Primarschulhaus Ruopigen wird in Sekundarschulhaus umgewandelt

Die Bevölkerung im Luzerner Stadtteil Reussbühl wächst. Deshalb muss auch der Schulraum ausgeweitet werden. Für Optimierungen im Schulhaus Ruopigen beantragt der Stadtrat dem Parlament einen Kredit von 6,71 Millionen Franken.

Hugo Bischof
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Pavillon 99 des Schulhaus Ruopigen. An dieser Stelle sollen Modulbauten zu stehen kommen.

Pavillon 99 des Schulhaus Ruopigen. An dieser Stelle sollen Modulbauten zu stehen kommen.

Bild: Pius Amrein, Luzern,
7. Januar 2019

Das Primarschulhaus Ruopigen im Luzerner Stadtteil Reussbühl/Littau soll unter anderem durch Raumrochaden zu einem Sekundarschulhaus umfunktioniert werden. Da zudem der Pavillon 99 das Ende seiner Lebensdauer erreicht hat, will der Stadtrat ihn durch zwei Holzmodulbauten ersetzen. Für die Ausführung dieser Vorhaben beantragt der Stadtrat beim Parlament einen Sonderkredit und einen Zusatzkredit von insgesamt 6,71 Millionen Franken. Das gab Stadträtin und Baudirektorin Manuela Jost am Dienstag an einer Medienkonferenz bekannt.

Den Entscheid, das Primarschulhaus Ruopigen in ein Sekundarschulhaus umzufunktionieren, hatte der Stadtrat schon 2015 in seiner Schulraumplanung gefällt. Damit soll der langfristige Schulraumbedarf in Littau und Reussbühl gedeckt werden. «In Reussbühl West und Ost dürften in den kommenden Jahren bis zu 900 zusätzliche Wohnungen entstehen», sagte Stadträtin Jost. Deshalb würden sich auch die Schülerzahlen erhöhen.

Vorgesehen ist, dass die Primarschülerinnen und Primarschüler des Schulhauses Ruopigen im Sommer 2020 ins neue Schulhaus Staffeln umziehen.Dass dadurch für einige von ihnen der Schulweg länger wird, sei «zumutbar», sagt Teddy Henzi, Ressortleiter Infrastruktur der Stadt Luzern: «Das Schulhaus Staffeln ist zentral gelegen und für alle Schüler in seinem Einzugsbereich gut erreichbar.» Ein Jahr später, auf Beginn des Schuljahrs 2021/2022, werden die Sekundarschülerinnen und Sekundarschüler, die heute im Provisorium Gasshof unterrichtet werden, in die umgebaute und erweiterte Schulanlage Ruopigen ziehen.

Pavillon 99: Sanierung lohnt sich nicht

Der Rückbau des zweistöckigen Pavillons 99 am nordwestlichen Rand der Schulanlage soll im Sommer 2020 erfolgen. Er wurde 1971 in Basel gebaut und zunächst auch dort verwendet, bevor er 1998/99 nach Ruopigen disloziert wurde. «Eine Aufstockung ist aus statischen Gründen nicht möglich», sagte Stadträtin Jost. «Zudem wäre eine Totalsanierung mindestens gleich teuer wie ein Neubau.»

Unmittelbar nach dem Abbruch des Pavillons sollen an dessen Stelle zwei dreigeschossige Holzmodulbauten errichtet werden. Darin sollen die benötigten Fachräume sowie das Mittagsangebot untergebracht werden. Die beiden Modulbauten sind zurzeit in der Volksschule Basel-Stadt im Einsatz und sollen im Herbst 2020 nach Ruopigen verfrachtet werden.

Der Einsatz der gebrauchten Holzmodulbauten bringt gemäss Stadträtin Jost verschiedene Vorteile mit sich:

«Der ausgewiesene Schulraumbedarf wird gedeckt, für die spätere Sanierungsphase steht eine Übergangslösung zur Verfügung, und der Aussenraum bleibt grosszügig erhalten.»

Wichtig sei auch, dass eine gegenüber dem heutigen Pavillon 99 deutlich verbesserte Energieeffizienz erreicht werde.

Wird ersetzt: Pavillon 99 (Blick auf die Nordfassade).

Wird ersetzt: Pavillon 99 (Blick auf die Nordfassade).

Bild: Pius Amrein, Luzern,
7. Januar 2019

Für den Kauf und Aufbau der zwei Holzmodulbauten beantragt der Stadtrat beim Parlament einen Sonderkredit von 5,585 Millionen Franken. Dazu kommt ein Zusatzkredit von 1,125 Millionen Franken für die geplanten Raumrochaden und den Ausbau der Infrastruktur im Hauptgebäude, um die Schulanlage Ruopigen künftig als Sekundarschulhaus nutzen zu können. Zusätzliche 1,85 Millionen Franken dafür hatte das Parlament bereits früher bewilligt.

Der Pavillon 99 ist Teil der Schulhausanlage Ruopigen. Das baufällige Gebäude soll durch zwei zeitgemässere Holzmodulbauten ersetzt werden.

Der Pavillon 99 ist Teil der Schulhausanlage Ruopigen. Das baufällige Gebäude soll durch zwei zeitgemässere Holzmodulbauten ersetzt werden.

Bild: Pius Amrein, Luzern,
7. Januar 2019

Gesamtsanierung voraussichtlich ab 2028

Die Raumrochaden und die provisorische Erweiterung sind nur ein erster Schritt. «Er ermöglicht, die Schulanlage Ruopigen ab Sommer 2021 als Sekundarschulhaus zu nutzen, weil der Mietvertrag für das Provisorium Gasshof ausläuft», so Jost. In einem zweiten Schritt soll die Schulanlage ab 2028 gesamthaft saniert werden. «Dem Stadtrat ist es wichtig, dass die Entscheide für die erste Phase mit Blick auf die Gesamtsanierung gefällt werden», betonte Stadträtin Jost. «Wenn immer möglich, werden Vorleistungen für die Gesamtsanierung erbracht und Synergien genutzt.»

Die Schulanlage Ruopigen, inklusive einer Dreifachturnhalle, wurde zwischen 1974 und 1976 nach den Plänen des international tätigen Architekten Dolf Schnebeli (1928-2009) erbaut. Sie steht im Inventar schützenswerter Bauten. Wie viel ihre Gesamtsanierung kosten wird, steht noch nicht fest. Laut Stadträtin Jost wurden bei einer Untersuchung keine gesundheitsgefährdenden Schadstoffe entdeckt.