PRÄMIEN: Der Kanton plant eine schwarze Liste

Wer die Krankenkasse nicht zahlt, dem sollen Ärzte und Spitäler die Behandlung verweigern dürfen. Zudem sollen alle säumigen Zahler registriert werden.

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Ärzte zeigen Nachsicht: «Nun ja, er steht auf der schwarzen Liste, aber es scheint ein Notfall zu sein.» (Karikatur Jals/Neue LZ)

Ärzte zeigen Nachsicht: «Nun ja, er steht auf der schwarzen Liste, aber es scheint ein Notfall zu sein.» (Karikatur Jals/Neue LZ)

«So bald wie möglich» will das Gesundheitsdepartement eine schwarze Liste mit Personen einführen, die ihre Krankenkassenprämien nicht zahlen. Daniel Wicki, Leiter Abteilung Gesundheit und Soziales beim Kanton, bestätigt einen Bericht von «20 Minuten».

Die Zahlungsunwilligen sollen «ausser in Notfällen» keine medizinischen Leistungen mehr erhalten, sagt Wicki. Einsicht in die Datenbank sollen voraussichtlich alle Leistungserbringer aus dem Kanton Luzern wie Spitäler, Ärzte, Chiropraktiker und Apotheker erhalten.

«Ein grosses Problem»
Derzeit bleiben Spitäler und Ärzte auf Behandlungsrechnungen sitzen, weil die Krankenkassen die Kosten nicht mehr übernehmen, wenn jemand seine Kassenprämien nicht bezahlt. Jährlich würden Spitäler und Arztpraxen im Kanton Luzern «um Millionenbeträge» betrogen, so Wicki. Wie viele Leute genau ihre Prämien nicht zahlen, könne er nicht beziffern. «Wir sehen aber an der Summe, dass es ein grosses Problem ist.»

Weitere Details zur schwarzen Liste, etwa wer sie führt, sind noch nicht bekannt. «Wir stehen erst am Anfang», sagt Wicki. Unter anderem müssen noch Fragen zum Datenschutz geklärt werden. «Wir müssen sicherstellen, dass mit der Liste kein Missbrauch betrieben werden kann, denn darauf sind hochsensible Daten.»

Thomas Oswald

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Luzerner Zeitung.