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PRÄMIEN: Luzerner Kleinkasse brilliert

Die günstigste Krankenkasse im Kanton Luzern ist eine hiesige und hat ihren Sitz im Hinterland. Wer seinen Versicherer bis Ende November wechseln will, hat aber weitere günstige Alternativen.
Lukas Nussbaumer
Eine Pflegefachfrau überwacht eine Patientin. Symbolbild: Corinne Glanzmann (Wolhusen, 27. April 2017)

Eine Pflegefachfrau überwacht eine Patientin. Symbolbild: Corinne Glanzmann (Wolhusen, 27. April 2017)

Lukas Nussbaumer

lukas.nussbaumer@luzernerzeitung.ch

Die Krankenkasse Luzerner Hinterland aus Zell, die im Kanton Luzern rund 20 000 Personen versichert, ist in zwei der drei ­Luzerner Prämienregionen die günstigste. Der Unterschied zur teuersten, der Visana, Bern, mit landesweit einer halben Million Versicherten (Luzern: 2530 Personen), beträgt in der Prämien­region 1 happige 131.60 Franken (siehe Tabelle). André Müller, in der Geschäftsleitung der Hinterländer Kasse für die Mitglieder verantwortlich, führt das vorab auf zwei Gründe zurück.





So habe die in zehn Kantonen aktive Kasse tiefe Verwaltungskosten. Ein Blick in den Geschäftsbericht 2016 bestätigt dies: Die Verwaltungskosten betrugen nur 3,45 Prozent, der landesweite Durchschnitt liegt bei rund 5 Prozent. Ausserdem würden die meisten Kunden in ländlichen Gebieten wohnen. «Dort überlegt man sich zweimal, ob ein Arztbesuch wirklich nötig ist», sagt Müller. Grosse Wachstumspläne habe der regional ­verankerte Krankenversicherer nicht. «Wir versuchen jeweils, die Mitgliederzahl zu halten, sind aber einem moderaten Wachstum gegenüber nicht abgeneigt.» Wie viele Personen in diesem Jahr zur Krankenkasse Luzerner Hinterland wechseln würden, sei «sehr schwierig abzuschätzen», sagt André Müller.

Landesweit wechseln pro Jahr zwischen 600 000 und 800 000 Versicherte die Krankenkasse, sagt Felix Schneuwly, Krankenkassenexperte des Internet-­Vergleichsdiensts Comparis.ch. Hauptgrund dafür sei nicht die absolute Höhe der Prämie, sondern der Anstieg. Er erwartet in diesem Jahr eine ähnlich hohe Fluktuation wie im langjährigen Mittel. Bis Ende November kann der alten Kasse gekündigt und bis Ende Dezember einem neuen Versicherer beigetreten werden. Die nach wie vor beliebteste Franchise ist die mit 300 Franken tiefste, gefolgt von der mit 2500 Franken höchstmöglichen.

Unterschiede zwischen den Prämien nehmen ab

Felix Schneuwly kennt auch die Gründe für die erstaunlich grossen Prämiendifferenzen zwischen den Krankenkassen: die unterschiedliche Struktur der Versicherten (viele ältere und häufiger kranke Kunden führen zu höheren Prämien), der Umfang der Reserven, über die eine Kasse verfügt, sowie der Risikoausgleich. Dieser sorgt dafür, dass Kassen für ihre «gesunden» Kunden in einen Topf zahlen und für ihre «kranken» Versicherten Geld erhalten.

Der in diesem Jahr erweiterte Risikoausgleich soll zu sich angleichenden Prämien führen. Erste Erfolge stellen sich denn auch ein: Beträgt der Unterschied zwischen der teuersten und der günstigsten Kasse heuer noch rund 150 Franken, liegt die Differenz im nächsten Jahr 20 Franken tiefer. Schneuwly erwartet künftig eine weitere Angleichung der Prämien, jedoch keine Vereinheitlichung. «Das wäre auch nicht gut, es soll ja ein Wettbewerb statt­finden.» Dass dieser aktuell gut funktioniere, zeigt sich laut dem Experten am Beispiel der Prämien im Kanton Luzern.

Die über alle drei Luzerner Prämienregionen hinweg betrachtet günstigsten Kassen verfolgen komplett unterschiedliche Strategien: Die Krankenkasse Luzerner Hinterland konzen­triert sich auf die Region und gehört zu den ganz kleinen, die Assura, Pully, ist die viertgrösste im Land und positioniert sich klar als Billigkasse, und die Agrisano aus Brugg mit ihren landesweit zirka 130 000 Kunden zählt zu jenen mittelgrossen Kassen, die sich ganz auf ein Segment, in diesem Fall die Landwirtschaft, spezialisieren. Für Schneuwly heisst das: «Die Aussage, grosse Versicherer seien effizienter, stimmt nachweislich nicht. Eine Einheitskasse wäre also nicht automatisch günstiger.»

Krankenkassenprämien 2018 im Kanton Luzern. (Bild: Bundesamt für Gesundheit)

Krankenkassenprämien 2018 im Kanton Luzern. (Bild: Bundesamt für Gesundheit)

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