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Pollen-Radar: Allergiker atmen bald auf - dank Technologie aus Luzern

Rund 1.2 Millionen Menschen leiden in der Schweiz an einer Pollenallergie. Welche Pollen in der Luft liegen, erkennen sie oft erst, wenn es zu spät ist. Dies soll sich ändern dank neuen Messstationen – entwickelt in der Zentralschweiz.
Sandra Peter
Auf dem Dach der Hochschule Luzern in Horw testen Erny Niederberger (v.l.), Philipp Burch und Reto Abt die Messstation. (Martin Vogel/PD)

Auf dem Dach der Hochschule Luzern in Horw testen Erny Niederberger (v.l.), Philipp Burch und Reto Abt die Messstation. (Martin Vogel/PD)

Ein Start-up der Hochschule Luzern (HSLU) hat ein neues Verfahren für die automatische Messung der Pollen in der Luft entwickelt. Dies ermöglicht es, den Pollenflug in Echtzeit zu erfassen. Meteo Schweiz testet derzeit den ersten Prototypen des Messgerätes in Payerne.

Bisher erfolgte die Auswertung durch Meteo Schweiz manuell anhand der auf einem Klebestreifen abgesetzten Pollen. Durch das aufwändige Verfahren standen die Daten jeweils erst rund eine Woche verzögert zur Verfügung. Meteo Schweiz testet das neue Verfahren noch bis im September und vergleicht die Ergebnisse der Messungen mit jenen der alten Methode.

Produktion für den europäischen Markt geplant

Erny Niederberger, einer der Gründer des Start-ups Swisens und wissenschaftlicher Mitarbeiter der HSLU, ist überzeugt, dass das Fazit positiv ausfallen wird. «Wir sind aufgrund der bisherigen Messresultate sehr zuversichtlich, dass das Gerät die wichtigsten Pollensorten sehr gut voneinander unterscheiden kann und zuverlässig funktioniert. Nun erfolgt noch der Härtetest im Dauerbetrieb bei jeglichen Wetterbedingungen», sagt er. «Wir planen, im Jahr 2019 die ersten Geräte zu verkaufen. Wir werden im Herbst auf Investorensuche für die Produktion gehen.»

Der exakte Bedarf an Messstationen lasse sich jedoch nicht voraussehen, so Niederberger. Man rechne mit 50 oder mehr. «Das sind High-Tech-Geräte. Privat wird sich kaum einer ein solches Messgerät leisten können». Einen finalen Verkaufspreis gibt er noch nicht bekannt. Meteo Schweiz betreibt aktuell insgesamt 14 Messstationen, als Markt sehen die Start-up-Gründer ganz Europa.

Die ersten Geräte will die Swisens AG in Horw produzieren, die Zentralschweiz als Firmen-Standort will die Firma beibehalten. Ein Förderprojekt der Hochschule Luzern stellt Start-ups günstige Räume zur Verfügung. Für einen solchen Raum hat sich auch die Swisens AG beworben.

Pilzsporen sind auch erkennbar

Die neue Technologie eignet sich nicht nur zur Erfassung von Pollen. «Mit dem neu entwickelten Verfahren lassen sich auch andere Partikelklassen unterscheiden. Man kann beispielsweise auch Schimmelpilzsporen in Echtzeit messen, welche noch kleiner als Pollen sind», erklärt Niederberger. Die Pollenmessung sei erst der Anfang.

Finanzielle Unterstützung

Die drei Inhaber der Swisens AG Reto Abt, Philipp Burch und Erny Niederberger haben das Kapital für die Gründung ihrer Start-up-Firma selber eingebracht. Für die Entwicklung des Prototyps waren Kosten von rund einer halben Million Franken zu decken. Dafür haben die drei Gründer Unterstützung von Innosuisse (ehemals KTI), dem Förderprogramm des Bundes für innovative Projekte, beantragt und erhalten. Für diese Projekte gilt, dass die Firma mindestens 50 Prozent der Kosten selber tragen muss - für das Material und die eigene Arbeitsleistung. Der Bund bezahlt die zusätzlich für das Projekt eingesetzten Spezialisten des Forschungspartners, in diesem Fall jene der Hochschule Luzern. Die Volkswirtschafts-Stiftung gewährte den Unternehmern zudem ein zinsloses Darlehen von 100'000 Franken.

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