Kommentar
Swisspor-Arena: Pokerspiel um den grünen Rasen hat begonnen

Bernhard Alpstaeg, Mehrheitsaktionär des FC Luzern, ist neu auch Hauptaktionär der Swisspor-Arena. Ein Kommentar von Cyril Aregger.

Cyril Aregger
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Cyril Aregger

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60 Prozent der Stadion Luzern AG sind nun im Besitz des Swisspor-Patrons, er ist ­quasi Besitzer der FCL-Heimstätte. Die restlichen 40 Prozent bleiben bei der FCL Holding AG. Diese klammheimliche Handänderung birgt viel Brisanz. Denn im Gebälk der Holding, an der Alpstaeg 52 Prozent hält, knarzt es gewaltig: Zwischen ihm und der Aktionärsgruppe mit den Unternehmern Hans Schmid, Marco Sieber und Samih Sawiris ist ein Machtkampf entbrannt. Trotz Aktienmehrheit kann sich Alpstaeg im FCL-Verwaltungsrat kaum durchsetzen, da jedes Mitglied bloss über eine Stimme verfügt.

Auch die Passivität des Luzerner Stadtrates, der ein Vorkaufsrecht auf die Aktien besitzt, wirft in diesem Machtkampf Fragen auf. Zwar lässt Alpstaeg ausrichten, der Kauf sorge für eine langfristige Lösung und erschwere eine – von allen Seiten unerwünschte – Übernahme durch ausländische Investoren. Doch der Kauf könnte auch ein raffinierter Schachzug sein: Der FCL bezahlt Stadionmiete und ist auf regelmässige Investitionen in die Infrastruktur angewiesen. Setzt sich Alpstaeg im Verwaltungsrat nicht durch, könnte er über das Stadion Druck ausüben.

Über seine konkreten Pläne hüllt sich Alpstaeg in Schweigen. Sicher ist: Das Pokerspiel um den grünen Rasen hat begonnen. Und mit dem Stadion hat er einen Joker in der Hand.