PREIS: Die schönsten Enten leben in Rothenburg

Max Arregger hat vielen ausgesetzten Tieren ein Zuhause gegeben. Neu wohnen auch eine Miss und ein Mister Schweiz bei ihm.

Roger Rüegger
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Max Arregger aus Rothenburg mit seinen beiden preisgekrönten Kastanienenten. (Bild Pius Amrein)

Max Arregger aus Rothenburg mit seinen beiden preisgekrönten Kastanienenten. (Bild Pius Amrein)

Geduldig lassen sich die beiden Kastanienenten fotografieren. Hier ein Klick, da ein Blitz, bis – «quack» – dem Erpel die Show zu bunt wird und er einen Abflug macht. Minuten später fängt Arregger den Ausreisser wieder ein. «Der wäre nicht abgehauen, und wenn, dann hätte er sich nicht weit entfernt», sagt der 60-jährige Tierliebhaber. Wo wollte der kleine Kerl ohne seine Partnerin auch hin? Die beiden sind ein Paar. Jedoch kein gewöhnliches. Sie sind quasi Mister und Miss Schweiz. An der nationalen Geflügelausstellung im Dezember 2014 in Delémont haben die beiden in der Kategorie Entenvögel den Schweizer-Meister-Titel gewonnen.

Keine Namen – einfach Enten

Zur Freude ihres Halters. «Sicher bin ich stolz. Obwohl ich nichts dafür kann», sagt der ehemalige SVP-Gemeinderat. Die Enten seien an der Ausstellung in ihrem Käfig von der Jury begutachtet worden. «Sie wurden nicht zur Schau gestellt und weder gekämmt noch wurde ihnen das Gefieder mit Glanzmittel bestrichen, wie das bei einigen anderen Tierarten üblich ist», sagt Arregger. Seine Tiere haben übrigens keine Namen.

Neben dem hübschen Entenpaar und Arreggers Familie – er hat eine Frau und drei Töchter – leben auf seinem Grundstück an der Eschenbachstrasse rund dreissig weitere Enten. Dazu gesellen sich zwei Güggel mit ihren Harems, vier Tauben, ein Hund, eine Katze, diverse Schildkröten und ein paar Fische. «Die meisten Tiere sind Findelkinder, die wir aufgenommen haben», sagt der Mann.

Durch Zufall Entenvater geworden

Viele hat er vom Tierheim an der Ron in Root. Der Ex-Radrennfahrer und Marathonläufer ist vor Jahren durch Zufall Besitzer von Enten geworden. «Das Tierheim liegt auf meiner Laufstrecke. Ich gehe gelegentlich nachschauen, welche Tiere abgegeben worden sind. Dort habe ich ein Paar Laufenten entdeckt, die im Wald ausgesetzt worden waren.» Diese hat er aufgenommen. Mit den Jahren erweiterte sich der Bestand. Hinter seinem Haus haben die Tiere ein schönes Plätzchen, das nach und nach ausgebaut wird.

Entenzüchter sei er nicht. «Ich bin nur Besitzer. Ich gebe ihnen ein Heim und Futter. Nicht Spezielles, Tierfutter und ab und zu Spaghetti oder Salat, das mögen sie», sagt Arregger. Dass er mit den Enten nun einen Titel einheimste, sei nicht zwingend sein Ziel gewesen. «Allerdings wollte ich immer Schweizer Meister werden. Im Sport hat es nicht geklappt. Deshalb plagiere ich jetzt beim Kleintierzüchterverein Sursee, bei dem ich Mitglied bin, mit meinen Enten.»