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PORTRÄIT: Ihre Liebe begann mit E.T.

Luzerns Stadtpräsident Stefan Roth zeigt sich ganz privat. Der 53-Jährige über seine Frau, über Kritik, Niederlagen und Glück.
Andrea Schelbert
Einstimmung auf Weihnachten: Stefan und Ursi Roth beim Lesen von Weihnachtskarten in ihrer Stube in Littau. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Einstimmung auf Weihnachten: Stefan und Ursi Roth beim Lesen von Weihnachtskarten in ihrer Stube in Littau. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Wer Stefan Roth an einem Wochenende zum Essen einladen möchte, muss sich bis April des kommenden Jahres gedulden. Der Luzerner Stadtpräsident hat ein intensives Berufsleben mit vielen Verpflichtungen. Das Handy des 53-jährigen Littauers ist immer auf lautlos gestellt. «Die dauernde Erreichbarkeit hat bei mir Grenzen. Sie hören mein Handy nie klingeln», betont der Stadtpräsident, der auch Finanzdirektor ist. Wenn er jeden Anruf entgegen nehmen würde, könnte er nicht effizient arbeiten. «Diejenigen, die etwas von mir möchten, rufen auch noch ein zweites oder drittes Mal an.»

An vier von fünf Abenden pro Woche ist der zweifache Familienvater beruflich unterwegs. Er habe in seinem ersten Amtsjahr die Erfahrung gemacht, dass man den Luzerner Stadtpräsidenten an fast allen Anlässen persönlich dabeihaben möchte. Das sei aber nicht möglich. «Ich musste lernen, Nein zu sagen.» Der CVP-Politiker benötigt zwischendurch seinen Freiraum und ein Umfeld, in dem es nicht um Politik geht. «Weihnachten ist für mich so eine Ruhephase. Zwischen dem 24. Dezember und dem 7. Januar darf mir das Sekretariat keine Termine eintragen», erklärt Roth. Diese Zeit wolle er mit seiner Familie und Freunden geniessen. «Beziehungen und Freundschaften müssen gepflegt werden. Denn Politik ist vergänglich.» Dass ihm sein Familienleben sehr wichtig ist, betont Stefan Roth mehrmals. «Damit ich die hohen Präsenzzeiten bewältigen kann, brauche ich ein intaktes Daheim. Meine Familie gibt mir Kraft im Leben.»

Gegensätze ziehen sich an

Stefan Roth ist seit 25 Jahren mit Ursi verheiratet. Hat er ein Erfolgsrezept für die Ehe? «Wir unternehmen viel und achten darauf, dass die Beziehung nicht monoton wird. Ich versuche meine Frau so oft wie möglich zu beruflichen Anlässen mitzunehmen, damit wir gemeinsam etwas erleben. Eine Beziehung kann nicht funktionieren, wenn einer der beiden Partner um 22 Uhr am Abend heimkommt und am nächsten Morgen um 6 Uhr früh wieder zur Arbeit geht.» Er sei stolz, dass ihn seine Frau begleite und schnell Kontakte knüpfe. «In dieser Hinsicht konnte ich viel von ihr lernen. Ich bin ein eher ruhiger und sachlicher Typ, meine Frau ist viel lebhafter. Das ist wohl auch der Grund, warum ich mich in sie verliebt habe», so Roth. Er war 24 Jahre alt, als er seine Frau kennen gelernt hat. «Wow», sagte er, nachdem er sie zum ersten Mal in seiner damaligen Clique gesehen hatte. Die beiden schauten sich einige Wochen später zusammen den Film «E.T.» im Kino an. «Sie hat mir danach eine kleine E.T.-Figur aus Leder geschenkt. Ich denke, dass dies der Startpunkt unserer Beziehung war.»

Das Ehepaar Roth freut sich, wenn Tochter Laura (22) und Sohn Dario (20) Freunde nach Hause mitbringen. Die Familie trifft sich jeden Sonntagabend zum gemeinsamen Essen und Austausch. «Wir spüren, dass unsere Kinder nun in einem Ablösungsprozess sind. Bald wird die Zeit kommen, wo sie nicht mehr zu Hause sein werden», glaubt der Luzerner. Mit dem Loslassen habe er keine Mühe. «Meine Frau und ich freuen uns darauf, dass es etwas ruhiger wird und wir mehr Zeit füreinander haben. Uns ist wichtig, dass die Kinder spüren, dass sie immer ein offenes Elternhaus haben.»

Roth ist ein gläubiger Mensch, der unregelmässig betet. Über seine Einstellung zum Tod hält er sich zurück: «Das Leben ist zu schön, um Gedanken an den Tod zu verschwenden.» Grosse Träume habe er keine. «Ich wünsche mir vor allem, dass ich die Vitalität und die Freude beibehalten kann und dass ich in meiner Funktion von meiner Familie unterstützt werde.» Es sei für seine Kinder nicht immer einfach, wenn ihr Vater im Fokus stehe. Er erfahre von seinen Sprösslingen, wie sie über sein Auftreten denken. Mal wird er für seine Antworten in einem Interview kritisiert, ein anderes Mal wollen die Kinder ihre Fragen beantwortet haben.

Man kann nicht immer lächeln

Kritik und Niederlagen gehören zum Leben eines Stadtpräsidenten. «In der Politik erlebt man Niederlagen, über die man sich ärgert und die einen frustrieren. Doch Niederlagen muss man akzeptieren können.» Manchmal sei es sinnvoller, über Umwege ans Ziel zu kommen. «Es heisst zwar, man solle gelassen bleiben und das Ganze nicht so ernst nehmen. Man kann aber nicht immer alles hinunterschlucken und lächeln. Ich bin der Meinung, dass man auch als Politiker Gefühle zeigen darf.»

Der Ton in der Politik sei rauer geworden. Roth schiebt einen Teil der Verantwortung den Medien zu: «Ich stelle fest, dass versucht wird, sehr vieles zu skandalisieren.» Trotzdem: Stefan Roth liebt sein Amt. «Es ist ein echtes Privileg, Stadtpräsident zu sein. Für mich ist es die schönste Aufgabe, die ich mir vorstellen kann.»

Der Stadtpräsident

Stefan Roth ist seit September 2012 Stadtpräsident von Luzern. Der 53-Jährige wurde 2010 in den Stadtrat gewählt und ist seither Finanzdirektor. Seit 2007 ist er Mitglied im Luzerner Kantonsparlament. Von 2004 bis 2009 amtete er als Littauer Gemeindeammann. Roth ist Betriebsökonom FH mit Nachdiplomstudium «Executive MBA» und Oberst a.D. der Luftwaffe.

Stefan Roth über

Vision: «Dass die Stadt Luzern auch 2035 die wohn- und lebenswerteste Stadt der Schweiz ist.»

Glück: «Wenn man eine intakte Familie und wenige, aber feste Freundschaften geniessen kann.»

Traumreise: «Meine Traumreise führt mich vermutlich einmal nach Bora Bora. Ich möchte auch mal aus dem Flugzeug steigen und mit unglaublich schönem Blumenschmuck begrüsst werden.»

Armee: «Sie ist weiterhin eine wichtige Institution. Wir brauchen eine glaubwürdige Armee, und damit sie das ist, braucht sie auch die notwendigen Ressourcen.»

GSoA: «Sie ist auf dem absteigenden Ast, wie die Initiative zur Abschaffung der Wehrpflicht gezeigt hat.»

Luzerner Polizeiskandal: «Eine Situation, die Luzern bewegt hat. Wir sind auf eine sehr gute Polizei angewiesen. Die Polizeiarbeit hat unter diesem Wirbel nicht gelitten.»

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