Privatschule zieht in die ehemalige Casa d’Italia in Luzern

Die Kompass-Schule zieht von Horw nach Luzern. In der Casa d'Italia befanden sich früher unter anderem das italienische Konsulat sowie eine italienische Kindertagesstätte. 

Hugo Bischof
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Für die ehemalige Casa d’Italia an der Obergrundstrasse 92 in Luzern ist eine neue Nutzung vorgesehen. Das Gebäude mit Baujahr 1906 wird für 300 000 Franken umgebaut. Neu soll hier die Privatschule Kompass einziehen. Das Baugesuch liegt im Stadthaus Luzern zur öffentlichen Einsicht auf.

Das Gebäude der früheren «Casa d'Italia» an der Obergrundstrasse 92 in Luzern.

Das Gebäude der früheren «Casa d'Italia» an der Obergrundstrasse 92 in Luzern. 

Bild: Ippazio Calabrese

Die Küchen- und Toilettenanlagen werden erneuert, die Wände und Decken neu gestrichen. Äusserlich bleibt das Gebäude unverändert, es gibt also keine baulichen Veränderungen an den Fassaden und in den Geschossen. Die Büroräume im Ober- und im Dachgeschoss bleiben bestehen. Das Gebäude ist im Inventar der schützenswerten Bauten der Stadt Luzern eingetragen.

Italienischer Staat versteigerte die Liegenschaft 2018

Früherer Besitzer der Liegenschaft an der Obergrundstrasse 92 in Luzern war der italienische Staat. Er unterhielt darin ein italienisches Konsulat. Auch eine italienische Bibliothek, die Società Dante Alighieri Luzern sowie eine Kindertagesstätte waren hier einquartiert. Ende 2016 kündigte der Staat Italien allen verbliebenen Mietern. Seither stand das Gebäude leer. Im Oktober 2018 versteigerte der Staat Italien die Liegenschaft an den Meistbietenden. Neuer Besitzer für 3,75 Millionen Franken wurde die in Meggen domizilierte Poli Immobilien AG. Versuche der 2017 gegründeten Genossenschaft «Casa d’Italia Lucerna», das Gebäude zu erwerben und es als kulturellen Treffpunkt der italienischen Gemeinschaft zu erhalten, blieben erfolglos.

Die Kompass-Privatschule als neue Hauptmieterin des Gebäudes startete ihren Unterricht 2018 im «Pilatus»-Gebäude in Horw. Der Umzug nach Luzern ist auf das kommende Schuljahr geplant. «Wir möchten hier langfristig bleiben», sagt Schulleiterin Livia Schwander. An der Kompass-Privatschule werden Kindergärtler sowie Schülerinnen und Schüler der Primarstufe unterrichtet. Gemäss Schwander hat die Schülerzahl  zugenommen.

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