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POSTULAT: Neuer Anlauf für Velos am Quai

SP und Grüne verlangen, dass das Fahrverbot für Velofahrer am Quai zwischen Luzernerhof und Verkehrshaus aufgehoben wird. Die FDP ist skeptisch, die SVP vehement dagegen.
Hugo Bischof
Grossstadtrat Christian Hochstrasser (Grüne) vor dem Fahrverbot beim Nationalquai/Luzernerhof.Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 27. September 2016).

Grossstadtrat Christian Hochstrasser (Grüne) vor dem Fahrverbot beim Nationalquai/Luzernerhof.Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 27. September 2016).

Die Fraktionen der Grünen/Jungen Grünen und SP/Juso haben im Luzerner Stadtparlament ein Postulat eingereicht. Darin fordern sie, dass der Quai zwischen dem Luzernerhof (Schiffrestaurant Wilhelm Tell) und dem Verkehrshaus in Zukunft mit Velos befahren werden darf. In verschiedenen Städten in der Schweiz und im Ausland seien ähnliche Quai-Abschnitte als Fussgängerzone ausgeschildert – mit dem Zusatz «Velos gestattet», schreiben die Postulanten.

Zurzeit ist am rechten Seeuferweg Luzern ein allgemeines Fahrverbot signalisiert. Es gilt auch für Velofahrer. Wer sich nicht daran hält, wird von der Polizei mit 30 Franken gebüsst. Velofahrer, die vom Luzernerhof zum Verkehrshaus gelangen wollen, müssen heute die Haldenstrasse benützen. Diese sei für Velofahrer jedoch «unattraktiv, verkehrsreich und durch Ablad und parkierte Lastwagen im Bereich der Hotels teilweise auch gefährlich», so die Grünen und die SP.

Seit Jahren ein Thema in Luzern

Das Velofahrverbot am Quai aufzuheben, ist in Luzern ein altes Anliegen. Nicht nur Veloverbände und links-grüne Politiker reichten diesbezüglich Vorstösse ein. Letztmals blitzte 2003 die CVP mit einem Vorstoss im Stadtparlament ab, der eine Mischzone für Fussgänger, Velofahrer und Skater am Quai forderte.

Eine Mischzone schwebt jetzt auch Grünen und SP vor. «Fussgänger wären vortrittsberechtigt», sagt Grossstadtrat Christian Hochstrasser (Grüne), der den Vorstoss mit Nico van der Heiden (SP) lancierte. «Velofahrer müssten auf die Fussgänger Rücksicht nehmen und bei Bedarf Schritttempo fahren.» Bei grossem Fussgängeraufkommen könne es auch sein, dass die Fahrt mit Velos unterbunden würde. Die Velos würden wenn möglich zwischen den beiden Baumreihen am National- und Carl-Spitteler-Quai fahren. Hochstrasser: «Weiter Richtung Verkehrshaus ist der Quai schmaler, dort gibt es aber auch weniger Fussverkehr.»

Gemäss Hochstrasser signalisierten auch die Grünliberalen Sympathie für den Vorstoss. Ob er im Parlament eine Chance hat, muss sich jedoch erst zeigen. «Historisch und vom Ambiente her ist der Quai eine Flanierzone», sagte CVP-Grossstadtrat Roger Sonderegger gestern auf Anfrage: «Es kann nicht sein, dass hier E-Bikes durchrasen.» Wichtig sei, dass «die Fussgänger zuerst kommen». Wo es genügend Platz gebe, sei aber vorstellbar, «dass auch Velofahrer verkehren können». Sondereggers Fazit: «Wir könnten uns vorstellen, die Aufhebung des Velofahrverbots zu testen. Wenn es nicht funktioniert, ist die Signalisation rasch rückgängig gemacht.»

SVP befürchtet «Velorennstrecke»

Kritisch äussert sich FDP-Fraktionschefin Sonja Döbeli: «Ich bin überzeugt, dass die Attraktivität, dem Quai entlang zu schlendern, massiv beeinträchtigt, sprich – gefährlicher, wird, wenn Velos erlaubt wären.» Vehement gegen eine Aufhebung des Velofahrverbots am Quai ist SVP-Fraktionschef Marcel Lingg: «Unglaublich, welch niedrigen Stellenwert bei den Grünen und Linken heute ein Fussgänger noch hat.» Lingg befürchtet, dass Fussgängerzonen so zu «Velorennstrecken» verkommen: «Wie naiv muss man sein zu glauben, der Velofahrer würde konsequent im Schritttempo fahren!»

Inline-Skater sind vom Fahrverbot am Quai nicht betroffen, müssen aber auf die Fussgänger Rücksicht nehmen.

Hugo Bischof

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