Politiker schieben Verantwortung ab

Im Kanton Luzern gibt es zu wenig freie Pflegebetten. Die Politiker sehen Handlungsbedarf, für sie stehen aber vor allem die Gemeinden in der Pflicht.

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Gut gelaunte Runde gestern Nachmittag in der Cafeteria des Betagtenzentrums Dösselen in Eschenbach. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Gut gelaunte Runde gestern Nachmittag in der Cafeteria des Betagtenzentrums Dösselen in Eschenbach. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Die Politik will trotz kaum vorhandener Kapazitäten nicht mehr Pflegebetten anbieten. «Ambulant kommt vor stationär», diesen Grundsatz müsse man korrigieren, so der Vorwurf der Heimleiter an die Politiker. Diese reagieren gespalten. SP-Kantonsrätin Marlene Odermatt sagt: «Diese Aussage finde ich fragwürdig. Ich traue keinem Politiker zu, dass der Notstand mit Absicht herbeigeführt wurde.» Anders sieht dies Romy Odoni (FDP, Rain): «Die Aussage der Heimleiter trifft zu. Ein Ruf nach mehr Betten scheint aber verfrüht. Wir werden uns an kurze Listen freier Betten gewöhnen müssen.»

Verantwortung bei Gemeinden

Laut CVP-Kantonsrätin Hedy Eggerschwiler lässt die Pflegeplatzplanung in vielen Regionen einen weiteren Ausbau zu. «Die Gemeinden müssen sich stärker dafür einsetzten.» Räto Camenisch (SVP) sagt: «Die Planung der Pflegebetten liegt in den Händen der Gemeinden.» Die Zurückhaltung beim Ausbau sei begreiflich, da Gemeinden zu viele Kosten aufgeladen werden. Luzerner Heimleiter erachten als Faktor für den Mangel an Pflegebetten auch die Fallpauschale an Spitälern. Diese wehren sich gegen den Vorwurf. Erika Rohrer, Hirslanden Klinik St. Anna, sagt: «Eine Verkürzung der Hospitalisationsdauer auf Kosten der Pflegeheime findet nicht statt.»