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PRÄMIENVERBILLIGUNG: Krankenkassen helfen Luzerner Kunden – und rühren die Werbetrommel

Die Concordia stellt 2 Millionen Franken zur Verfügung, um dem Kanton Prämienverbilligungen zahlreicher Kunden zurückzuzahlen. Die Imagepflege sei dabei nicht Motivation, sondern nur ein Nebeneffekt.
Die Krankenkasse Concordia in Luzern. (Bild: Nadia Schärli (25. August 2017, Luzern))

Die Krankenkasse Concordia in Luzern. (Bild: Nadia Schärli (25. August 2017, Luzern))

Kilian Küttel

kilian.kuettel@luzernerzeitung.ch

Es sind markige Worte aus dem Mund von Concordia-Sprecherin Astrid Brändlin: «Wir erachten den Entscheid des Kantons Luzern, von Familien schon ausbezahlte Prämienverbilligungen zurückzufordern, als skandalös.» Die Krankenkasse reagiert auf den «Skandal» auf besondere Art – und übernimmt zu einem beträchtlichen Teil die Rückzahlung der Prämienverbilligungen an den Kanton. Insgesamt stellt das Unternehmen dafür 2 Millionen Franken zur Verfügung. Das Geld stammt aus einer Stiftung, die von der Krankenkasse für Notfallsituationen gegründet wurde.

Von der Hilfe profitieren rund 4100 Personen, die von der neu definierten Einkommensgrenze betroffen sind: Weil der Kanton Luzern 15 Millionen Franken bei den Prämienverbilligungen sparen muss, hat er die Grenze von 75 000 auf 54 000 Franken herabgesetzt. Nur wer weniger verdient, hat noch Anspruch auf Prämienverbilligungen. Wer über der neuen Grenze liegt, muss nicht nur auf Verbilligungen verzichten, sondern sogar bereits bezogene Beiträge zurückzahlen (Ausgabe vom 13. September). «Wir wollen genau diesen Personen helfen. Denn wer Prämienverbilligungen beantragt, tut das nicht aus Spass», sagt Brändlin. Im Kanton Luzern müssen insgesamt 8000 Personen ihre Prämienverbilligungen rückerstatten.

Auch andere Versicherer reagieren

Nicht alle wird dieser Einschnitt gleich hart treffen, manch einer könnte aber in finanzielle Schräglage geraten. Das weiss auch der Kanton Luzern. Er hat darum jüngst an die Versicherer appelliert, bei den Rückzahlungen kulant zu sein. Diesem Aufruf folgten auch andere Kassen – wenn auch nicht im gleichen Umfang wie Concordia. Die CSS als zweite grosse Versicherung im Kanton Luzern wird die Rückzahlungen von ihren Kunden einfordern. «Aufgrund der rechtlichen Lage», wie die Versicherung beteuert. Die CSS-Kunden sollen in den nächsten Tagen detailliert informiert werden. Bei Bedarf bietet der Versicherer den Betroffenen an, kostenlose Ratenpläne zu erstellen. Ähnlich klingt es von der Sanitas: Sie akzeptiert bei Zahlungsengpässen ebenfalls Ratenzahlungen, ausserdem verzichtet sie auf Mahnungen. Und auch Helsana bietet Hand – etwa mit Abzahlungsvereinbarungen.

Das Engagement ist also von allen da. Obenaus schwingt aber Concordia, die 2 Millionen aus ihrer Stiftung zur Verfügung stellt und dem Kanton überweist. Warum tut sie das? Verspricht sie sich von der Aktion sogar einen positiven Werbeeffekt? Denn Tatsache ist, dass sich das Unternehmen in der Öffentlichkeit in einem guten Licht präsentieren kann. Astrid Brändlin will diese «unbeabsichtigte» Imagepflege nicht in Abrede stellen, sagt aber deutlich: «Diese ist ein angenehmer Nebeneffekt, war aber sicher nie unsere Motivation.» Für Concordia-Kunden sei die Situation eine grosse Belastung, und «auch uns macht sie zu schaffen».

Wohl auch deshalb hält das Unternehmen mit Kritik an den Sparmassnahmen des Kantons nicht zurück. «Die Concordia ortet in der Rückforderung einen Verstoss gegen Treu und Glauben», heisst es in einer Medienmitteilung des Versicherers von gestern. Dieses Aussage will Erwin Roos, Departementssekretär des Luzerner Gesundheits- und Sozialdepartements, nicht gelten lassen. Aus Sicht des Kantons bestehe dieser Verstoss nicht. Zum Vorwurf des «skandalösen Entscheids» sagt Roos: «Der Regierungsrat hat diese Kürzung und weitere Sparmassnahmen nicht gewollt und deshalb eine Steuererhöhung beantragt. Da das Volk diese jedoch ablehnte, sah sich der Regierungsrat zu der einschneidenden Massnahme gezwungen.»

Das Engagement der Krankenversicherer bewertet Roos als sehr positiv. «Der Kanton Luzern nimmt das Entgegenkommen der Krankenkassen mit grosser Wertschätzung zur Kenntnis.»

«Die Rückforderung ist ein Verstoss gegen Treu und Glauben.» Astrid Brändlin, Krankenkasse Concordia (Bild: Daniel Felder)

«Die Rückforderung ist ein Verstoss gegen Treu und Glauben.» Astrid Brändlin, Krankenkasse Concordia (Bild: Daniel Felder)

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