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POLIT-EXPERTE: «Kantonale Parlamente verlieren an Bedeutung»

Mit 38,7 Prozent ist die Wahlbeteiligung bei den kantonalen Wahlen in Luzern auf einen Tiefstand gesunken. 2011 gingen noch 43,5 Prozent der damals 254'503 Stimmberechtigten an die Urne. Laut Polit-Experten widerspiegelt dies eine nationale Tendenz.
Adrian Vatter: «Die Linken und Grünen haben es nicht geschafft, die Wähler zu mobilisieren.» (Bild: Archiv PD)

Adrian Vatter: «Die Linken und Grünen haben es nicht geschafft, die Wähler zu mobilisieren.» (Bild: Archiv PD)

Auf kantonaler Ebene sei es immer schwieriger, Wähler zu mobilisieren, sagte der Lausanner Professor Andreas Ladner auf Anfrage. Dies sei nichts Neues: Den stetigen Rückgang der Wahlbeteiligung beobachte man bereits seit zehn bis fünfzehn Jahren.

Der Berner Politikwissenschaftler Adrian Vatter sagte gar, dass das kantonale Parlament als politischer Akteur an Bedeutung verloren habe. Die kantonale Politik befinde sich im Sandwich zwischen der lokalen Betroffenheit und der bedeutenden, nationalen Politik.

Im gesamtschweizerischen Vergleich ist die Wahlbeteiligung in Luzern mit 38,7 Prozent laut Vatter nicht besonders tief. Sie bringe für ihn aber zum Ausdruck, dass es die Linken und Grünen nicht geschafft hätten, ihre Wähler zu mobilisieren.

Die Analyse der Wahlbeteiligung zeigt zudem, dass es zwischen den einzelnen Gemeinden grosse Unterschiede gab. In der Luzerner Agglomerationsgemeinde Dierikon beispielsweise schien man sich am wenigsten darum zu kümmern, wie die Luzerner Regierung und das Parlament künftig zusammengesetzt sein werden. Gerade mal 22,9 Prozent gingen an die Urne.

Anders in der Entlebucher Gemeinde Flühli: Dort betrug die Wahlbeteiligung 65,7 Prozent. Im Wahlkreis Entlebuch wählten die Stimmberechtigten mit 54,3 Prozent grundsätzlich am fleissigsten. Das war schon 2011 so, damals betrug die Wahlbeteiligung gar 56,2 Prozent. Im Wahlkreis Luzern-Stadt wählten 34 Prozent.

Für den Politologen Ladner ist dies ebenfalls ein typisches Abbild. Nähe, Vertrauen, Verankerung, Verwurzelung wirkten sich positiv auf das Wahlverhalten aus. Anonymität hingegen - oft in grösseren Gemeinden vorhanden - hindere Stimmberechtigte am Gang zur Urne. (sda)

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