POLIZEI-AFFÄRE: Strafverfahren gegen Beat Hensler eröffnet

Neues Ungemach für den Luzerner Polizeikommandanten Beat Hensler: Die Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren eröffnet – wegen Verdacht auf Amtsgeheimnisverletzung.

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Beat Hensler, Kommandant der Luzerner Polizei. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Beat Hensler, Kommandant der Luzerner Polizei. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Simon Kopp, Sprecher der Staatsanwaltschaft Luzern, bestätigt gegenüber der SRF-Sendung «Rundschau», dass die Staatsanwaltschaft Luzern ein Verfahren gegen Beat Hensler eingeleitet hat. Die Untersuchung führt eine Staatsanwältin aus dem Kanton Uri.

Die Ermittlungen gehen auf das Schockvideo zurück, das im vergangenen August an die Öffentlichkeit gelangt ist. Auf dem Video ist zu sehen, wie ein 29-jähriger Elitepolizist einen wehrlos am Boden liegenden rumänischen Einbrecher mit Tritten an den Kopf traktiert. Das Oper erlitt Prellungen, Blutergüsse und Schürfungen am Kopf.

Laut der «Rundschau» hat Kommandant Beat Hensler die Überwachungsaufnahmen drei Wochen nach dem Vorfall den Mitgliedern der Sondereinheit «Luchs» gezeigt.

Damit verstösst der höchste Luzerner Polizist möglicherweise gegen die Geheimhaltungspflicht im internen Dienstbefehl, wonach gegenüber unbeteiligten Korpsmitgliedern das Amtsgeheimnis strikt zu wahren ist. Hensler führte aber auch Beweismittel während des laufenden Strafverfahrens vor – ohne Einwilligung der zuständigen Staatsanwältin.

Der Anwalt des beschuldigten Elitepolizisten reichte Mitte August eine Verwaltungsbeschwerde beim Luzerner Regierungsrat ein. Darin verlangte er offenbar auch die strafrechtliche Prüfung von Henslers interner Videovorführung. Beat Hensler war für eine Stellungnahme gegenüber der «Rundschau» nicht erreichbar. Er weilt in den Ferien. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

rem