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POLITIK: Neuer Grünen-Präsident: Ein Neuling mit grosser Erfahrung

Martin Abele (54) ist der neue Präsident der Stadtluzerner Grünen. Hier ist er noch wenig bekannt – in einer anderen Stadt hat er dagegen politisch bereits Spuren hinterlassen.
Stefan Dähler
Martin Abele beim alten Friedhof Dreilinden. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 3. Mai 2018))

Martin Abele beim alten Friedhof Dreilinden. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 3. Mai 2018))

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Von 1996 bis 2002 war Martin Abele bereits Präsident der städtischen Grünen – in Zürich. In Luzern ist er dagegen noch ein politischer Neuling. Vor zweieinhalb Jahren zügelte der 54-jährige der Liebe wegen in die Leuchtenstadt, ein politisches Amt übt er nicht aus. Vor einigen Tagen hat Abele nun das Präsidium der Stadtluzerner Grünen übernommen. Er ersetzt Marco Müller, der zurückgetreten ist.

«Ich will mithelfen, die Grünen gut durch die kommenden Wahlen zu führen», sagt Abele, der bei Caritas Schweiz die Fachstelle Schuldenberatung leitet, zu seiner Motivation. Bei den Kantonsratswahlen 2019 soll die Partei den zuletzt im Wahlkreis Stadt Luzern verloren gegangenen Sitz zurückholen. 2020 stehen zudem die kommunalen Wahlen an.

«Zürich kann sich viel einfacher durchsetzen»

Einen Parlamentssitz für sich zu erobern, sei nicht das oberste Ziel. Wäre ein solcher nicht nützlich, um sich als Parteipräsident zu vernetzen? «Das kann man auch auf andere Weise erreichen», sagt Abele. Vorgänger Marco Müller war anfangs ebenfalls nicht Mitglied des Grossen Stadtrats. Das Ziel sei nun als Erstes, die Nähe zur Fraktion zu vertiefen.

Parlamente sind Abele aber alles andere als fremd. 2013/14 präsidierte er gar jenes der Stadt Zürich. Welches sind die Unterschiede zu Luzern? «Die Themen sind grundsätzlich dieselben, nur der Tourismus hat hier deutlich mehr Gewicht», sagt Abele. «Die Dimensionen sind aber anders, Zürich kann sich aufgrund seiner Grösse viel einfacher durchsetzen – etwa bei Grossprojekten wie der Durchmesserlinie.» Weiter falle ihm auf, dass es in Luzern mehr Deals zwischen den verschiedenen Fraktionen gebe. «Dies wohl auch, weil die Kräfteverhältnisse im Stadtparlament hier sehr ausgeglichen sind.»

Aufgewachsen ist Abele in Biel. Schon früh hat er sich politisch engagiert, etwa gegen den Bau der Autobahn N5. Später hat er in Zürich Soziologie, Sinologie und Japanologie studiert und war unter anderem in der Uni-Politik und im Dachverband der Jugendorganisationen SAJV aktiv. Einen weiteren Schwerpunkt stellt wie bei Vorgänger Marco Müller die «Schwulenpolitik» dar, wie er es formuliert. Abele hat sich etwa bei der Organisation Pink Cross und der Gay Pride stark engagiert.

Welche Schwerpunkte sollen die Stadtluzerner Grünen in näherer Zukunft setzen? «Es braucht weiter eine geradlinige Raum- und Verkehrspolitik, zudem wollen wir uns für jene einsetzen, die keine Lobby haben.» Die Partei kann sich im Stadtparlament gemeinsam mit der SP und der GLP bei diesen Themen oft durchsetzen. «Wir setzen aber auch pointiert eigene Akzente, etwa zuletzt mit der Bodeninitiative.» Derzeit sei ein weiteres grösseres Vorhaben in Arbeit. Worum es geht, will Abele noch nicht kommunizieren.

Partei bewirtschaftet gezielt soziale Medien

Apropos Kommunikation – diese hat sich stark verändert, antwortet Abele auf die Frage nach dem Wandel des Politgeschäfts. «In den Anfängen meiner Aktivzeit wurde noch per Telefon oder brieflich kommuniziert. Das war einerseits angenehm, weil man nicht wie heute per E-Mail oder SMS ständig erreichbar war, andererseits war auch einiges umständlicher.» Heute sei alles schneller getaktet, das gelte für die interne wie auch die externe Kommunikation. «Diese Entwicklung bringt aber auch Vorteile mit sich. Wir haben einen Beauftragten für die Bewirtschaftung der sozialen Medien. Diese bieten die Möglichkeit, permanent präsent zu sein und so mehr Leute zu erreichen. Das bedingt aber auch, dass man aktiv ist und Themen setzt.»

Aufwendig ist auch das Parteipräsidium. Entsprechend bekunden Parteien immer wieder Mühe, dieses bei einer Vakanz zu besetzen. Abele war bei den Stadtluzerner Grünen der einzige Kandidat. «Wichtig ist mir aber, auch weiterhin Zeit für meinen Partner und Hobbys zu haben», sagt er, der in seiner Freizeit unter anderem Marathon läuft oder jasst.

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