PRIX FRANZ: Familie Kaufmann räumt in der «Buurestube» ab

Das Schwyzerörgeli-Trio Bärglistock gewann gestern die begehrte Glocke. Seine nächste Station: der Prix Walo.

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Das Schwyzerörgeli-Trio 
Bärglistock mit der Siegerglocke. (Bild Beatrice Vogel)

Das Schwyzerörgeli-Trio Bärglistock mit der Siegerglocke. (Bild Beatrice Vogel)

In der mit ländlicher Atmosphäre und zahlreichen Zuschauern gefüllten «Buurestube» fühlte sich Franz Stadelmann, der bekannte Jodler und Komponist aus dem Entlebuch, heimelig wohl. Er verlieh gestern den begehrten Prix Franz. Die Siegerglocke gewann das Schwyzerörgeli-Trio Bärglistock: Ruedi Kaufmann (43) und seine beiden Söhne Urs (14) und Sämi (12). Sie begeisterten nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Jury. «Ich hätte nie erwartet, dass wir gewinnen», meinte Sämi zufrieden. Schliesslich hätten sie erst vor zwei Wochen begonnen zu üben. «In dieser Formation musizieren wir aber nun bereits seit zwei Jahren», so sein grösserer Bruder Urs.

Eine Ehre für die Berner Oberländer

Als Berner Oberländer sei es natürlich eine Ehre, bei der Luga auftreten zu können, fand das Trio. Noch mehr geehrt fühlen sich die drei Männer aber wegen Franz Stadelmann. «Wer ihn nicht kennt, ist kein Schweizer», so Ruedi Kaufmann.

Mit Freude und wahrhaft ohne Wortknappheit verkündete Stadelmann während dreier Stunden seine Begeisterung für die «heutigen Jungen». «Wir könnten von den Jungen noch viel lernen», meinte er während seiner Ansprache und war nach jedem musikalischen Auftritt wieder aufs Neue entzückt. Stadelmann als Luga- und Folklore-Legende sorgte dafür, dass die Gäste im Festzelt mehrmals in lautes Gelächter ausbrachen. Einen Lacher provozierte auch ein politisch nicht ganz korrekter Witz eines jungen Teilnehmers, der es verstand, auf bodenständige Weise den Humor des Publikums zu bedienen.

«Das ist unsere Schweiz»

Die Familie Kaufmann konnte die Jury mit dem Marsch «Startschuss» von Bruno Raemy zwar am meisten überzeugen, doch niemand ging leer aus: Jeder Teilnehmer erhielt eine kleine Glocke um den Hals gehängt und einen Pokal, auf dem Stadelmann selbst abgebildet ist. «Dieser Anlass ist einfach einmalig. Das ist unsere Schweiz, das ist Folklore pur», so Stadelmann zufrieden. Für Familie Kaufmann geht es nun weiter zur nächsten Herausforderung, dem Prix Walo.

Anja Glover