Polizei erhöht Präsenz auf dem Bahnhofplatz

Die Luzerner Polizei hat ihre Präsenz auf dem Bahnhof- und dem Europaplatz während der «Määs» deutlich erhöht. Das Fazit fällt positiv aus.

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Polizisten markieren Präsenz auf dem Europaplatz vor dem KKL. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Polizisten markieren Präsenz auf dem Europaplatz vor dem KKL. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Der Bahnhof- und der Europaplatz sind neuralgische Punkte in der Stadt Luzern. Deshalb erhielten die Polizistinnen und Polizisten, die normalerweise auf diesen Plätzen für mehr Sicherheit sorgen, in den vergangenen zwei Wochen während der «Määs» Unterstützung von zusätzlichen Teams. Dies teilte die Luzerner Polizei und das Sicherheitsdepartement am Montag mit.

14 Festnahmen

Die Polizisten hielten auffällige Personen an und kontrollierten sie. Insgesamt nahmen sie 14 Personen fest, vier davon wegen Raubtatbeständen. Acht Personen wurden wegen Widerhandlung gegen das Ausländergesetz angezeigt. Zwei entwichene Personen konnten festgenommen werden. Und: Meist in den Abendstunden konnte die Polizei Streitigkeiten «im Keime ersticken».

Asylbewerber bereiten Probleme

Die Polizistinnen und Polizisten stellten aber auch fest, dass sich Asylbewerber, die sich normalerweise oft auf dem Bahnhofplatz aufhalten, ins Määs-Gelände verschoben hatten. Viele von ihnen seien mit Ein- respektive Ausgrenzungen belegt, hätten sich also an diesen Örtlichkeiten gar nicht aufhalten dürfen, heisst es weiter.

Weiterhin erhöhte Präsenz

Nach zwei Wochen zieht die Polizei nun Bilanz: Die deutlich erhöhte Präsenz war offensichtlich notwendig. Bereits während des Lucerne Festivals habe sie die Präsenz der uniformierten Polizei erhöht und damit «gute Erfahrungen gemacht», schreibt die Polizei.

Um das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung weiter zu verbessern und Straftaten zu verhindern, wird deshalb die sichtbare Polizeipräsenz auf den Plätzen vor dem Bahnhof und dem KKL bis auf weiteres erhöht. Die uniformierten Polizisten sollen bei Bedarf auch von zivilen Polizisten unterstützt werden. Die Zahl der zusätzlich eingesetzten Polizistinnen und Polizisten hängt von Tages- und Nachtzeit, Wetter und Events ab. Falls notwendig, soll die Präsenz auch nochmals verstärkt werden.

Videoüberwachung sinnvoll?

Die Polizei und das Sicherheitsdepartement wollen das Problem aber auch «nachhaltig» lösen. Mit dem Stadtrat und der Direktion für Umwelt, Verkehr und Sicherheit wollen sie deshalb entsprechende Massnahmen diskutieren. Dabei soll auch die Frage beantwortet werden, ob und in welcher Form die Videoüberwachung an diesen Plätzen notwendig ist.

Erst am vergangenen Mittwoch hatte der Luzerner Stadtrat mitgeteilt, dass er die Ende 2008 installierten Kameras auf dem Bahnhofplatz abmontieren wolle. Nach vier Jahren fiel die Bilanz ernüchternd aus: keine merkliche Verbesserung der Situation. Und: Die Polizei beurteilte die Aufnahmen als ungenügend zur Fahndung und als Beweismittel.

sda/rem

Kameras belassen?

Bahnhofplatz bem. Regierungsrätin Yvonne Schärli stellt die vom Stadtrat geplante Abschaffung der sechs Videokameras auf dem Bahnhofplatz in Frage. «Die Kameras sind eine Unterstützung für die Polizei», sagt sie. Deshalb möchte sie das Thema Videoüberwachung demnächst mit dem Stadtrat diskutieren. Der Kanton wäre laut Schärli sogar bereit, die Videoüberwachung auf dem Bahnhofplatz mitzufinanzieren.

Das Interview mit Regierungsrätin Yvonne Schärli lesen Sie am Dienstag in der Neuen LZ und im E-Paper.