Polizei warnt vor Bitcoin-Betrügern im Kanton Luzern – Deliktsumme beläuft sich auf über 500'000 Franken

Sie hofften auf den grossen Gewinn und überwiesen deshalb tausende Franken an Unbekannte. Die Opfer sind Gaunern auf den Leim gekrochen. Dahinter verbirgt sich eine alte Masche. 

René Meier
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Im Kanton Luzern sind mehrere Personen von sogenannten Vorschussbetrügern übers Ohr gehauen worden. Der Polizei sind Fälle bekannt, wonach Betrüger mehrere zehntausend Franken, in einigen Fällen sogar über einhunderttausend Franken ergaunert haben. «Die Deliktsumme beläuft sich auf über 500'000 Franken», wie Urs Wigger, Mediensprecher der Luzerner Polizei, auf Anfrage sagt. Bei der Polizei sind zehn Anzeigen eingegangen, die Dunkelziffer dürfte höher liegen. 

Das Vorgehen der Betrüger ist immer dasselbe: Im Internet und in sozialen Medien kursieren dubiose Werbungen für Geldanlagen rund um Kryptowährungen. Nicht selten werden dazu auch die Namen von Prominenten missbraucht. Beispiel Roger Federer: Auf gefälschten Webseiten wirbt der Tennisspieler für ein Bitcoin-Portal. Dabei wurde auch das Logo unserer Zeitung missbräuchlich eingesetzt:

Die Betrüger versprechen dabei sehr hohe Renditen, meist bleibt aber völlig unklar, womit man das Geld verdienen soll und wie das entsprechende Geschäftsmodell funktioniert.

Die Geschädigten klicken auf ein solches Inserat und melden sich mit einem Formular an. Anschliessend meldet sich ein Kundenberater und bringt die Geschädigten dazu, einen Betrag per Kreditkarte zu bezahlen. Oftmals werden die Opfer dazu gedrängt, weitere Beträge einzuzahlen, um dann so an die entsprechenden Gewinnauszahlungen zu kommen. Irgendwann ist dann der persönliche Berater nicht mehr erreichbar.

Das investierte Geld ist in der Regel verloren, da die Betrüger aus dem Ausland operieren und kaum belangt werden können. Hinzu kommt, dass die Internetseiten nicht selten in Ländern wie Panama oder den Marshall-Inseln registriert sind. Deshalb gibt die Polizei Tipps, wie man sich vor dieser Masche schützen kann: 

  • Vertrauen Sie niemanden, den Sie nur über das Internet kennen.
  • Ignorieren Sie Angebote mit auffallend hohen Renditen oder unrealistischen Einkommensversprechungen.
  • Holen Sie sich Informationen über den Anbieter ein, bei dem Sie Geld anlegen wollen. Konsultieren Sie dazu die Finma-Warnlisten oder die Hotline für Privatpersonen unter https://www.finma.ch/de/finma-public/warnliste/
  • Misstrauen Sie intransparenten und unverständlichen Geschäftsmodellen zu denen Sie erst nach der Kontaktaufnahme der Registrierung mehr Informationen erhalten.
  • Geben Sie niemals Ihre Passwörter oder Ihre amtlichen Dokumente weiter.
  • Geben Sie niemandem Zugriff auf ihren Computer (Fernwartungs-Software)
  • Leisten Sie nie eine Vorauszahlung, wenn Sie dem Gegenüber nicht vollständig vertrauen.
  • Betroffene sollten die verwendete Kreditkarte umgehend sperren lassen.

Ein besonders krasser Fall machte jüngst «10vor10» publik: Dabei verlor ein Arzt aus dem Kanton Schwyz rund eine halbe Million Franken:

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