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POLIZEI-AFFÄRE: Video zeigt prügelnden Luzerner Polizisten

Ein neues Video bringt Erschreckendes an den Tag: Es zeigt einen Luzerner Elitepolizisten, der mehrmals mit den Füssen gegen einen wehrlosen, am Boden liegenden Einbrecher tritt.
Die Überwachungskamera filmt den Prügelpolizisten. (Bild: SRF)

Die Überwachungskamera filmt den Prügelpolizisten. (Bild: SRF)

Laut einem Beitrag der SRF-Sendung Rundschau ist am 3. Juni 2013 folgendes vorgefallen: Zwei rumänische Einbrecher sind kurz vor 4 Uhr morgens in ein Uhrengeschäft in Luzern eingedrungen. Bei der Luzerner Polizei geht ein stiller Alarm los. Als die erste Patrouille am Tatort eintrifft, flüchtet der eine der beiden Einbrecher, ein 25-jähriger Rumäne zurück ins Gebäude. Dort wird er festgenommen. So die Version der Luzerner Polizei (zum Artikel »).

Videoaufnahmen aus einer Überwachungskamera, welche die «Rundschau» am Mittwoch publiziert hat, zeigen Erschreckendes: Zu sehen ist ein Elitepolizist, der auf den wehrlos am Boden liegenden Mann ohne ersichtlichen Grund mit fünf Fusstritten auf dessen Kopf traktiert. Das Opfer erleidet Prellungen, Blutergüsse und Schürfungen am Kopf.

Für den externen Gutachter Jürg Sollberger ist klar, dass solch ein Verhalten eines Elitepolizisten nicht tolerierbar ist. Gegenüber der «Rundschau» erklärt er: «Sobald der sich ergeben hat, ist jede Gewalt, die gegen den Betreffenden ausgeübt wird, nicht mehr im Rahmen des Zulässigen und damit nicht zu akzeptieren.»

Späte Suspendierung

Polizeikommandant Beat Hensler hat das Video wenige Tage nach dem Vorfall zu Gesicht bekommen. Trotz der erdrückenden Beweislage hat er offenbar davon abgesehen, per sofort personalrechtliche Massnahmen gegen den fehlbaren Polizisten zu ergreifen. Erst am 15. Juli suspendiert er ihn vom Dienst. Noch heute läuft gegen den fehlbaren Polizisten eine Strafuntersuchung.

«Dieses Video gibt auch mir zu denken», rechtfertigt sich Hensler im Rundschau-Studio auf den Fall angesprochen. Wiederholt betont er: «Das entspricht überhaupt nicht den Standards der Luzerner Polizei, denn diese arbeitet ausgezeichnet.» Das habe auch Jürg Sollberger in seinem Zwischenbericht festgestellt.

In der Vergangenheit sei sicher der «eine oder andere Fehler» gemacht worden, gestand Hensler weiter ein. Dieser Fall sei aber nicht repräsentativ für die Luzerner Polizei. Nun müssten die Voraussetzungen geschaffen werden, dass keine solchen Fälle mehr passieren würden. Man sei jetzt daran, die Mängel bei den Richtlinien anzupacken.

Eliteeinheit im Visier

Laut der «Rundschau» wird gar gegen 5 der 45 Polizisten der Eliteeinheit wegen Amtsmissbrauch oder unzulässiger Gewalt ermittelt. Chef der Einheit ist der seit Ende Juni suspendierte «Prügelpolizist», der seine Freundin an Heiligabend 2010 verprügelt hat und auch im Fall «Luchs» angeklagt ist.

In der «Rundschau» äusserte sich Hensler zum neu bekannt gewordenen Fall. Die Frage, warum es so lange gedauert habe bis zur Suspendierung des Polizisten, konnte Hensler nicht schlüssig beantworten. «Man muss den Suspendierungsentscheid seriös prüfen», sagte er lediglich. Der Polizist sei in den «rückwärtigen Dienst» versetzt worden, ausserdem habe er noch einige Tage Ferien eingezogen und sei noch in der Ausbildung gewesen.

Beat Hensler, der zunehmend in Bedrängnis gerät, denkt derweil nicht an einen Rücktritt. «Zum jetzigen Zeitpunkt kann ein Rücktritt kein Thema sein», sagt er im Interview mit unserer Zeitung.

rem/lm

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