Portier wegen sexueller Nötigung verurteilt

Das Luzerner Obergericht hat einen 41-jährigen Mann wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren, davon sechs Monate unbedingt, verurteilt. Damit hob es den erstinstanzlichen Freispruch auf.

Drucken
Teilen
Das Luzerner Obergericht sprach das Urteil gegen den Portier. (Bild: Maria Schmid/Neue LZ)

Das Luzerner Obergericht sprach das Urteil gegen den Portier. (Bild: Maria Schmid/Neue LZ)

Der Beschuldigte arbeitete als Portier in einem Luzerner Hotel. Im Herbst 2009 soll er eine damals knapp 17-jährige Lernende vergewaltigt und zu Analverkehr gezwungen haben.

Das Luzerner Kriminalgericht hatte den 41-Jährigen gemäss dem Grundsatz «im Zweifel für den Angeklagten» freigesprochen. Die Privatklägerin und die Staatsanwaltschaft akzeptierten den Freispruch nicht und gelangten ans Obergericht. Mit Erfolg.

Laut dem am Montag veröffentlichen Urteil analysierte das Obergericht die Aussagen des Beschuldigten und der Privatklägerin und setzte sich mit weiteren Indizien auseinander.

Gestützt darauf kam es - anders als das Kriminalgericht - zum Schluss, dass sich das Opfer hinreichend gegen das Vorgehen des Beschuldigten gewehrt habe, dass dies für ihn erkennbar gewesen sei und er dies auch tatsächlich erkannt habe.

So hat das Obergericht den Mann der Vergewaltigung und sexueller Nötigung schuldig befunden. Zudem muss er der Privatklägerin eine Genugtuung von 15'000 Franken bezahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, es kann mit Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden.

sda