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PORTOKOSTEN: AHV-Stelle: Steuergelder verschleudert?

Die Ausgleichskasse Luzern frankiert viele Briefe regulär, statt sie im Massenversand aufzugeben. Andere Kantone sparen damit Zehntausende von Franken.
Sind in Luzern bei der AHV-Stelle Steuergelder verschleudert worden? (Bild: Archiv Neue LZ)

Sind in Luzern bei der AHV-Stelle Steuergelder verschleudert worden? (Bild: Archiv Neue LZ)

Yasmin Kunz

Neben den monatlichen Rechnungen flattern Anfang Jahr unter anderem Steuerausweise, AHV-Anpassungen und Informationen über Prämienverbilligungen ins Haus. Meistens sind Briefe der Versicherung oder der Steuerbehörde anders frankiert als private Briefe. Grund: Die Post hat für Grosskunden spezielle Tarife. Ab 350 Stück gibt es die Möglichkeit der Massensendung. Diese sogenannte B2-Post kostet noch 53 Rappen pro Brief anstatt der regulären 85 Rappen.

Massenversand ist langsamer

Nicht alle Unternehmen machen von diesen Sonderkonditionen Gebrauch. Die Luzerner Ausgleichskasse verschickt pro Jahr mehrere Briefsendungen zum normalen B-Post-Tarif. Eine Rentnerin aus der Region stört sich daran und hat bei der Luzerner Ausgleichskasse nachgefragt, weshalb diese Briefe nicht im Massenversand verschickt werden.

Urs Hofstetter, Direktor der Luzerner Ausgleichskasse, begründet dies auf Anfrage wie folgt: «Wir legen grossen Wert darauf, unsere Kunden zeitnah, bedarfsgerecht und unter der Berücksichtigung der vorgeschriebenen Fristen zu informieren.» Konkret: Reguläre B-Post kommt in drei Tagen an, eine längere Wartezeit will man den Kunden nicht zumuten.

Angesichts der Auskunft von Bernhard Bürki, Mediensprecher der Post, ist Hofstetters Argument nachvollziehbar. Er erklärt: «Die Zustellungsdauer im Massenversand kann doppelt so lang sein wie jene der normalen B-Post.» So könne es ab Abgabedatum bis zu sechs Werktage dauern, bis ein B2-Brief ankommen würde. Doch spielt die Zustellungsdauer eine Rolle bei diesen Briefen? Hofstetter sagt: «Für uns hat die schnellere Zustellung mit Kundenfreundlichkeit zu tun. Deshalb informieren wir beispielsweise AHV-Bezüger rechtzeitig über die Erhöhung der Leistungen.»

Steuerformular kommt später

Für die erwähnte Rentnerin hingegen ist das Argument der Kundenfreundlichkeit nicht nachvollziehbar. Es sei unwichtig, ob sie im Dezember oder Januar über die AHV-Anpassungen informiert werde. Und: «Beim Steuerausweis, der im Dezember verschickt wird, ist es das Gleiche. Die Steuern muss ich Ende März einreichen.» Das Steuerformular habe sie noch gar nicht erhalten.

Die Luzerner Ausgleichskasse sendet einmal im Jahr die Steuerausweise und alle zwei Jahre den AHV-Informationsbrief. Nimmt man ein Jahr, in dem die rund 40 000 Rentner beide Briefe mit der B-Post erhalten, also 80 000 Briefe rausgehen, kommt man auf einen Portobetrag von 68 000 Franken. Würden die Briefe als Massenversand verschickt, also zu 53 Rappen pro Stück, würde es nur 42 400 Franken kosten, also 25 600 Franken weniger. Hofstetter sagt dazu: «Dass dieser Service einem Bedürfnis entspricht, zeigen die vielen telefonischen Anfragen der Kunden. Sie wollen rechtzeitig informiert werden und den Steuerausweis möglichst schnell im Briefkasten haben.»

Auch Entscheide der Prämienverbilligungen gelangen per B-Post zum Empfänger. Bei 70 000 Personen, die Prämienverbilligung erhalten, gibt das eine mögliche Sparsumme von 22 400 Franken. Die Portokosten der AHV-Stellen werden vom AHV-Ausgleichsfonds übernommen. Dieser wird wiederum durch die AHV-Beiträge gespiesen.

Elisabeth Hostettler, Sprecherin des Bundesamtes für Sozialversicherungen, sagt: «Grundsätzlich ist es den Ausgleichskassen freigestellt, ob sie Briefe als B-Post oder als Massenversand aufgeben.»

St. Gallen spart bei AHV-Post

Ein Blick in andere Kantone zeigt, dass andere Ausgleichskassen hingegen beim Porto sparen. Bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA St. Gallen) wiegt man ab, wann eine 85-Rappen-Frankatur vertretbar ist. Marco Wagner von der SVA St. Gallen erklärt: «Gewisse Briefe müssen fristgerecht ankommen. Wenn dies nicht gewährleistet werden kann, resultiert für uns ein Mehraufwand.» In St. Gallen gab es Ende letztes Jahr auch einen Fall, in dem Informationsbriefe per Massenversand erst spät bei den Kunden eintrafen. Aufgrund der Rückläufe führte dies zu einer Kettenreaktion und damit letztlich zu Mehraufwand. Dennoch werde man auch dieses Jahr die Infobriefe voraussichtlich wieder per Massenversand verschicken. Wagner erklärt: «Wir werden den Versand nach Möglichkeit um ein paar Tage vorverlegen, damit wir genügend Zeit für die Bearbeitung der Rückläufe haben.»

Gespart wird bei der SVA St. Gallen auch bei eingeschriebenen Briefen. «Diese versenden wir mit A-Plus-Frankierung. Dabei zahlen wir pro Sendung 2.40 statt 5.30 Franken», so Wagner. A-Plus bedeutet, dass der Brief, im Gegensatz zum eingeschriebenen Brief, nicht quittiert wird. Pro Jahr lässt die SVA St. Gallen etwa 4000 solcher Briefsendungen raus spart so jährlich gegen 10 000 Franken.

Noch mehr Sparpotenzial

Die Luzerner Ausgleichskasse hat diesen Wechsel ebenfalls geprüft, entschied aber, die über 5000 eingeschriebenen Briefe pro Jahr weiterhin mit 5.30 Franken frankieren. Hof­stetter erklärt: «Wir wollen, dass der Kunde den Erhalt des wichtigen Dokuments quittiert, was zur Rechtssicherheit beiträgt.» Dabei könnte die Luzerner Ausgleichskasse so weitere 14 500 Franken sparen. Insgesamt könnte die Ausgleichskasse damit jährlich bis zu 60 000 Franken sparen.

Noch weiter als die St. Galler geht die Aargauer Ausgleichskasse der Sozialversicherungen: Sie verschickt alle Post per Massenversand. Medienleiterin Elefteria Xekalakis: «Bevor wir Kosten generieren, überprüfen wir die Prozesse.»

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