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PRIMARSCHULE: Stadt Luzern will Sportlektion streichen

Noch bis Ende Schuljahr kommen rund 1300 Kinder täglich in den Genuss einer zusätzlichen Sportstunde. Dann will die Stadt Luzern das erfolgreiche Schulprojekt sistieren. Diese Massnahme ruft nun zwei Motionäre auf den Plan.
Sandra Monika Ziegler
Start der Herbstsportwoche mit rund 1000 Schülern in Emmen. (Symbolbild) (Bild: Corinne Glanzmann (3.10.2016))

Start der Herbstsportwoche mit rund 1000 Schülern in Emmen. (Symbolbild) (Bild: Corinne Glanzmann (3.10.2016))

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

Was zwischen 2005 und 2007 als Pilotprojekt begann hat sich inzwischen gut etabliert. Die Rede ist von den täglichen Sport- und Bewegungsstunden, die in den Unterricht integriert sind. Sie wurden an sechs Schulhäusern der städtischen Primarschulen vor 11 Jahren eingeführt. Rund 1300 Kinder profitieren davon.

Eine Arbeitsgruppe untersuchte bereits bei der Einführung die Wirkung der Extrabewegung in Bezug auf die Konzentrationsfähigkeit, die Schulmotivation und das Körpergewicht. Fazit: Die Zusatzstunde wirkt sich positiv auf Konzentration und Gesundheit aus.

Jetzt sollen aber die zusätzlichen Sportlektionen gestrichen werden. Das hat der Luzerner Stadtrat auf Antrag des Rektorats Volksschule Stadt Luzern und der Bildungskommission letzten Donnerstag entschieden. Grund genug für Elternvertretungen und die Projektleitung, sich mit einer Volksmotion gegen diesen Entscheid zu wehren.

Es besteht kein politischer Druck

Erstunterzeichner dieser Motion sind Andreas Wüest und Stephan Zopfi. «Es besteht weder ein finanzieller, noch ein politischer Druck diese Stunde zu streichen», begründet Stephan Zopfi, der das Projekt initiiert und begleitet. Es sei nicht einzusehen, weshalb ein Projekt, das einen direkten Nutzen für die Kinder bringt, sistiert werden soll, so Zopfi weiter.

Die Motionäre fordern deshalb vom Stadtrat, seinen Entscheid zu revidieren und die Sportstunde zumindest in drei Jahrgangsklassen wieder einzuführen. Dann fordern sie, dass der Regierungsrat die Wochenstundentafel um eine Lektion aufstockt. «Das wäre nicht das erste Mal. Eine solche Aufstockung wurde bereits zwei Mal für dieses Projekt bewilligt, warum also nicht auch ein drittes Mal», fragt sich Zopfi. Das Projekt benötigte schon bisher eine Erhöhung der Wochenstundentafel um eine Lektion. Diese wurde von der Regierung des Kantons Luzern längstens bis zur Einführung des Lehrplans 21 bewilligt und der wurde auf Primarstufe im Schuljahr 2017/2018 eingeführt.

Der Lehrplan 21 wird denn auch als Hauptgrund für den negativen Entscheid des Stadtrates angeführt. Doch genau das bezweifeln Zopfi und seine Mitstreiter. Sie vermuten viel mehr finanzielle Gründe dahinter. Dies, obwohl die Kosten mit etwa 125 Franken pro Kind und Jahr «eher gering» seien und politisch auch nie umstritten gewesen wären. Aufgerechnet auf die Anzahl Schüler ergäbe das einen jährlichen Betrag zwischen 162 000 bis 200 000 Franken – je nach Anzahl Kinder, die wegfielen.

Diese Rechnung werde aber nicht aufgehen, so Zopfi. Er macht einen Vergleich: Durch mangelnde Bewegung entstehen schweizweit Krankheitskosten in der Höhe von rund 10 Milliarden Franken, wie Studien der Gesundheitsförderung Schweiz ergeben hätten. Bei solch einer Faktenlage dränge sich die Frage auf, wie es zu solch einem Entscheid kommen konnte.

Stadtrat prüft flächendeckendes Angebot

Angesprochen ist der Stadtrat, der für das städtischen Volksschulangebot zuständig ist. Stadtpräsident Beat Züsli (SP) begründet: «Das Projekt war aus finanziellen Gründen auf sechs Primarschulhäuser beschränkt. Wollte man es in eine definitive Lösung überführen, so müsste diese – wie auch immer sie aussehen würde – flächendeckend sein.»

Der Stadtrat ist an die Dienst­abteilung Volksschule mit dem Auftrag gelangt, die Idee der täglichen Bewegungsstunde weiter zu verfolgen. Bis spätestens 2020 erwartet er einen Bericht, in welcher Form die tägliche Bewegungsstunde in die Regelstrukturen des Volksschulunterrichts aufgenommen werden kann. Denn, so Züsli: «Eine gute, solide Lösung müsste in die reguläre Wochenstundentafel, in das allgemeine Schulangebot integriert werden.» Dennoch würde, Stand heute, die zusätzliche Sportstunde zumindest im kommenden Schuljahr gänzlich wegfallen.

Das missfällt Motionär Andreas Wüest, Vater und Mitglied Elternforum Geissenstein: «Die Bewegungsstunde tut den Kindern gut und sollte nicht abrupt abgebrochen werden.» Zumindest, so Wüest, hätte man warten können «bis der geforderte Bericht vorliegt und auf dieser Grundlage handeln.»

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