kommunaler Ebene abstimmen können sollen. Es bestehe «ein klarer Zusammenhang» zwischen Stimmrecht und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, betonte er.

Yvette Estermann gab sich äusserst konziliant und ruhig: Sie verstehe zwar die Ungeduld von gewissen Ausländern – es gebe aber auch viele, die sich Zeit nehmen wollten. Es bestehe kein Grund zur Eile. «Von mir aus hätte ich auch 20 Jahre auf das Stimmrecht warten können», sagte Estermann, die nach 6 Jahren das Bürgerrecht erhielt.

Beat Vogt

Den ausführlichen Artikel können Sie in der Neuen Luzerner Zeitung vom Freitag nachlesen.