POLIZEI-AFFÄRE: Externer Gutachter ist bestimmt

Jetzt ist klar, wer die Administrativ-Untersuchungen über die Vorfälle bei der Luzerner Polizei übernimmt: Der Berner alt Oberrichter Dr. iur. Jürg Sollberger wird als externer Gutachter eingesetzt. Er wird seine Arbeit nächste Woche aufnehmen.

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Beat Hensler und Yvonne Schärli informieren am Mittwoch an einer Pressekonferenz über ihre Vorgehensweise in der Polizei-Affäre. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Beat Hensler und Yvonne Schärli informieren am Mittwoch an einer Pressekonferenz über ihre Vorgehensweise in der Polizei-Affäre. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Die Vorwürfe gegen Mitarbeiter der Luzerner Polizei werden in einem Administrativverfahren untersucht. Justiz- und Sicherheitsdirektorin Yvonne Schärli-Gerig beauftragt Dr. iur. Jürg Sollberger mit der Durchführung der Untersuchung.

Der 1940 geborene Sollberger war in seiner Laufbahn jahrelang als Untersuchungs- und Einzelrichter tätig. Von 1991 bis 2003 war er Richter am Obergericht des Kantons Bern, wo er auch dem Wirtschaftsstrafgericht sowie der Kriminalkammer angehörte. Dr. iur. Jürg Sollberger präsidierte zudem das Geschworenengericht des Kantons Bern. Nach 2003 arbeitete er für den Verein Competence Center Forensik und Wirtschaftskriminalistik CCFW als Kursleiter und Dozent im Bereich Forensik.

Sollberger überprüft Vorwürfe erneut

Im Rahmen seines Auftrags wird der Untersuchungsbeauftragte den Fall eines Polizisten, welcher seine Freundin verprügelte, erneut prüfen. Ausserdem sollen auch weitere Fälle untersucht werden, in denen gegen Mitarbeitende der Luzerner Polizei Strafrechts- und/oder Administrativverfahren geführt worden sind.

Vergangene Woche hatte die «Rundschau» des Schweizer Fernsehens gemeldet, ein Kadermann der Luzerner Polizei solle, obwohl er seine Freundin verprügelt habe, befördert worden sein. Schon länger war bekannt, dass ein weiterer Kaderpolizist eine ihm unterstellte Mitarbeiterin sexuell genötigt haben soll. Am Mittwoch berichtete der «Tages-Anzeiger» zudem dass ein vorbestrafter Luzerner Kaderpolizist befördert worden sei.

Sicherheitsdirektorin Yvonne Schärli und Polizeikommandant Beat Hensler sagten am Mittwoch vor den Medien, dass die Fälle unabhängig und transparent aufgeklärt werden sollen und dass für die Polizisten eine Whistleblower-Stelle eingerichtet werde. Schärli bekräftigte zudem, dass der Polizeikommandant «im Moment» noch ihr Vertrauen geniesse.

sda/pd/nop