PRÄVENTION: Wer mässig Alkohol trinkt, kann jetzt punkten

Von offizieller Seite her hat das innovative Präventionsprojekt «Poinzz» aus Solothurn in Luzern einen Korb erhalten. Trotzdem soll schon bald in hiesigen Clubs auf Tour gegangen werden.

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Partygänger, die wissen, wann genug ist, sollen belohnt werden. (Symbolbild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Partygänger, die wissen, wann genug ist, sollen belohnt werden. (Symbolbild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

An Veranstaltungen mit Poinzz -Beteiligung können sich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen ab 16 Jahren nach Mitternacht vor dem Nachhausegehen testen lassen. Wer genussvoll gefeiert und weniger als 0,3 Promille im Blut hat, erhält Punkte, die gegen verschiedene Angebote wie etwa aktuelle CDs, DVDs, Kinokarten oder Konzerttickets eingetauscht werden können.

Das Projekt mit dem Motto «Absahnen statt absaufen» ist seit Juni 2007 ausgehend von der Ostschweiz in acht Kantonen der Deutschschweiz tätig. In einem Jahr wurde Poinzz an knapp hundert Events durchgeführt, dabei wurden mehr als 15?000 Blastests durchgeführt. Zwei Drittel der Getesten erhielten Punkte, die gegen 2000 Prämien eingetauscht worden sind.

«Haben ein eigenes Projekt»
Poinzz soll nun sukzessive auch in weiteren Teilen der Schweiz Fuss fassen – auch in Luzern. Bundesgelder sind gemäss einem Artikel in der Gratiszeitung «.ch» für die Teilnahme von zwei weitere Kantone vorhanden. Nicole Guntern, Kommunikationsverantwortliche bei der Fachstelle für Prävention DFI, winkt jedoch ab: «Die Idee ist gut, jedoch haben wir ein eigenes Projekt namens Luegsch», wird sie zitiert.

Luegsch unterstützt die Luzerner Gemeinden in der Umsetzung der Jugendschutzbestimmungen bezüglich Alkohol. Im Januar 2005 von der Jugendarbeit Sempach erarbeitet, haben sich seither weitere 32 Gemeinden dem Projekt angeschlossen.

Poinzz bedauert Absage
Dass nun keine Zusammenarbeit zustande kommt, bedauert Poinzz-Projektleiter Martin Spirig: «Schade, wir hätten uns optimal ergänzt. Und Ressourcen wären auch vorhanden.» So oder so wolle man trotzdem in Luzern aktiv werden und die Klubs und Veranstalter selber angehen.

scd