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Politiker von links bis rechts wollen die Schlittelpiste zwischen Krienseregg und Kriens erhalten

Die Pilatusbahnen sollen die Strecke wieder betreiben, fordern Krienser Politiker aus allen Parteien. Das sei nur mit einer Beschneiungsanlage möglich, entgegnet das Unternehmen.
Stefan Dähler
Schlittel-Spass auf den Hängen des Pilatus ist oft nur in höheren Lagen garantiert. (Archivbild: Dominik Wunderli, 29. Dezember 2013)

Schlittel-Spass auf den Hängen des Pilatus ist oft nur in höheren Lagen garantiert. (Archivbild: Dominik Wunderli, 29. Dezember 2013)

Die letzten Winter eingestellte Schlittelpiste von der Krienseregg nach Kriens gibt weiterhin zu reden. In einem Postulat, das von Vertretern aller Parteien unterzeichnet worden ist, fordert Einwohnerrat Patrick Koch (SVP), dass die Piste wieder in Betrieb genommen wird. Konkret soll der Krienser Stadtrat Gespräche mit den Pilatusbahnen aufnehmen und ein Konzept für Unterhalt, Signalisation und Pistenpräparation erarbeiten.

Patrick Koch hatte gemeinsam mit den Grünen bereits Anfang Jahr eine Interpellation zum Thema eingereicht. Der Stadtrat schrieb damals in seiner Stellungnahme, dass der Aufwand für eine Präparation unverhältnismässig sei, man die Strecke aber auf eigenes Risiko immer noch befahren könne. Koch habe am 3. Februar bei 20 Zentimeter Neuschnee aber am eigenen Leib erfahren, dass dies praktisch unmöglich sei. «Fehlende Signalisation und Beschilderung machten dieses Unterfangen zu einem gefährlichen Abenteuer», heisst es im Postulat. So seien auf der Streubachstrasse Autos gefahren. Weiter sei es auf der unpräparierten Piste praktisch unmöglich gewesen, zu schlitteln. «Das ist sehr schade, denn die Piste war sehr beliebt», sagt Koch auf Anfrage.

Die Pilatusbahnen begründeten die Einstellung des Schlittelbetriebs damals damit, dass auf dem zwischen rund 1000 und 500 Metern über Meer gelegenen Abschnitt kaum mehr Schnee liege. «Mir ist auch klar, dass es weniger schneit als früher», sagt Patrick Koch. Und ergänzt:

«Dennoch wird es immer wieder Tage geben, an denen Schnee liegt. Dann braucht es ein Minimum an Massnahmen, um die Sicherheit zu gewährleisten.»

Es sei auch denkbar, dass die Stadt Kriens gewisse Unterstützung leistet, etwa beim Verkehrsregime oder der Signalisation. Doch er sieht vor allem die Pilatusbahnen in der Pflicht. «Sie verfügen einerseits bereits über die Geräte, da die Strecke Fräkmünt-Krienseregg nach wie vor präpariert wird.» Andererseits stehe das «florierende Unternehmen» gegenüber der Allgemeinheit in der Verantwortung. «Wir Krienser müssen viele Emissionen ertragen wegen der Bahn. Trotzdem gibt es – im Gegensatz zu Alpnach – keine Einheimischen-Tarife.»

20 Zentimeter Schnee reichen nicht

Die Pilatusbahnen sind aber nach wie vor der Ansicht, dass der Betrieb der Schlittelpiste Krienseregg-Kriens keinen Sinn mehr ergibt. «Es geht dabei nicht ums Geld, sondern um gesunden Menschenverstand», sagt Geschäftsführer Godi Koch. «Es hat schlicht und einfach zu wenig Schnee.» Auch die 20 Zentimeter, die Anfang Februar gefallen sind, hätten nicht ausgereicht. «Es sind 30 bis 40 Zentimeter nötig, um eine Strecke mit einem Pistenfahrzeug zu präparieren, ohne dass Landschäden entstehen.»

Für Arbeiten wie Aufstellen der Sicherheitsnetze sowie der Signalisation habe man im Vorfeld der Wintersaison jeweils zwei Angestellte während zwei Wochen beschäftigen müssen. «Das lohnt sich nicht, wenn wir gar nicht wissen, ob wir die Piste überhaupt öffnen können», so Godi Koch. In den letzten Jahren sei das pro Winter an gar keinem bis zu maximal fünf Tagen möglich gewesen. Für ihn ist daher klar:

«Ein Erhalt wäre nur mit Beschneiungsanlage möglich. Aber ich glaube kaum, dass das in Kriens jemand will.»

Zur Aussage, die Krienser müssten wegen der Bahnen Emissionen ertragen, sagt Godi Koch: «Es stimmt, dass wir einen gewissen Verkehr verursachen, aber sicher weniger als ein Einkaufszentrum. Auf der anderen Seite sind wir auch ein guter Steuerzahler für Kriens.»

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