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POLIZEIKRISE: Neue Vorwürfe gegen Beat Hensler

Ein Polizist soll einen Einbrecher mit Fusstritten traktiert haben. Suspendiert wurde er erst sechs Wochen später.
Luzia Mattmann

Neue Enthüllungen sorgen in der Polizeikrise für Wirbel: Ein 29-jähriger Elitepolizist hat am 3. Juni einen wehrlos am Boden liegenden rumänischen Einbrecher mit Tritten an den Kopf traktiert. Wie die «Rundschau» gestern berichtete, hat das Opfer Prellungen, Blutergüsse und Schürfungen am Kopf erlitten.

Polizist schlägt Mann

Eine Überwachungskamera hat den Übergriff aufgezeichnet. Die Luzerner Polizei stellt im Rahmen ihrer Ermittlungen diese Videobeweise sicher und leitet sie der Staatsanwaltschaft weiter. Gegen den Elitepolizisten der Interventionseinheit SPID (ständiger Präsenz- und Interventionsdienst) läuft seit Anfang Juni ein Strafverfahren wegen Amtsmissbrauch und Körperverletzung. Suspendiert wurde der Polizist aber erst sechs Wochen später, am 15. Juli. Administrativuntersuchungsleiter Jürg Sollberger kritisierte gegenüber der «Rundschau» dieses Zögern: Massnahmen seien sofort zu treffen.

Statt den fehlbaren Elitepolizisten unverzüglich zu suspendieren, zeigte Kommandant Beat Hensler die Überwachungsaufnahmen am 24. Juni Mitgliedern seiner Sondereinheit. Diese Videovorführung verstösst einerseits gegen die Geheimhaltungspflicht in einem internen Dienstbefehl. Zudem erfolgte diese Aktion während des laufenden Strafverfahrens, ohne Zustimmung der Staatsanwaltschaft.

Eliteeinheit im Visier

Laut der «Rundschau» wird gar gegen 5 der 45 Polizisten der Eliteeinheit SPID wegen Amtsmissbrauch oder unzulässiger Gewalt ermittelt. Chef der Einheit ist der seit Ende Juni suspendierte «Prügelpolizist», der seine Freundin an Heiligabend 2010 verprügelt hat und auch im Fall «Luchs» angeklagt ist.

In der «Rundschau» äusserte sich Hensler zum neu bekannt gewordenen Fall. Die Frage, warum es so lange gedauert habe bis zur Suspendierung des Polizisten, konnte Hensler nicht schlüssig beantworten. «Man muss den Suspendierungsentscheid seriös prüfen», sagte er lediglich. Der Polizist sei in den «rückwärtigen Dienst» versetzt worden, ausserdem habe er noch einige Tage Ferien eingezogen und sei noch in der Ausbildung gewesen.

Beat Hensler, der zunehmend in Bedrängnis gerät, denkt derweil nicht an einen Rücktritt. «Zum jetzigen Zeitpunkt kann ein Rücktritt kein Thema sein», sagt er im Interview mit unserer Zeitung.

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